Die Nachfrage nach Gütern war lange nicht so hoch wie jetzt. Während der Krise wuchs die Nachfrage nach Gütern rasant an. Man konnte ja viele Dinge nicht tun, z.B. ins Restaurant oder Kino gehen. Der Konsum wurde umgelenkt. In Deutschland wuchs der Umsatz bei Konsumgütern so stark, dass man 20 Jahre zurückgehen muss, um einen ähnlichen Anstieg zu finden. In den USA war es nicht anders. Dort legten die Umsätze so stark zu wie zuletzt 2010. Damals schnappte die Wirtschaft von der Finanzkrise zurück. Im Gegensatz zu damals ist die Krise heute noch nicht vorüber. Wir befinden uns mitten drin. Das die Umsätze trotzdem so stark steigen ist Kurzarbeit in Europa bzw. höheres Arbeitslosengeld und Direktzahlungen in den USA zu verdanken. Wegen der hohen Nachfrage sind auch Einkaufsmanager in Feierlaune. Die Lager sind leer. Man kommt den Bestellungen kaum hinterher. In Rekordtempo stieg die Stimmung auf Hochs, die nur selten erreicht werden. In den USA stieg der Index über die Marke von 60 Punkten. Ab 50 Punkten wächst die Wirtschaft. Soweit die guten Nachrichten. Jetzt kommen die schlechten...

Keiner erwartet, dass es so weitergeht. Der Saldo aus Erwartungen und Lagebeurteilung befindet sich gerade im freien Fall (Grafik 1). Der Saldo basiert auf dem Index der regionalen Notenbank von Philadelphia und geht dem breiten Einkaufsmanagerindex um ca. drei Quartale voraus. Man muss also davon ausgehen, dass der Einkaufsmanagerindex demnächst wieder sinkt und einen längeren Abwärtstrend beginnt.


Wieso aber sollte das Anleger überhaupt interessieren? Einkaufsmanagerindex und Aktienmarkt gehen Hand in Hand (Grafik 2). Das gilt seit jeher. Sinkt nun der Einkaufsmanagerindex wieder, wird es dem S&P 500 schwerfallen weiter zu steigen. Tritt alles so ein wie Grafik 1 vermuten lässt, müsste der S&P 500 bis Jahresende sogar Richtung 3.700 Punkte fallen.


Auf dem Weg dorthin kann freilich alles geschehen. Der S&P 500 kann auf 4.500 Punkte steigen und dann fallen, aber ebenso gut auf 3.000 Punkte fallen und von dort wieder ansteigen. Eine Korrektur bzw. ein fairer Wert auf Basis der Wirtschaftsdaten im Bereich von 3.700 Punkten ist immerhin keine Katastrophe. Im Vergleich zum aktuellen Punktestand ist der Korrekturbedarf minimal.

Das Abwärtsrisiko ist moderat. Auf der Oberseite bestehen auch Chancen. Kommt das 1,9 Billionen Konjunkturprogramm der neuen US-Regierung, können sich die Stimmung und Erwartungen wieder aufhellen. Auf Basis der aktuell im Markt verarbeiteten Information ergibt sich in den nächsten Monaten aber erst einmal ein deutlicher Dämpfer für den Boom.

Clemens Schmale


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