Die Verbraucher in Deutschland mussten bei ihren Ausgaben im September 2021 abermals tiefer in die Tasche greifen. Die Inflationsrate stieg von 3,9 Prozent im August auf 4,1 Prozent im September, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Erstmals seit Dezember 1993 lag die Inflationsrate in Deutschland damit wieder bei über vier Prozent. Die Inflationsrate ist definiert als die Jahresveränderungsrate des Verbraucherpreisindex (September 2021 ggü. September 2020).

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    Im Monatsvergleich allerdings setzte sich die Teuerung nicht weiter fort. So blieben die Verbraucherpreise im September 2021 nach vorläufigen Angaben gegenüber August 2021 unverändert. Im August waren sie im Monatsvergleich ebenfalls nicht mehr gegenüber Juli 2021 angestiegen.

    Die nach europäisch einheitlichen Vorgaben gemessene HVPI-Inflationsrate (Jahresveränderungsrate) stieg von 3,4 Prozent im August auf 4,1 Prozent im September. Im Monatsvergleich ergab sich für Septemberein Anstieg der HVPI-Verbraucherpreise um 0,3 Prozent, nach einem Plus von 0,1 Prozent im Vormonat. Auf HVPI-Basis stiegen die Verbraucherpreise sowohl im Monats- als auch im Vorjahresvergleich stärker als erwartet.

    Der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise ist unter anderem auf vorübergehende Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020 zurückzuführen. "Hier wirken sich insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte erhöhend auf die Gesamtteuerung aus", erläuterte das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung. "Hinzu kommen neben den üblichen Marktentwicklungen die Einführung der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 sowie krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich vorerst nur teilweise und abgeschwächt im Verbraucherpreisindex und in der Inflationsrate niederschlagen."

    Besonders stark legten erneut die Energiepreise (inklusive Kraftstoffe) zu, hier mussten Verbraucher um 14,3 Prozent tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr.

    Die durch die Pandemie verursachten Angebotseinschränkungen schlagen sich nicht nur in höheren Preisen, sondern auch in Lieferengpässen, u.a. bei Halbleitern und Baumaterialen, nieder.

    Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Eurozone insgesamt, liegt die Inflationsrate inzwischen deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Dennoch dürften Zinserhöhungen auf absehbare Zeit nicht anstehen. Vorläufige Inflationsdaten für die gesamte Eurozone für September werden am morgigen Freitag veröffentlicht. Den Erwartungen der Ökonomen zufolge dürfte die Inflationsrate von 3,0 Prozent auf 3,3 Prozent gestiegen sein. Die endgültigen Inflationsdaten aus Deutschland für September 2021 werden am 13. Oktober veröffentlicht.

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