Neu Delhi/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Gerne vergleichen sich die Inder in ökonomischer Hinsicht mit den Chinesen. Nicht selten betonen Offizielle, dass der Subkontinent deutlich stärker wächst als die Volksrepublik. Doch zugleich wurden in der Vergangenheit immer wieder Zweifel an den offiziell bekannt gegebenen BIP-Zahlen geäußert. 7,0 Prozent Wachstum und das seit Jahren in dieser Höhe! Wer sich Indien genauer anschaut, kann oftmals mit bloßem Auge erkennen, dass hier was faul sein muss. Angesichts der wahren Zustände im Land sind die Zahlen kaum nachvollziehbar.

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Nun hat sogar der frühere Chefökonom der beiden letzten Regierungen, Arvind Subramanian, erklärt, der offizielle Wachstumswert Indiens liege seit Jahren 2,5 Prozentpunkte zu hoch, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Subramanian war bereits als Ökonom für den Internationalen Währungsfonds tätig, und er war bis Juni 2018 der Chefökonom Indiens. Subramanian zufolge liege der Grund für das deutliche Überschätzen im Wechsel der Datengrundlage von Volumen zu Preisen, heißt es in dem Bericht. Damit hätten etwa die niedrigen Ölpreise die Statistik im Übermaß beeinflusst. Den Beginn der Berechnung falscher Statistiken führe Subramanian auf die Vorgängerregierung Modis zurück.

Indiens ökonomische Dynamik kann mit der Chinas nicht Schritt halten. Die Schwächen sind nicht zu übersehen. Das starke Wachstum hat für die meisten Inder nicht zu mehr Wohlstand geführt. Inoffiziellen Regierungszahlen zufolge hat die Arbeitslosigkeit den höchsten Stand seit rund 40 Jahren erreicht. Auch ausländische Investoren sind nicht wirklich willkommen. Das Land ist von Protektionismus geprägt, die Marktzugangshürden sind hoch. Die Infrastruktur ist desolat, die Umweltbelastung hoch, die Armut weitet sich aus. In dem Land wächst wenn dann nur der staatliche und der informelle Sektor überdurchschnittlich.