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Bei Investitionen kann man zwischen drei Säulen unterscheiden. Da sind einmal die Investitionen der Haushalte. Diese sind mehr oder minder auf Immobilien begrenzt. Dann sind da noch staatliche Investitionen, z.B. in Infrastruktur und zu guter Letzt gibt es noch die Investitionen der Unternehmen.

Die Investitionen der Haushalte sind in den USA positiv, wenn auch schwächer als in den Vorkrisenjahren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Banken ihre Kreditvergabestandards verschärft haben. Der Staat investiert ebenfalls vergleichsweise wenig. Grafik 1 zeigt die jährlichen Investitionsausgaben der US-Regierung. Diese tendieren seit fast fünf Jahren seitwärts.

Die Investitionen reichen derzeit nicht einmal aus, um die Infrastruktur auf dem aktuellen Niveau zu halten. Bei jährlichen Ausgaben von mehr als 600 Mrd. Dollar erscheint das fast unmöglich, doch „investiert“ wird vor allem in Rüstung. Persönlich würde ich anzweifeln, ob man das überhaupt als Investment zählen darf.

Der Staat kann praktisch nicht mehr investieren. Schon jetzt sind die Defizite hoch. Es bleibt einfach kein Spielraum mehr. In den USA wird sich dieser Umstand noch verstärken, wenn die Steuersenkungen wie vorgeschlagen beschlossen werden. Bei hochgradig optimistischen Wachstumsprognosen würde das Defizit pro Jahr um 150 Mrd. ausgeweitet werden. Da bleibt einfach kein Platz mehr für Investitionen.

Der Staat kann nicht investieren, weil ihm das Geld fehlt. Privathaushalte würden, doch sie bekommen nicht mehr so leicht Kredit wie früher. Die Bürde liegt also auf Unternehmen. Diese gleichen die geringen Investitionen in den anderen beiden Bereichen jedoch nicht einmal ansatzweise aus.

Die Investitionen der Unternehmen sind seit Jahrzehnten im Rückwärtsgang. Das Wachstum von Jahr zu Jahr fällt geringer aus (Grafik 2). Dafür gibt es einen guten Grund. Unternehmensinvestitionen orientieren sich am Konsumwachstum. Wächst der Konsum, dann wird auch investiert.

Diese Systematik macht absolut Sinn. Investitionen in Maschinen, Produktionsstätten und auch IT müssen sich auszahlen. Nehmen Konsumenten die zusätzlichen Produkte nicht ab, würden die Investitionen Wert vernichten, anstatt welchen zu schaffen. Kein vernünftiger Mensch macht das.

Das Konsumwachstum schwächt sich nun seit Jahrzehnten ab. Das liegt daran, dass Privathaushalte nicht mehr so sehr über ihren Verhältnissen leben können. Bis zur Krise konnten sie das. Kredite wurden ihnen nachgeschmissen. Inzwischen ist das nicht mehr der Fall. Zudem sind die Schulden der Haushalte noch immer hoch. Sie sind niedriger als 2008, im historischen Vergleich aber immer noch überdurchschnittlich.

Ohne Konsumwachstum gibt es auch kein Wachstum der Investitionen. So einfach ist das. Da können Notenbanken auf- und niederspringen wie sie wollen. Mehr zu investieren macht in diesen Tagen absolut keinen Sinn.

Clemens Schmale

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