Stiftungen werden immer beliebter, weiß Sandra Bührke-Olbrich, Direktorin Stiftungsmanagement bei der HypoVereinsbank. Eine interessante Neuheit stellt in diesem Zusammenhang der HVB Stiftungsportfolio-Fonds 1 dar. Das Konzept beruht auf drei Säulen und eignet sich sowohl für Stiftungen als auch für Privatanleger, erklärt Markus Bilger, Leiter Private Investment Products bei HVB onemarkets.

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    onemarkets: Wir wissen, dass sich Superreiche wie Microsoft-Gründer Bill Gates, Sportstars wie Philip Lahm und Prominente wie die Schauspielerin Senta Berger stark in Stiftungen für gemeinnützige Institutionen einsetzen. Können sie dem Stiftungsmarkt kurz beschreiben.

    Sandra Bührke-Olbrich: Aktuell gibt es über 22.000 Stiftungen in Deutschland mit einem bekannten Kapital von insgesamt 68 Mrd. Euro. Tendenz steigend. Allein 2018 kamen 554 neue Stiftungen hinzu. Die HypoVereinsbank hat eine über Jahrzehnte reichende Stiftungskultur. Mit der Hypo-Kulturstiftung engagiert sich die Bank beispielsweise im Bereich Kunst und Denkmalschutz. Dazu zählt die Hypo Kunsthalle. Des Weiteren gibt es die HVB Stiftung Geldscheinsammlung. Hier wird die Geschichte des Papiergeldes illustriert. Sie ist die weltweit größte Sammlung an Papiergeld. Hintergrund für den Anstieg des Stiftungsmarkts ist möglicherweise der demografische Wandel: Immer mehr Menschen haben keine Kinder, Enkel oder sonstigen Verwandten, denen sie ihr Vermögen zukommen lassen wollen. Darüber hinaus entschließen sich immer mehr Menschen dazu, gemeinnützige und ökologische Projekte zu unterstützen. Stiftungen haben also in den zurückliegenden Jahren an Bedeutung gewonnen. Das gilt sowohl im rechtsfähigen als auch im treuhänderischen Bereich.

    onemarkets: Worin liegt der Unterschied zwischen rechtsfähigen und treuhänderisch geführten Stiftungen?

    Bührke-Olbrich: Bei einer rechtsfähigen Stiftung wird Vermögen verselbständigt. Das Vermögen hat somit keinen Eigentümer im klassischen Sinne mehr, anders als bei Kapital- (AG, GmbH) oder Personengesellschaften (OHG, KG). Der Stifter legt bei Gründung den Rahmen (u.a. Zweck, Kapitalausstattung, Organisation, Sitz) fest und beantragt die Anerkennung bei der zuständigen Stiftungsaufsicht. Bei Anerkennung wird die Stiftung rechtlich selbstständig. Anders schaut es bei Treuhandstiftungen aus. In diesem Fall wird das vom Stifter stammende Vermögen von einem Treuhänder entsprechend der vertraglichen Vereinbarung (u.a. Zweck, Kapitalausstattung, Organisation) verwaltet. Sowohl rechtsfähige Stiftungen, Kanzleien und Vermögensverwalter bieten derweil die Übernahme solcher Treuhänderschaften an. Darüber hinaus gibt es noch die Stiftungsfonds – nicht zu verwechseln mit Stiftungsfonds als Anlageinstrument – sowie die klassische Zustiftung. In dieser Variante gründen Stifter keine eigene Stiftung, sondern geben ihr Vermögen in eine bereits bestehende Stiftung. Der große Unterschied ist, dass bei Stiftungsfonds anders als bei Zustiftungen das zweckgebundene Vermögen des Stiftungsfonds in einer eigenen Buchhaltung geführt wird. Das ist auch einer der Katalysatoren für den Stiftungsmarkt in den vergangenen Jahren. Fazit ist, dass der Stiftungsmarkt inzwischen so vielfältig geworden ist, dass für jeden Stifter eine passende Lösung gefunden werden kann.

    onemarkets: Was prägt die Verwaltung des Stiftungsvermögens so besonders?

    Bührke-Olbrich: Beim Stiftungsvermögen ist besonders wichtig, dass regelmäßig ordentliche Erträge erwirtschaftet werden. Eine Stiftung ist darauf angewiesen, dass sie die Gelder, die sie bekommt, auch verwenden darf und nicht damit rechnen muss, dass ein Teil davon wieder zurück ins Stiftungskapital gebucht werden muss. Juristen reden in diesem Zusammenhang gern von einer sogenannten Fruchtziehung. Der Baum wächst und der Apfel, der vom Baum fällt ist die Frucht, die gegessen werden darf. Genau darin, dass nur die Frucht verwendet werden darf, liegt jedoch bei vielen Stiftungen das Problem. Wer keine ordentlichen Erträge erwirtschaftet, kann seinen Zweck nicht verwirklichen.

    onemarkets: Aber dies ist ja vermutlich keine Situation, die erst heute bekannt geworden ist oder?

    Bührke-Olbrich: Nein, eigentlich nicht, aber vor 20 Jahren warfen langfristige Bundesanleihen noch jährlich Zinsen von fünf Prozent oder mehr ab. Damit konnte der Zweck oftmals problemlos verwirklicht werden. Heute liegt die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen bei 0 Prozent. Um den Betrieb der unterstützten Institution aufrecht zu erhalten haben einige Stiftungen inzwischen schon anfangen Substanz auszuschütten. Das ist jedoch nicht im Sinne der Stiftung. Vorstände müssen sich stärker damit befassen, das Stiftungsvermögen auf ertragreiche Füße zu stellen. Eine reine Verwaltung reicht nicht mehr. Vielmehr ist dazu heute ein aktiveres Handeln notwendig. Genau daran fehlt es allerdings.

    onemarkets: Wo liegt Ihres Erachtens das Problem?

    Bührke-Olbrich: Nicht nur wir stellen fest, dass das Management von Stiftungen nicht so professionell erfolgt, wie es notwendig wäre. Die Kernkompetenz vieler Vorstände ist oft eng mit dem Zweck der geförderten Institution verbunden. Bei Kindergärten sind häufig Sozialpädagogen für die Stiftung verantwortlich und bei Tierheimen beispielsweise Tiermediziner. Allerdings leben Stiftungen in erster Linie von den Erträgen aus dem Stiftungsvermögen. In diesem Zusammenhang sind Überlegungen vor einer Anlageentscheidung zu treffen und damit einhergehend mit einer Strukturierung des Anlagevermögens zu entwickeln. Für Personen, die bisher mit der professionellen Vermögensanlage wenig Berührung haben, ist das Thema sicherlich eher „ein Buch mit sieben Siegeln“.

    onemarkets: Was wären mögliche Lösungswege?

    Bührke-Olbrich: Wir stellen fest, dass sich immer mehr Stiftungen für das Management externe Beratung holen und zunehmend auf der Suche nach Produkten sind, bei denen sie wissen, was auf dem Konto landet und verwendet werden darf. Außerdem sollten Stiftungsorgane sich gemeinsam mit Ihrem Banker und Anlageberater ein auf das Stiftungsvermögen individuell zugeschnittenes Konzept überlegen. Und auf dieser Grundlage sind die Banker und Anlageberater dann sicherlich in der Lage ein auf die Risikoneigung des Kunden zugeschnittenes Portfolio zu konzipieren. Eine Lösung auf der Anlageseite kann dann unter anderem ein Stiftungsfonds sein, der auf Grund seiner eigenen Fondstruktur bereits die besonderen Bedarfe von Stiftungen berücksichtigt.

    onemarkets: Die HypoVereinsbank hat kürzlich einen Stiftungsfonds entwickelt. Was hat es damit auf sich?

    Bührke-Olbrich: Bei der Konzeption unseres Stiftungsfonds haben wir gezielt die Perspektive einer Stiftung eingenommen. Wir haben uns mit Stiftungen an einen Tisch gesetzt, um zu lernen, welche Wünsche Stiftungen haben, was Ihnen in der Vermögensanlage wichtig ist und welche Richtlinien der Fonds bei der Vermögensverwaltung beachten soll. Auf Basis dieser Erkenntnisse und Wünsche hat die HypoVereinsbank einen Stiftungsfonds strukturiert. Eins der zentralen Punkte ist beispielsweise, dass bei diesem Fonds nur die reine Fruchtziehung und kein investiertes Vermögen ausgeschüttet werden. Als weiteres Merkmal steht der Kapital- und Substanzerhalt im Fokus. Es ist also kein spekulatives Produkt.

    onemarkets: Ordentliche Renditen zu erzielen, wenn der risikolose Zins bei null Prozent liegt, erscheint ein hoffnungsloses Unterfangen. Wie wollen Sie das dennoch erreichen?

    Markus Bilger: Wir haben ein sehr starkes Team, das viel Erfahrung im Management verschiedener Anlageklassen – also Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien – hat. Die Allokation des Fonds steht auf drei Säulen. So können wir bis zu 49 Prozent in Aktien investieren. Hier liegt der Fokus vor allem auf defensive Aktien mit relativ niedrigen Schwankungen und einer hohen Dividendenrendite. Die Niedrigzinsphase der Notenbanken drückt natürlich auf die Renditen am gesamten Anleihemarkt. Um in diesem schwierigen Umfeld dennoch angemessene Renditen erzielen zu können, investiert der Fonds breit diversifiziert in Unternehmensanleihen. Dabei greifen wir auf die Expertise unseres Analystenteams zurück, das eine jahrelange Erfahrung in der Analyse von Unternehmen und entsprechenden Anleihen verfügt. Die dritte Säule ist das Verkaufen von gedeckten Optionen, um auch in Seitwärtstrends Renditen zu erzielen. Der Stiftungsfonds wird aktiv gemanagt. Die gesamte Allokation wird also börsentäglich überprüft und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen. Das Management des Fonds ist nicht darauf ausgerichtet, schnell hohe Erträge zu generieren. Ein Stiftungsfonds ist auf Jahrzehnte ausgerichtet. Daher beruht die Strategie darauf, nachhaltig ordentliche Erträge zu erwirtschaften.

    onemarkets: Börsen sind keine Einbahnstraße. Es kommt immer wieder zu Rückschlägen oder positiven Wertentwicklungen. Was bedeutet das für den Stiftungsfonds?

    Bührke-Olbrich: Klassisch denken Menschen immer nur in Gesamtrendite. Bei Stiftungen und dadurch auch bei Stiftungsfonds muss man allerdings zwischen Kurs- und Ertragsrendite unterscheiden. Eine negative Ertragsrendite ist aus meiner Sicht unmöglich, denn aus Anlagen in Aktien und Anleihen wird es immer Dividenden und Zinsen geben. Den Fall, dass kein Unternehmen Dividenden und kein Schuldner Zinsen zahlt, kenne ich nicht. Es mögen in einem Jahr höher und im nächsten Jahr niedrigere Erträge ausfallen, aber einen gewissen Betrag wird es immer geben. Dies stellt den ordentlichen Ertrag dar, der zur Verwirklichung der jeweiligen Stiftungszwecke bestimmt ist. Kursgewinne und -verluste müssen separat betrachtet werden und sollten keinen Einfluss auf die Ausschüttung des Stiftungsfonds haben. Private Investoren haben meist einen Anlagehorizont von fünf oder zehn Jahren. Bei Stiftungen wird in Jahrzehnten gerechnet. Vor diesem Hintergrund müssen Kursverluste in einzelnen Positionen nicht umgehend aber natürlich langfristig wieder ausgeglichen werden. Dementsprechend ist kurzfristig gesehen eine negative Kursveränderung bei einem Stiftungsfonds zwar nicht schön, aber über einen langfristigen Horizont durch die Marktbewegungen und das Fondsmanagement sicherlich wieder ausgleichbar.

    onemarkets: Gibt es Guidelines für den Stiftungsfonds

    Bilger: Neben dem bereits angesprochenen Fokus auf defensive und dividendenstarke Titel spielen in der Allokation des Fonds natürlich die Themen Nachhaltigkeit und ESG eine große Rolle. Die englische Abkürzung ESG steht dabei für Umwelt, Sozial und Governance. Das Fondsmanagement achtet somit darauf, dass nur in Unternehmen investiert wird, die bspw. keine Menschenrechtsverletzungen begehen. Um dies sicherzustellen arbeiten wir mit dem renommierten Analystenhaus ISS-oekom zusammen. Alle Werte im Fonds wurden vorher von ISS-oekom überprüft und wurden von deren Seite als ESG-nachhaltig eingestuft.

    onemarkets: Eignet sich der Stiftungsfonds nur für Stiftungen?

    Bührke-Olbrich: Natürlich richtet sich dieser Fonds primär an die Bedürfnisse von Stiftungen. Schließlich bieten wir damit Stiftungen ein Produkt, das einerseits den langfristigen Werterhalt des Vermögens und andererseits die regelmäßige Ausschüttung von Erträgen zur Erfüllung des jeweiligen Zwecks im Fokus hat. Dabei haben Verwalter von Stiftungen Zugang zur breit diversifizierten Finanzmarktexpertise der HypoVereinsbank und können somit den Fokus auf den Zweck der Stiftung richten. Darüber hinaus können auch andere Investoren (Privatpersonen, Unternehmen, Vereine usw.) investieren, die einen nachhaltigen Fonds mit regelmäßigen Ausschüttungen favorisieren. Es ist also ein Publikumsfonds, der an den Börsen gelistet ist und somit jederzeit ge- und verkauft werden kann.

    onemarkets: Frau Bührke-Olbrich und Herr Bilger, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

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    Für Produktinformationen sind allein maßgeblich der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen und Informationen unter: www.onemarkets.de.

    Funktionsweisen der HVB Produkte .

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    Der Beitrag Interview: „Ziel unseres Stiftungsfonds ist die nachhaltige Erzielung von Erträgen“ erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).