SMS (Investors Social Media Sumup): Was prominente Investoren, Ökonomen und Börsenjournalisten twittern und bloggen... Heute: Marc Faber rechnet zwar mit einem Einbruch an den Aktienmärkten, sieht aber einige Chancen in Europa. Welche Aktien er jetzt besitzt lesen Sie nur hier!

Marc Faber

Kurseinbruch in 1-2 Monaten!

"Wir könnten jetzt in die finale Beschleunigungsphase an den Aktienmärkten kommen. Der S&P 500 könnte noch bis 1.750 oder sogar 2.000 Punkte in den kommenden ein bis zwei Monaten ansteigen, bevor es zum Kollaps kommt. Menschen mit Vermögen sind alle dem Untergang geweiht, weil die Preise von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Sammlerstücken übertrieben hoch sind."

Europa bietet Chancen

"Ich war lange Zeit pessimistisch für Europa, obwohl ich Aktien einiger Schweizer Versicherer nach der Krise in 2009 gekauft habe. Dann habe ich im letzten Mai mir Europa noch einmal genauer angeschaut, weil die Stimmung so schlecht war. Der S&P500 hatte sich seit den Tiefs im Jahr 2009 verdoppelt, aber viele europäische Märkte waren bei oder unter ihren Tiefs aus dem Jahr 2009. Irgendetwas war da aus dem Gleichgewicht geraten. Zum ersten Mal in einem Leben kaufte ich europäische Aktien und ich plane, noch mehr davon zu kaufen. Vor kurzem schrieb das US-Anlegermagazin Barron’s positiv über europäische Telekommunikationsunternehmen, inklusive France Telecom, Telecom Italia, Telefonica und Deutsche Telekom. Ich besitze Aktien all dieser Unternehmen, genauso wie Aktien von Portugal Telecom. Ich empfehle ein paar weitere europäische Aktien, inklusive GDF Suez, Veolia Environnement, Iberdrola und Energias de Portugal. Ich mag auch Novartis."

Gold bleibt attraktiv

"Gold ist um 30% gesunken im Vergleich zum Hoch im Jahr 2011 von 1.921 Dollar, aber Gold hat seit 1999 damit immer noch besser abgeschnitten als Finanzanlagen. Eine Korrektur war überfällig. Ich habe ungefähr 25% meines Vermögens in Gold investiert und kaufe jeden Monat weiteres Gold. Wenn die Vermögenspreisblase platzt, werden Finanzanlagen besonders verwundbar sein."

Mögliche Short-Position auf US-Märkte

"Ich halte derzeit 25% meiner Anlagen in Form von Aktien. Ich bin bisher keine Short-Positionen eingegangen, aber ich bin in großer Versuchung, eine Short-Position auf den S&P 500 oder den Russell 2000 zu eröffnen. Ich besitze keine US-Aktien, aber ich habe einige asiatische Werte, unter anderem REITs in Singapur. Die Märkte auf den Philippinen, in Indonesien und in Thailand haben sich seit der Krise vervierfacht und sind nicht mehr attraktiv. Aber ich halte immer noch ein paar Aktien mit hoher Dividendenrendite in diesen Märkten. Drei andere Märkte, Japan, Vietnam und China haben sich für den größten Teil des vergangenen Jahres miserabel entwickelt. Ich bin nicht besonders scharf auf chinesische Aktien, aber wenn sich die Bedingungen verschlechtern und China wie verrückt Geld druckt, wird sich die Währung abschwächen und Aktienkurse werden steigen. Ich besitze einige Aktien in Hongkong, aber nicht mit großem Enthusiasmus. Ich besitze Swire Pacific, Hang Seng Bank, Sun Hung Kai Properties und Fortune REIT, einen Betreiber von Einkaufszentren. Eine China-bezogene Aktie die ich mag ist China Mengniu Dairy [ein Produzent und Distributor von Milchprodukten, Anm. d. Red.]."

Japanischer Markt wird Tief aus 2012 nicht unterschreiten

"Der japanische Aktienmarkt befindet sich jetzt in einer Korrektur. Aber während sich der US-Markt an einem langfristigen Hoch befindet, haben japanische Aktien im Jahr 2012 einen Tiefpunkt markiert, unter den sie für sehr lange Zeit nicht mehr sinken werden. Ich besitze auch ein paar japanische REITs, unter anderem Premier Investment, Activia Properties. Ich mag besonders den Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo, weil sich die Aktie nicht weit bewegt hat und eine hohe Dividende zahlt."

Der kleine Mann zahlt die Zeche

"Ich besitze Aktien, und ich sollte Herrn Bernanke dankbar sein. Die Fed hat das System mit Geld geflutet. Das Problem ist aber, dass das Geld nicht gleichmäßig ins System fließt. Die wirtschaftliche Aktivität und die Vermögenspreise steigen nicht synchron. Stattdessen führt die Geldflut zu gefährlichen Übertreibungen in einzelnen Ländern und Anlageklassen. Das Gelddrucken hat die kolossale Blase am Aktienmarkt 1999 und 2000 befeuert, als der Nasdaq sich mehr als verdoppelte und sich völlig von der wirtschaftlichen Realität entfernte. Das Gelddrucken hat auch die Immobilienblase im Jahr 2008 befeuert und anschließend die Blase bei den Rohstoffpreisen. Aktuell fließt das Geld in Vermögenswerte der Oberschicht, wie Aktien, Anleihen, Wein, Schmuck und Luxuximmobilien. Die Kunstauktionshäuser verbuchen Rekordumsätze. Die Immobilienpreise in den Hamptons [Tourismusregion auf Long Island, rund 130 bis 230 Kilometer von New York entfernt] sind um 35% im vergangenen Jahr gestiegen. Der frühere Citigroup-Chef Sandy Weill hat 2007 eine Luxuswohnung in Manhattan für 43,7 Millionen Dollar gekauft. Er verkaufte sie im vergangenen Jahr für 88 Millionen Dollar. Das Gelddrucken hilft nur den Leuten, die dem Geldfluss am nächsten kommen. Es hilft nicht dem Arbeiter in Detroit oder der großen Mehrheit der Mittelschicht. Das Gelddrucken führt zu einer immer größeren Kluft zwischen arm und reich. Die Mehrheit verliert, und die Minderheit gewinnt. Obwohl ich selbst von dieser Geldpolitik profitiert habe, kann ich sie als Ökonom und Beobachter der gesellschaftlichen Realität nicht gutheißen."

Aufstand gegen die Wohlhabenden absehbar

"In den westlichen Demokratien wird eine große Anzahl von Leuten einen Aufstand gegen die Wohlhabenden beginnen. In der Geschichte wurden immer Minderheiten zum Ziel von Angriffen. Jetzt wird es die Reichen treffen, mit einer Vermögenssteuer oder deutlich höheren Steuersätzen. Irgendwann wird es für die Reichen sehr ungemütlich werden."

Nouriel Roubini

Aktienmärkte steigen vorerst weiter

„Ich glaube, dass der Aktienmarkt noch für ein bis zwei Jahre steigen wird, weil wir QE noch mindestens bis zur Mitte des kommenden Jahres haben werden. Die Fed wird meiner Meinung nach erst Ende 2013 eine Reduzierung der Anleihekäufe ankündigen und dann bis Mitte 2014 die Käufe auf null zurückführen. Den Leitzins will die Fed erst anheben, wenn wir eine Arbeitslosenquote von 6,5% erreicht haben. Das wird erst Ende 2014 oder Anfang 2015 der Fall sein. Wenn die Fed den Exit umsetzt, wird sie dabei sehr langsam vorgehen müssen. Weil die Wirtschaft weiter schwach ist, das Risiko einer Korrektur an den Aktienmärkten besteht und die Arbeitslosigkeit weiter hoch ist. Wenn die Fed so langsam die Leitzinsen erhöht wie zwischen 2004 und 2006, haben wir zwei weitere Jahre an billigem Geld und das ist in der Tendenz gut für die Vermögenspreise. Wir werden einzelne Korrekturen auf dem Weg haben, aber insgesamt wird es steigende Kurse geben.“

Finanzmärkte und Realwirtschaft werden sich wieder angleichen

“Aus meiner Sicht wird sich die Wirtschaft weiter nur schleppend erholen. Die Wachstumsgeschwindigkeit liegt unter dem Trendwachstum. Auch die letzten Wirtschaftsdaten wie der ISM-Index oder die persönlichen Konsumausgaben und die Einzelhandelsumsätze deuten darauf hin, dass sich das Wachstum nicht beschleunigen wird. Die Inflationsrate sinkt sogar. Die Märkte sind besorgt, dass die Fed ihre Anleihekäufe früher als bisher erwartet zurückfahren wird. Ich glaube aber, dass das erst später geschehen wird und die Märkte deshalb vor einer Rally stehen. Wir befinden uns wegen der Sorgen um eine Reduzierung der Fed-Anleihekäufe in einer Situation, in der gute Nachrichten zu sinkenden Kursen und schlechte Nachrichten zu steigenden Kursen führen. […] Das ist das Rezept für steigende Kurse an den Aktienmärkten, aber wenn man eine große Kluft zwischen den Finanzmärkten und der Realwirtschaft hat, zwischen den Vermögenspreisen und den fundamentalen wirtschaftlichen Daten, wird sich diese Diskrepanz irgendwann wieder angleichen. Entweder wird sich das Wirtschaftswachstum beschleunigen und damit die hohen Bewertungen rechtfertigen, oder, wenn sich die Vermögenspreise zu weit von den fundamentalen Faktoren entfernen, kommt es irgendwann zu einer Korrektur. Es gibt zwei Kräfte: Das schwache Wachstum, dass die Vermögenspreise nach unten ziehen will, und die hohe Liquidität, die die Märkte nach oben ziehen will. Im Moment ist die zweite Kraft stärker als die erste, aber auf lange Sicht kann diese Kraft den wirtschaftlichen Fundamentaldaten trotzdem nicht trotzen.“

(Zitate teilweise redigiert)
Zusammenstellung/Übersetzung: Oliver Baron