• Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 26.289,98 $

Um mehr als 40 Prozent haben sich die wichtigsten Aktienindizes seit dem Corona-Crash im Februar und März inzwischen wieder erholt. An der US-Technologiebörse Nasdaq haben die Indizes Nasdaq-100 und Nasdaq Composite inzwischen sogar wieder neue Rekordstände erreicht.

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Entwicklung wichtiger Aktienindizes seit Jahresbeginn

Doch während vor allem Privatanleger in den USA optimistisch sind und in der Krise wie verrückt Aktien gekauft haben, bleiben die Börsen-Profis in der Mehrzahl weiter skeptisch. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Bank of America. Die US-Großbank befragt monatlich die weltweite Fondsmanager-Elite nach ihren Aussichten für Markt und Wirtschaft. An der jüngsten "Fund Manager Survey" nahmen insgesamt 212 Fondsmanager von Investmentfonds, Hedgefonds und Pensionsfonds teil, die zusammen 598 Milliarden Dollar an Anlagegeldern verwalten.

Wie im Vormonat bleiben die Fondsmanager in Bezug auf die Kurserholung seit den März-Tiefs weiter sehr skeptisch. Nur 37 Prozent der befragten Fondsmanager halten die Kurserholung für den Beginn eines neuen Bullenmarktes. Eine Mehrheit von 53 Prozent glaubt hingegen, dass das kräftige Kursplus nur eine Bärenmarktrally ist. Als Bärenmarktrally bezeichnet man kräftige Kurserholungen, die im Zuge einer längerfristigen, übergeordneten Abwärtsbewegung auftreten.

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Auch wenn die Mehrzahl der Fondsmanager weiter skeptisch bleibt, so bröckelt doch langsam die Überzeugung der Bären. Denn im Mai hatten noch 68 Prozent die Kurserholung als Bärenmarktrally bezeichnet und nur 25 Prozent als neuen Bullenmarkt klassifiziert. Einige der ehemaligen Bären unter den Fondsmanagern sind also inzwischen ins Bullenlager übergewechselt.

Auch die weltweite Fondsmanager-Elite sieht offenbar eine zunehmende Entkopplung des Aktienmarkts von der Realwirtschaft. Denn 78 Prozent der befragten Fondsmanager halten den Aktienmarkt derzeit für "überbewertet". Das sind mehr als jemals zuvor seit dem Jahr 1998, als die monatliche Befragung startete. Sogar auf dem Höhepunkt der Internetblase in den Jahren 1999 und 2000 hielten weniger Fondsmanager als aktuell den Aktienmarkt für überbewertet. Als den "most crowded trade", also den am häufigsten umgesetzten (und deshalb womöglich etwas "überdehnten") Trade bezeichnen 72 Prozent der Fondsmanager die Wette auf steigende Kurse bei US-Technologie- und Wachstumsaktien.

Doch die Börsenexperten sind nicht nur für den Aktienmarkt pessimistisch, sondern auch für die Realwirtschaft. Nur 18 Prozent der befragten Fondsmanager rechnen mit einer V-förmigen, also schnellen Erholung der Wirtschaft. Die deutliche Mehrheit glaubt an eine U-förmige oder eine W-förmige Erholung, bei der die Erholungsphase deutlich länger dauert als der vorherige Einbruch.

Fazit: Die Rally seit den März-Tiefs ist von einer extremen Skepsis der meisten Börsenprofis begleitet, während zahlreiche US-Privatanleger wie verrückt auf steigende Kurse wetten. Inzwischen bröckelt aber ganz langsam die Überzeugung der Profis, dass es sich bei der Erholung nur um eine Bärenmarktrally handelt. Die Mehrheit ist zwar weiter dieser Meinung, doch mit den steigenden Kursen sind inzwischen einige ehemaligen Bären unter den Fondsmanagern ins Bullenlager gewechselt. Sollte sich diese Tendenz fortsetzen, könnte dies für weiter steigende Kurse sprechen.


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