Contingent Convertible Capital-Bonds (CoCo-Bonds) sind nachrangige Anleihen mit langer Laufzeit, die beim Eintritt bestimmter Bedingungen automatisch in Eigenkapital gewandelt werden. Im Unterschied zu normalen Wandelanleihen haben die Anleger aber kein Umtausch- und Wahlrecht, da die Wandlung nur vom Eintritt der Wandlungsbedingungen abhängt. Wegen des höheren Risikos bieten CoCo-Bonds eine relativ hohe Verzinsung und sind deshalb eine interessante Alternative auch für Fondsanleger.

CoCo-Bonds sind eine relativ neue Anlageklasse und spielen insbesondere bei der Finanzierung von Banken eine zunehmend wichtige Rolle. Regulierungsbehörden setzen große Hoffnungen in CoCo-Bonds. Denn diese neue Anlageklasse könnte dafür sorgen, dass Banken automatisch mit Eigenkapital versorgt werden, wenn sie es am dringendsten benötigen. Durch CoCo-Bonds werden Fremdkapitalgeber unter bestimmten Bedingungen zu Aktionären des jeweiligen Kreditinstituts. Die Bedingungen, die konkret zur Wandlung der CoCo-Bonds in Aktien führen, können sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich gilt allerdings, dass die Investoren oft zu einem ungünstigen Zeitpunkt vom Fremdkapitalgeber zum Aktionär werden – beispielsweise dann, wenn die Eigenkapitalquote des Unternehmens unter einen bestimmten Schwellenwert gesunken ist oder die Aufsichtsbehörde die Wandlung der Anleihen wegen unzureichender Eigenkapitalausstattung anordnet. Die Eintrittsbedingungen für die Wandlung werden auch als „Trigger Event“ bezeichnet und sind in den Anleihebedingungen festgeschrieben.

CoCo-Bonds sind mit Risiken behaftet, die normale Anleihen nicht aufweisen. Wegen des höheren Risikos, das tendenziell mit Aktieninvestments vergleichbar ist, haben CoCo-Bonds eine vergleichsweise hohe Verzinsung. Dies macht CoCo-Bonds gerade in der derzeitigen Niedrigzinsphase zu einer attraktiven Anlageklasse – sofern man als Anleger davon überzeugt ist, dass die strukturellen Probleme im Finanzsektor weitgehend überstanden sind und das Risiko weiterer substantieller Verluste bei den Finanzhäusern eher gering ist.

Mit dem Swisscanto (LU) Bond Invest CoCo H EUR B (ISIN: LU0599119707) gibt es inzwischen auch einen Fonds, der gezielt in CoCo-Bonds investiert. Da allerdings der Markt für CoCo-Bonds bisher noch keine ausreichende Größe erreicht hat, um eine sinnvolle Diversifikation zu erlauben, erwirbt der Fonds bis auf weiteres auch andere nachrangige Anleihen von Kreditinstituten. Die Fondswährung ist der Euro, Fremdwährungsanlagen werden gegenüber dem Euro abgesichert.

Vom Fondsvermögen entfallen per 31.05.2013 rund 57,4% auf Bonds der Bonitätsklasse BBB am unteren Rand des Investment-Grade-Bereichs. 41,2% entfallen sogar auf die Non-Investment-Grade-Bewertungen BB und B. Nur geringe 9,4% am Fondsvermögen machen Bonds mit den Bonitätsnoten AA und A aus. Eine hohe Gewichtung im Fonds haben Schuldverschreibungen von US-Banken (19,3%), Kredithäusern aus Großbritannien (17,6%) sowie französischen Geldhäusern (14,6%).

Nach seiner Auflegung am 31.05.2011 verzeichnete der Fonds zunächst eine negative Wertentwicklung. Im Jahr 2011 verbuchte der Fonds ein Minus von 9,67 Prozent, bevor er im Jahr 2012 von der Erholung in der Eurokrise profitierte und um 29,22 Prozent zulegen konnte. Seit Jahresbeginn 2013 steht bisher ein Plus von 2,65 Prozent zu Buche. Erträge des Fonds werden nicht an die Anleger ausgeschüttet sondern thesauriert. Beim Kauf des Fonds wird ein Ausgabeaufschlag von 5,0% erhoben. Die Total Expense Ratio (TER) beträgt 1,49% p.a.

PortfolioJournal Tipp:

CoCo-Bonds sind in der derzeitigen Niedrigzinsphase eine interessante Alternative zu Unternehmensanleihen. Der Swisscanto-Fonds ermöglicht auch Privatanlegern die Investition in diese neue Anlageklasse. Wegen der besonderen Risiken, die teilweise mit Aktieninvestments vergleichbar sind, sollten aber nur risikobewusste Anleger mit langfristiger Perspektive eine Investition in CoCo-Bonds in Erwägung ziehen. Außerdem eignet sich der Fonds bestenfalls als Depotbeimischung. Anleger, die mit weiteren Problemen im Finanzsektor rechnen, sollten von diesem Fonds die Finger lassen.

Oliver Baron

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