• Zinn - ISIN: XD0002746036
    Kursstand: 30.538,01 $/t (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung

Die zyklischen Rohstoffe, zu denen auch die Industriemetalle zählen, standen gestern stark unter Druck. Die Verluste im Metallsektor beliefen sich teilweise auf über sieben Prozent (Zinn). Bis zum Handelsende hatten sich die Metalle zwar etwas erholt, heute Morgen geht es aber bereits wieder nach unten. Kupfer zum Beispiel ist zeitweise unter 8.600 US-Dollar je Tonne auf ein 16-Monatstief gefallen, wie Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

„Wie wir zuletzt bereits mehrfach geschrieben haben, machen sich unter den Marktteilnehmern Rezessionssorgen breit. Noch ist eine Rezession in den USA zwar nicht Konsensus, aber die Meinung der Marktteilnehmer geht zunehmend in diese Richtung. Auch Fed-Chef Powell erachtet eine Rezession als 'durchaus möglich', wie er gestern bei einer Senatsanhörung sagte. Dies dürfte weiter auf den Metallpreisen lasten, so dass wir davon ausgehen, dass sich der Abwärtstrend zunächst fortsetzt“, so Briesemann.

Wie der Weltstahlverband (WSA) gestern berichtet habe, sei die globale Stahlproduktion im Mai im Vergleich zum Vorjahr zwar um 3,5 Prozent auf 169,5 Millionen Tonnen gefallen. Im Vorjahresmonat sei aber eine Rekordmenge Stahl hergestellt worden, so dass die Vergleichsbasis außerordentlich hoch gewesen sei. In den letzten Monaten sei die Stahlproduktion allerdings deutlich ausgeweitet worden: Sie habe im Mai zum Beispiel knapp zehn Prozent über dem Niveau von Januar gelegen. Auf Tagesbasis sei die größte Menge Stahl seit elf Monaten hergestellt worden, heißt es weiter.

„Hierbei hat China eine wesentliche Rolle gespielt und seinen Anteil an der weltweiten Produktion mittlerweile wieder auf 57 Prozent erhöht. Die Daten zur chinesischen Stahlproduktion hatte das Nationale Statistikbüro bereits letzte Woche veröffentlicht. Die Stahlpreise befinden sich seit Anfang April im freien Fall. Die Preise für warm- und kaltgewalzten Stahl in Nordwesteuropa sind seitdem um 36 Prozent bzw. 32 Prozent eingebrochen. Sie haben sämtliche Gewinne seit Beginn des Ukraine-Krieges abgegeben“, so Briesemann.