Im August legte die Industrieproduktion der Eurozone um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Dabei handelt es sich um die von uns erwartete Abschwächung der Erholung, nachdem die Industrieproduktion im Vormonat noch mit (nach oben revidierten) fünf Prozent gewachsen war. Im Vorjahresvergleich liegt die Euro-Industrieproduktion jetzt nur noch sieben Prozent zurück.

Dabei sind die unterschiedlichen Bereiche unterschiedlich stark getroffen: Während die Produktion dauerhafter Konsumgüter das Vorjahresniveau bereits um vier Prozent übertrifft, liegen die Investitionsgüter immer noch zwölf Prozent unter dem August 2019. Besonders betroffen ist der Kfz-Bereich, der immer noch rund ein Viertel seiner Produktion eingebüßt hat. Da verwundert es nicht, dass die deutsche Industrieproduktion noch rund zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Sehr erfreulich ist hingegen, dass die Produktion in dem von der Krise besonders stark gebeutelten Italien inzwischen wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht hat.

All das zeigt, dass die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone weiterhin intakt ist. Allerdings muss man sich ab jetzt mit etwas kleineren Brötchen zufriedengeben: Die Wachstumsraten dürften sich von jetzt an weiterhin auf einem niedrigen einstelligen Niveau bewegen. In vielen Ländern wird es noch eine ganze Weile dauern, bis die Krise komplett überwunden ist. Das Beispiel Italien zeigt aber eben auch, dass das geht. Das sind doch ganz gute Aussichten für die deutsche Industrie.