• Kupfer - ISIN: XC0007203216
    Kursstand: 8.466,99 $/t (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung

Der feste US-Dollar hat gestern Nachmittag auf den Metallpreisen gelastet, so dass diese ihre anfänglichen Gewinne zum Großteil wieder abgegeben haben und teilweise sogar ins Minus gerutscht sind. Heute Morgen geben sie zumeist weiter leicht nach. Kupfer zum Beispiel ist zeitweise unter 8.300 US-Dollar je Tonne zurückgefallen. Das zwischenzeitliche Stimmungshoch scheint bereits abgezogen zu sein, wie Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Dies sehe man auch an den Aktienmärkten, die in den USA gestern deutliche Verluste verzeichnet hätten. Die Schwäche sei nach Asien übergeschwappt, wo die Märkte ebenfalls unter Druck stünden. Die höhere Risikoaversion der Marktteilnehmer gehe daher nicht spurlos an den Metallpreisen vorbei, zumal schwächere Konjunkturdaten aus den USA zur Vorsicht mahnten, heißt es weiter.

„Auch der Eisenerzpreis hat seine Erholungsbewegung der letzten Tage gestoppt und gibt heute leicht nach. Er hatte zuletzt die Bewegung des Betonstahlpreises an der SHFE in China mitvollzogen. An der LME in London ist dagegen kaum eine Erholung des Betonstahlpreises zu beobachten. Mit rund 690 US-Dollar je Tonne notiert der Preis nur leicht über dem Ende letzter Woche verzeichneten Mehrmonatstief. Seit Ende April ist er um 26 Prozent abgesackt“, so Briesemann.

Einen noch stärkeren Einbruch in dieser Zeit hätten die Preise für warm- und kaltgewalzten Stahl in Nordwesteuropa hinnehmen müssen. Die starken Preisausschläge – erst der Sprung nach oben im Zuge des Ukraine-Krieges, später die scharfe Korrektur – hätten laut Ansicht von MEPS zu großer Verunsicherung unter den Marktteilnehmern geführt. Die zunächst zu beobachtenden Panikkäufe hätten sich in Kaufzurückhaltung vor der Sommersaison gewandelt, heißt es weiter.

„Laut MEPS sind die Lager in Europa und Nordamerika gut gefüllt und die Lieferzeiten haben sich in beiden Regionen normalisiert. Da es MEPS zufolge keine Anzeichen einer bevorstehenden Nachfrageverbesserung gibt, könnten die Stahlproduzenten wie schon in der Corona-Pandemie ihre Produktion drosseln oder Kapazitäten stilllegen“, so Briesemann.