Frankfurt (BoerseGo.de) – Das Niedrigzinsumfeld wird noch eine ganze Weile Bestand haben. „Um sich auskömmliche Erträge zu sichern, müssen Anleger ihre Kapitalanlage stärker international ausrichten“, wird Jens Wilhelm, im Vorstand der Union Asset Management Holding AG zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien, in einer Union-Investment-Pressemitteilung zitiert. Vor allem bei Anleihen ist der Blick über den Euro-Tellerrand dringend geboten. „Wer die weltweiten Zins- und Wachstumsunterschiede nicht nutzt, wird nur Minirenditen erzielen.“

Wilhelm rechnet damit, dass die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone im kommenden Jahr nur leicht um etwa 1,3 Prozent zunimmt. „Die Bäume wachsen zwar nicht in den Himmel, die Rezessionsängste, die die Märkte noch im Herbst gebremst hatten, waren aber übertrieben. “, so der Vorstand von Union Investment. Allerdings: „Es kommt darauf an, dass sowohl die Politiker bei ihren Sparmaßnahmen als auch die Europäische Zentralbank in der Geldpolitik die richtige Dosis finden.“

Ein stärkeres Wachstum ist in Übersee zu erwarten: „Wir rechnen im Jahr 2015 in den USA aufgrund des Binnenkonsums mit einem Wachstum von 2,7 Prozent.“ Daher könne man zunehmend bei Europa und den USA von einer „Welt der zwei Geschwindigkeiten“ sprechen. In den Schwellenländern wird die Entwicklung noch mehr als in den Vorjahren von der konjunkturellen Dynamik Chinas sowie von der Lage am Rohstoffmarkt abhängen. Für China rechnet der Vorstand im Jahr 2015 mit einer Zunahme der Wirtschaftsaktivität um 7,1 Prozent. Damit setzt sich bei den Wachstumsraten der leichte Abwärtstrend der letzten Jahre fort. Von einer noch stärkeren Konjunkturabschwächung in China geht Wilhelm nicht aus.

„Leichter Rückenwind für die globale Wirtschaft kommt vom Ölpreis, der zuletzt deutlich nachgegeben hat“, sagt Wilhelm. „Um einen dauerhaften Effekt auf die Konjunktur zu haben, müssen die Notierungen längerfristig niedrig bleiben.“. Dies sollte nach der jüngsten Entscheidung der OPEC, die Förderquoten konstant zu halten, zumindest für die nächsten Monate der Fall sein. Das entlastet sowohl Unternehmen als auch Verbraucher vor allem in stark vom Ölimport abhängigen Regionen wie beispielsweise Asien und der Eurozone, Rohstoffexporteure wie Russland und Brasilien belastet er hingegen.