6 % beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung bei der nächsten Fed-Sitzung am 28. Oktober, 31 %, dass es am 16. Dezember passiert. Ben Bernanke, jetzt Hedgefondsberater, damals Chef der US-Notenbank, glaubt ein Zins von 1 % wäre nicht machbar mit einer Konjunktur, wie sie sich in den Vereinigten Staaten gerade gestalte. Der Aussage, dass vier Mal Zinsen um 25 Basispunkte anzuheben der Konjunktur nichts ausmache, könne er sich nicht zu 100 % anschließen, sagte er gestern. Höhere Zinsen würden den US-Export abwürgen, der USD könnte zu hoch laufen. Der mittelmäßige Arbeitsmarktbericht für September, so Bernanke, sei ein Negativpunkt für den Plan der US-Notenbank, die Zinsen noch in diesem Jahr zu erhöhen. Es fehle an Ausrüstungsinvestitionen und die Produktivität nehme ab, beides könne die US-Notenbank nicht alleine verbessern, sondern brauche Hilfe von der Politik. Ist es das, was die Märkte antizipieren? Wollen sie neue Wahlversprechen der neuen US-Regierung? Interessanterweise brachte der Arbeitsmarktbericht vom Freitag bislang steigende Wahrscheinlichkeiten für eine erste Zinsanhebung erst im Jahr 2017 – also nach den US-Präsidentschaftswahlen, und sinkende Wahrscheinlichkeiten, dass es noch vor den Wahlen passieren wird.

    Das ist auch exakt die Meinung von Goldman Sachs, wenn das Wachstum über dem Trend der letzten Quartale liegen würde könnte man ja generell einen Zinsschritt wagen, denn eine Wachstumsdelle wie die aktuelle würde dann lediglich eine Pause der Erholung am Arbeitsmarkt und eine nur vorübergehend tiefere Inflation bedeuten. Da das Wachstum aber das gesamte Jahr über eher enttäuscht habe und unter Trend liege trage die aktuelle Wachstumsdelle die Gefahr in sich, die Erholung am Arbeitsmarkt komplett zum Erliegen zu bringen, wodurch auch die Inflation noch tiefer sinken könnte. Entsprechend sei eine Verlängerung der Nullzinspolitik laut Jan Hatzius, dem Chefvolkswirt von Goldman Sachs, empfehlenswert, möglicherweise sogar bis ins Jahr 2016 hinein, und vielleicht sogar darüber hinaus. Also auch Goldman Sachs spricht mittlerweile davon, dass die US-Notenbank ihr optimales Möglichkeitsfenster für eine oder mehrere Leitzinsanhebungen verpasst haben könnte.

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