Nach dem Trade ist vor dem Trade

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Davide Biocchi kann gut und gerne als der Garfield des Trading bezeichnet werden. Jeder, der ihn mal live gesehen hat, wird sich an den kleinen, bärtigen und sehr gemütlichen Italiener erinnern, der, in seinen Sessel zurückgelehnt, den Monitor betrachtet – und das in einer Lässigkeit, die an Langeweile grenzt. Nebenbei führt er dann in der Regel mehr als einen Trade pro Minute durch. Diese Frequenz ist unvorstellbar hoch für jemanden, der so aussieht, als würde er lediglich auf die eine große Gelegenheit des Tages warten. Wie lässt sich das erklären? Über zehn Jahre lang formte Davide Biocchi einen schlicht einzigartigen Tradingstil. Bei genauerer Betrachtung seines Tradings fällt auf, dass er weder Charts noch Analyse-Software benutzt. In aller Ruhe verfolgt er die Berge von Zahlen, die über seinen Bildschirm flackern, denn das scheint alles zu sein, was er benötigt. Sich selbst vergleicht der 42-Jährige mit einem Obsthändler. TRADERS´ Redakteur Felix Albus wollte mehr über diese interessante Persönlichkeit herausfinden.

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Frage: Signor Biocchi, Ihr Ansatz ist so einzigartig, dass Sie bestimmt eine lange Geschichte zu erzählen haben. Wann haben Sie mit alledem angefangen?

Davide Biocchi: Ich hatte schon immer ein gewisses Faible für die Finanzmärkte und habe deshalb, als ich jung war, Wirtschaftswissenschaften in Mailand studiert. Dieses Studium habe ich jedoch niemals abgeschlossen. Mit 23 Jahren bin ich an die Italienische Riviera nahe Genua gezogen, um dort im Hotel meiner Familie zu arbeiten. Dies habe ich zwölf Jahre lang gemacht. Das Problem war, dass die Arbeit an der Rezeption im Winter, wo es kaum Touristen gibt, entsetzlich langweilig gewesen ist. Ich hatte kaum etwas zu tun, also habe ich mir 1996 meinen ersten Computer gekauft. Das Internet hat mich schon immer begeistert. Irgendwann hatte mir dann ein Freund eine Seite empfohlen, wo ich ein Demo-Trading-Konto mit 100 000 Dollar einrichten konnte. Dies ist 1998 mein erster Schritt in Richtung Online-Handel gewesen. Nach zwei Monaten habe ich dann ein Echtgeldkonto eröffnet und amerikanische Aktien gehandelt, vorwiegend an der NASDAQ. Kurze Zeit später fand ich heraus, dass es auch in Italien einen Broker gab, mit dem es mir möglich war, auch italienische Aktien zu handeln. Das ist die ganze Geschichte. Seit ungefähr zehn Jahren bin ich Trader. Für mich war das eine tolle Sache, denn endlich hatte ich hinter dem Rezeptionstisch eine Beschäftigung. Mit der Zeit wurde mein Trading immer besser, also habe ich 2002 das Hotel verkauft, um als professioneller Trader weiterzumachen.

Frage: Was halten Sie von Ihrem neuen Job?

Biocchi: Trading ist eine wirklich aufregende Tätigkeit, aber die Einsamkeit wird irgendwann vielleicht zum Problem. Ich kann Alleinsein nicht leiden, weil ich gerne mit Menschen zusammenarbeite, mich mit ihnen austausche. Deshalb halte ich Vorträge. Ich habe aber auch meine Frau und meine drei Kinder, die mich auf Trab halten.

Frage: Reden wir über Ihren Ansatz. Sie sind ein interessanter Trader mit einer wahrhaft interessanten Technik, bei der Sie in der Regel keine Charts benutzen…

Biocchi: (lacht) Das kommt den Meisten etwas schräg vor!

Frage: Sie scheinen das Trading dadurch gemeistert zu haben, indem Sie einfach getradet haben und nicht, wie vielleicht viele, erst einen Haufen Bücher konsumierten. Können Sie das erklären?

Biocchi: Zuerst einmal sollten Sie wissen, dass ich keine Futures handle, weil ich zu viele Trader gesehen habe, die zu viele Fehler dabei begangen haben. Futures sind wirklich toll, aber sie besitzen eine derart kraftvolle Hebelwirkung, dass Sie leicht ihr ganzes Geld verlieren können, wenn Sie nicht wirklich auf den Handel mit Futures eingestimmt sind. Ich bevorzuge es, Aktien zu handeln und dabei benutze ich sogar einen Hebel, aber nichtsdestotrotz ist es wesentlich schwieriger, bankrott zu gehen, wenn man nur Aktien handelt. Vor allem sollten Sie wissen, dass ich nicht versuche, der Marktbewegung zu folgen.

Frage: Was tun sie denn dann?

Biocchi: Ich möchte versuchen, Ihnen das zu erklären. Die Frage ist, wozu die Märkte überhaupt da sind. Ursprünglich sind sie der Ort, an den Sie gehen sollten, wenn Sie irgendetwas zu kaufen oder zu verkaufen haben. Denken Sie einmal an den Handel mit Früchten! Es gibt immer Leute, die in der Mitte sitzen. Niemand kauft doch die Früchte genau da, wo sie wachsen! Mit dem Aktienmarkt verhält sich das teilweise ähnlich. Die Menschen gehen da hin, um Anteile an einem Unternehmen zu erwerben, ein Investment zu tätigen oder Dividenden abzustauben, wenn es welche gibt. Dafür sind die Märkte gemacht. Menschen treffen sich, um Dinge zu kaufen und um sie zu verkaufen, ganz egal ob man nun mit Aktien oder mit Früchten handelt. Und genauso wie es im Obstgeschäft, wie gesagt, immer irgendwelche Zwischenhändler gibt, treten auch am Aktienmarkt Leute in Erscheinung, die diesen Raum ausfüllen. Stellen Sie sich einen Geldkurs bei 7,00 und einen Briefkurs bei 7,10 vor. Dies ist Ihr leerer Raum. Sie könnten meinetwegen mit bei 7,01 und 7,09 in die Position gehen und ein anderer kann genauso ohne Probleme 7,02 und 7,08 daraus machen. Jeder Markt verfügt über einen gewissen leeren Zwischenraum, den man ausfüllen kann und das ist im Prinzip genau das, was ich tue.

Frage: Sie sagten, sie würden mit 7,01 und 7,09 einsteigen. Heißt das, dass Ihnen im Idealfall jemand eine Aktie für 7,01 verkauft und Sie diese dann sofort für 7,09 weiterverkaufen?

Biocchi: Genau.

Frage: Diese Arbitrage-Taktik ist gerade unter privaten Tradern ziemlich selten und daher vielleicht auf Anhieb etwas schwer zu verstehen. Könnten Sie das bitte noch etwas genauer beschreiben?

Biocchi: Meiner Meinung nach gibt es drei verschiedene Typen an der Börse. Zum Ersten diejenigen, die eine Aktie kaufen, um sie zu behalten. Diese achten auf Geschäftszahlen, Boom-Branchen und Wirtschaftsdaten. Sie wollen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und den richtigen Wert kaufen. Die Zweiten sitzen in der Mitte, brauchen schnelle Software und günstige Handelskonditionen. Und dann gibt es da auch noch eine dritte Gruppe. Was ist mit den Leuten, die versuchen, den Bewegungen der Kurse zu folgen? Das einzige Werkzeug, das sie dafür haben, ist die Technische Analyse. Diese Jungs scheinen zu denken, dass die Charts die Märkte bewegen. Nun, das denke ich nicht. Geld ist alles, was die Märkte bewegt. Geld auf der Nachfrageseite treibt die Märkte nach oben und Geld auf der Angebotsseite treibt sie nach unten. Wenn Sie behaupten, dass Charts die Kurse bewegen, dann lügen Sie.

Frage: Sie sind scheinbar einfach kein Freund der Technischen Analyse.

Biocchi: Das ist doch keine Frage der Freundschaft! Technische Analyse ist wirklich interessant. Sie kann mir sagen, zu welchen Aktionen die anderen Marktteilnehmer vielleicht neigen, sie sagt mir etwas über Psychologie – aber sie wird mir mit Sicherheit nicht sagen, was als Nächstes passiert!

Frage: Verschaffen Sie sich mittels Technischer Analyse eine Art Gesamteindruck?

Biocchi: Ja. Aber ich verwende keine Intradaycharts. Ich nehme Tages-Charts. Auf diese Art bekomme ich ein Gefühl dafür, in welche Richtung es vielleicht gehen könnte oder ob irgendwo eine wichtige Unterstützungszone liegt. So kann ich sagen, dass dort vielleicht einige Leute kaufen werden. Technische Analyse – oder allgemein die Betrachtung von Charts – zeigt mir etwas, das jeder sehen kann, nicht nur eine einzelne Person. Meiner Meinung nach verlieren für gewöhnlich diejenigen ihr Geld, die der Bewegung zu folgen versuchen. Einige Statistiken weisen darauf hin, dass eine Mehrheit der Marktteilnehmer, ungefähr 80 bis 90 Prozent, Geld verliert. Dies ist eine interessante Tatsache.

Frage: Warum denken Sie, dass man verliert, wenn man der Bewegung, also dem Trend, zu folgen versucht?

Biocchi: Ich glaube, dass die Märkte sehr sensibel, ja sogar hysterisch reagieren, weil sie ununterbrochen von News aus der ganzen Welt beeinflusst werden. Falls der eine oder der andere nun versucht, die richtige Richtung zu erraten, dann verliert er vielleicht. Niemand kann die Zukunft vorhersagen. Ich weiß nicht, wohin der Markt läuft, aber ich weiß immerhin, dass alles, was ich brauche, eine kleine Kursänderung ist. Gleichzeitig ist das auch alles, was ich brauche, um Gewinn zu machen – eine kleine Bewegung. Und solange es Menschen gibt, die an den Märkten handeln, wird es diese kleinen Bewegungen geben. Ich versuche, den geringstmöglichen Profit zu erzielen.

Frage: Das hört sich spannend an. Wie funktioniert das?

Biocchi: Mein durchschnittlicher Gewinn pro Trade ist sehr gering, um 15 bis 20 Euro, aber ich mache jeden Tag eine Menge solcher Trades. Solange ich gute Handelskonditionen bekomme, ist das in Ordnung.

Frage: Habe ich Sie da richtig verstanden? Alles, was Sie brauchen, ist eine kleine Kursänderung?

Biocchi: Ja. In der Regel klappt das prima. Im Jahr 2004, als die Volatilität sehr niedrig gewesen ist, war das ausgesprochen schwierig für mich und auch nicht sehr effektiv. Ich dachte, ich sollte vielleicht etwas an meinem Ansatz ändern, also habe ich versucht, mit der Technischen Analyse zu arbeiten. Nun, es hat sich nicht sonderlich bezahlt gemacht. Eine sehr hohe Volatilität hingegen kann ebenfalls sehr gefährlich werden.

Frage: Was können Sie uns über Risk- und Money Management sagen?

Biocchi: Ich vergleiche mein Trading damit, ein Unternehmen zu leiten. Wenn man ein Restaurant besitzt, wird man vielleicht Wein kaufen, um diesen an die Gäste weiterzuverkaufen. Dann wissen Sie, wie viel Profit Sie erwirtschaften können, wenn Sie eine gewisse Menge an Wein besorgen und diese wieder weiterverkaufen. Genau das tue ich. Ich schiebe mein Geld in den Markt, um es innerhalb von Minuten wieder herauszuziehen und damit immer einen kleinen Gewinn zu erzielen.

Die Summe, die ich auf diese Weise über einen Tag verdiene, ist eigentlich ganz akzeptabel. Aber lassen Sie uns zu unserem Restaurantbesitzer zurückgehen. Vielleicht hängt sein Geschäft von Sommertouristen ab und so wird er wissen, dass er im Winter deutlich weniger Gäste haben wird. Er wird vielleicht entscheiden, dass es reicht, im Winter weniger Wein einzulagern, weil ohnehin kaum jemand kommt. Ich mache ungefähr das Gleiche. Wenn es eng wird am Markt und der Handel nur bei kleinen Umsätzen stattfindet, dann nehme ich Geld von meinem Konto und fange meinetwegen wieder mit der Summe an, die ich ursprünglich einmal hatte.

Frage: Das klingt nach einer tollen Idee. Sie setzen also ihr Konto auf einen geringen Betrag zurück, sobald Sie bemerken, dass das Umfeld für Sie schwieriger wird. Wie kamen Sie zu diesem Schluss?

Biocchi: Stellen Sie sich vor, ich fange bei 5000 Euro an. Das mag sich jetzt nicht einfach anhören, aber ich weiß, dass ich dazu fähig bin, daraus 50 000 Euro zu machen. Das sind 1000 Prozent. Sie werden jetzt denken, dass es dasselbe ist, aus 50 000 eine halbe Million zu machen. Prozentual gesehen ist es dasselbe, aber in der Realität gestaltet sich dies als wesentlich schwieriger. Meine Arbitragetechnik funktioniert, weil die Dimension, in der ich mich mit meinem kleinen Konto bewege so gering ist, dass ich den Big Playern gar nicht auffalle. Mit einem größeren Handelskonto ist der Markt vielleicht nicht dazu in der Lage, Ihre Orders zu absorbieren. Letztes Jahr im Februar hatte ich einmal wieder mit 5000 Euro angefangen, um 50 000 Euro daraus zu machen. Im Oktober hatte ich dann ungefähr 60 000. Dann ist mir ein Anstieg der Volatilität aufgefallen und tatsächlich habe ich dann in den Monaten Oktober und November etwas Geld verloren. Dann habe ich mein Geld in Sicherheit gebracht und mit 5000 Euro im Dezember erneut von vorne angefangen. Mittlerweile bin ich bei knapp 15 000.

Frage: Herzlichen Glückwunsch. Das ist erstaunlich!

Biocchi: Dankeschön. Wenn es nicht gut läuft, dann weiß ich, dass ich mein Geld zurückhalten muss. Wollen Sie wissen, was ich denke? Ich glaube, wenn man das große Geld macht, weil man Glück hatte, dann sollte man es sparen. Aber wenn es nicht am Glück gelegen hat, dann sollte man dazu in der Lage sein, es wieder zu tun. Immer und immer wieder. Deswegen habe ich auch keine Angst. Das ist der größte Teil meiner Strategie. Ich versuche immer, einen Punkt zu erreichen, an dem ich mein Geld mal wieder einsacken und noch einmal mit 5000 anfangen kann.

Frage: Gibt es nicht so etwas wie eine bestimmte Summe, die Sie maximal bei einem einzelnen Trade riskieren wollen? Wie viele Handelspositionen eröffnen Sie gleichzeitig?

Biocchi: Für gewöhnlich halte ich nie mehr als drei offene Positionen. Nachdem ich ein sehr geringes Gesamtrisiko besitze, kann ich leicht mein ganzes Geld in einen Trade
stecken, sogar gehebelt. Ich passe sehr genau auf, also habe ich damit keine Probleme.

Frage: Was ist mit Stopps? Sie müssen doch in irgendeiner Form Stopps einsetzen, oder nicht?

Biocchi: Klar benutze ich Stopps, aber keine Stopp-Orders. Nach zehn Jahren Erfahrung an den Märkten bin ich diszipliniert und selbstsicher genug, eine Position zu schließen, die sich nicht so entwickelt, wie ich es gerne hätte.

Frage: Sehen wir uns einen Ihrer jüngsten Trades an. Auf den ersten Blick sieht das etwas ungewohnt aus. Können Sie erklären, was all diese Zahlen bedeuten?

Biocchi: Wir sehen hier die Level-2-Daten der Italienischen Aktie Banca Popolare di Milano. Wir haben hier drei audgefüllte Orderniveuas auf der Bid-Seite und eine davon ist meine mit 3000 Stück bei 8,13, wie Sie unter dem orangenen Balken in Bild 1 (links) erkennen können. In Anbetracht der Tatsache, dass es die Ask-Orders sind, die mit jedem Tick bedient werden gehe ich davon aus, dass der Kurs kurzfristig nachgeben wird, also verkaufe ich 3000 Stück leer für 8,145 wie Sie der Times-and-Sales-Liste in der rechten Spalte Bild 1 erkennen. Sofort habe ich meine Shortposition mit einer Order bei 8,13 gecovert. Kurz darauf gingen einige Anteile für 8,14 und 8,135 über den Tisch und als diese große Order wieder verschwunden ist, habe ich meine Position bei 8,13 geschlossen.

Frage: Ihr Trade war eine Reaktion auf eine Situation, in der Sie einen größeren kurzfristigen Verkaufsdruck, ausgelöst durch eine verhältnismäßig große Verkaufsorder, ausgemacht haben. Wie erwischen Sie den richtigen Moment für Ihre Aktionen?

Biocchi: Eine Menge Order werden von Software oder automatischen Handelssystemen ausgeführt. Betrachten Sie Bild 1 (links). Nach meinem Verkauf von 3000 Stück kam jemand anderes, der ebenfalls 3000 Stück verkaufte, danach noch einer mit 2000 und dann sogar nochmal 1044. Alles zu einem Kurs von 8,14. Daher besteht die Order in der Level-2-Ansicht in Bild 1 (rechts) aus sechs verschiedene Positionen und einem Gesamtvolumen von 14 954 einzelnen Aktien. Nachdem einige von ihnen dann ausgeführt wurden verschwanden die Restlichen wieder und Vergleichbares ist mit den 8269 Stück bei 8,135 geschehen. Das liegt daran, dass viele Order automatisch eingegeben werden. Der Grund für meinen Einstieg war diese kurze Situation, in welcher die Ask-Seite sehr schnell bedient worden ist, während wir auf der Bid-Seite überwiegend leere – oder eben nicht bediente – Ticks vorfanden.

Frage: Gab es noch andere Gründe? Vielleicht auf eine Big-Picture Analyse bezogen, die Sie irgendwann vorher angefertigt hatten?

Biocchi: Sicherlich. Heute war ein bullischer Tag. Der Gesamtmarkt stieg um über 1,0% an, aber bei meinem Einstieg notierte die Banca Poplare di Milano lediglich 0,3% im Plus. Offensichtlich war dies ein schwächerer Wert. Tatsächlich stand der Kurs eine Stunde später bei 8,07. Mein Trading besteht aus einem breiten Mix verschiedener Denkweisen. Das ist die letzte große Komponente. Man kann es Erfahrung nennen, aber irgendwie ist das schwer zu erklären.

Frage: Wo kommt für Sie das psychologische Element ins Spiel?

Biocchi: Ich denke, beim Trading gibt es nichts Wichtigeres. Wenn Sie guter Laune sind, dann werden Sie vermutlich mehrere Gewinn-Trades bekommen. An schlechten Tagen sollten Sie gar nicht handeln. Wahrscheinlich haben Sie dann keinen Erfolg.

Frage: Was ist Ihr persönlicher Top-Trading-Tipp? Was ist ihr Schlüssel zu Ihrem Erfolg?

Biocchi: In dem Moment, in dem ich einen Trade abschließe, vergesse ich ihn auf der Stelle. Nach dem Trade ist vor dem Trade.

Frage: Seit Ihrem allerersten Trade ist einiges an Zeit vergangen. Können Sie sich an einschlägige Veränderungen erinnern, die Sie auf Ihrem Weg durchgemacht haben?

Biocchi: Natürlich. Alles hat sich verändert. Heute haben wir Software, automatischen Handel und all diese verrückten Dinge. Ich hätte mir automatische Handelssysteme nicht vorstellen können, als ich damals angefangen habe. Natürlich hat sich auch mein persönlicher Stil oft verändert.

Frage: Gab es einen bestimmten Zeitpunkt oder eine Erfahrung, die Sie am meisten verändert hat? Können Sie sich an den Moment erinnern, an dem Sie plötzlich zu den Gewinnern gehörten?

Biocchi: Ich fing an, zu gewinnen, als ich auf diskretionäre Weise zu handeln begann. Mit der Technischen Analyse, wie ich es 2004 versucht habe, war ich nie wirklich erfolgreich, also habe ich wieder damit begonnen, diskretionär zu handeln. Für mich klappt es hervorragend. Ich fühle mich richtig wohl mit meinem Ansatz.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bild1: Beispieltrade

Hier sieht man die Einstiegssituation (links) und Ausstiegssituation (rechts) des Trades. Dieser Short Trade wurde von Davide Biocchi am 19. Februar zwischen 16:20:12 Uhr und 16:20:59 Uhr ausgeführt. Er dauerte 47 Sekunden und brachte einen Gewinn von 25 Euro.