Als Donald Trump im Jahr 2016 sehr überraschend die US-Präsidentschaftswahl gewann, da brachen die Börsen kurzzeitig ein. Allerdings nur kurzzeitig. Denn nachdem die Futures in der Nacht kollabierten, erholten sie sich sehr schnell wieder. Bis zum DAX-Handelsstart war das Schlimmste vorüber. Der Hedgefondsmanager und Trump-Unterstützer Carl Icahn verdiente Medienberichten zufolge in der Wahlnacht rund eine Milliarde Dollar, weil er nach dem Verlassen von Trumps Wahlparty auf eine Erholung der Märkte wettete.

Zu Beginn von Trumps Amtszeit erwies sich der neue US-Präsident dann fast schon als Garant für steigende Aktienkurse. Vor allem seine Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen kurbelten die Wirtschaft an. Doch in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit verspielte Trump viel Vertrauen. Die Handelskonflikte mit China und Europa und vor allem Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie machten den US-Präsidenten zunehmend auch bei Börsianern unbeliebt.

Aktuell scheinen die Börsen die Aussicht auf einen klaren Biden-Wahlsieg bei der heutigen Präsidentschaftswahl bereits vorwegzunehmen. Biden liegt nicht nur in den landesweiten Umfragen, sondern auch in den entscheidenden "Swing States" deutlich vor Amtsinhaber Trump. Zuletzt machte Trump zwar in den Umfragen wieder etwas Boden gut, allerdings wohl nicht genug, um die Wahl noch zu gewinnen.

Nach Simulationen der auf Statistik und Datenjournalismus spezialisierten News-Website FiveThirtyEight von ABC News beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Biden-Wahlsieg ganze 89 Prozent. Trump hat demnach nur eine Chance von 10 Prozent, die Wahl noch zu gewinnen.

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Auf dem Prognosemarkt PredictIt.com wird die Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg von Biden auf 64 Prozent taxiert, ein Wahlsieg von Trump wird nur zu 43 Prozent eingepreist.

Wahr bleibt allerdings, dass auch 2016 die Umfragen, Prognosemärkte und Simulationen einen Wahlsieg von Hillary Clinton vorhersagten, der sich dann aber nicht manifestierte.

Trotzdem scheinen die Märkte derzeit einigermaßen zuversichtlich zu sein. Das liegt nicht nur am wahrscheinlichen Biden-Wahlsieg, sondern vor allem daran, dass ein Wahlausgang mit klarem Ergebnis zumindest nach den Umfragen und Prognosen sehr wahrscheinlich ist. Je klarer der Wahlausgang, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass nach der Wahl die unterlegene Seite ihre Niederlage nicht anerkennt.

Für die Börsen dürfte entscheidend sein, dass es möglichst bald ein klares Wahlergebnis gibt und der Verlierer seine Niederlage auch eingesteht. In der Vergangenheit ließ Trump Zweifel daran erkennen, ob er einen Biden-Sieg auch anerkennen würde. Sollte der Wahlausgang tatsächlich für längere Zeit umstritten sein, wäre das Gift für die Börsen. Das gilt ganz besonders, falls es auch zu gewaltsamen Unruhen im Anschluss an die Wahl kommen sollte. Die Aussicht auf ein klares Wahlergebnis hingegen dürfte das sein, was seit gestern die Kurse beflügelt.


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