Washington (Godmode-Trader.de) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) traut der Weltwirtschaft in diesem Jahr ein stärkeres Wachstum zu als noch zuletzt. Als Gründe werden die positiven Wirkung der Impfkampagnen und weitere fiskalische Anreize in einigen größeren Industriestaaten genannt. So erwartet die Organisation in diesem Jahr nun ein Wachstum von 5,5 Prozent - und damit 0,3 Prozentpunkte mehr als in der letzten Vorausschau im Oktober. Für das kommende Jahr prognostiziert der IWF weiterhin ein globales Wirtschaftswachstum von 4,2 Prozent. „Trotz der hohen und steigenden menschlichen Kosten der Pandemie scheint sich das Wirtschaftsleben an die weniger kontaktintensiven Aktivitäten zu gewöhnen", so der Währungsfonds.

Für Deutschland und Europa erwartet der IWF in diesem Jahr gleichwohl ein schwächeres Wachstum als im vergangenen Herbst noch angenommen. Für Deutschland senkt der IWF seine Prognose für 2021 um 0,7 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent, gefolgt von einem Wachstum von 3,1 Prozent im Jahr 2022. Für die Eurozone insgesamt nahm der IWF seine Prognose für 2021 um 1 Prozentpunkt auf ein Plus von 4,2 Prozent zurück. Für die weltgrößte Volkswirtschaft USA wird ein Wachstum von 5,1 Prozent erwartet, ganz zwei Prozentpunkte mehr als noch im Oktober. Der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China trauen die IWF-Ökonomen ein deutliches Plus von 8,1 Prozent zu.

Jede Wirtschaftsprognose ist derzeit auch eine Corona-Prognose und damit mit Unsicherheiten behaftet. Darauf weist der IWF explizit hin. Das erinnert fast schon an den Beipackzettel eines Medikaments. Alle Prognosen seien angesichts der Pandemie und der Zunahme der Infektionen in vielen Industriestaaten Ende vergangenen Jahres weiter mit einer großen Unsicherheit verbunden, so Chefvolkswirtin Gita Gopinath: „Um die Pandemie zu beenden, hängt jetzt viel ab von dem Rennen zwischen einem mutierenden Virus und den Impfungen sowie von der Fähigkeit der Politik, effektive Unterstützung zu gewährleisten, bis es soweit ist", erklärte Gopinath.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer zeichnet der IWF ohnehin ein verheerendes Bild. „Fast 90 Millionen Menschen dürften 2020 und 2021 in extreme Armut geraten", sagte Gopinath. Die IWF-Chefökonomin appellierte an Regierungen weltweit, die Anstrengungen bei der Bewältigung der Corona-Krise aufrecht zu erhalten. Ausgaben zugunsten der Gesundheitsversorgung und Hilfen für Bedürftige solle möglichst Priorität eingeräumt werden, so Gopinath. Allerdings müsse bei diesen Initiativen auch beachtet werden, dass die Staatsschulden langfristig nicht außer Kontrolle geraten.