Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der US-Notenbank empfohlen, die erste Leitzinserhöhung seit der Finanzkrise auf das erste Halbjahr 2016 zu verschieben. Eine zu frühe Zinserhöhung könne zu einer erhöhten Volatilität führen und Risiken für die Finanzstabilität weit über die USA hinaus auslösen, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde. Deshalb sei es sinnvoller, mit einer Zinserhöhung zu warten, bis ein stärkeres Lohnwachstum zu beobachten sei und sich die Inflationsrate näher beim Ziel von zwei Prozent befinde.

    Bei einer zu frühen Zinsanhebung bestehe die Gefahr, dass die Federal Reserve die Zinsen anschließend wegen einer schwachen Wirtschaftsentwicklung wieder senken müsse, so Lagarde. Das Risiko einer zu frühen Zinserhöhung sei größer als das Risiko einer zu späten Anhebung. Notfalls solle die Fed auch ein leichtes Überschießen des Inflationsziels von zwei Prozent tolerieren, so Lagarde.

    Auch nach einer ersten Zinserhöhung werde nur eine "graduelle" weitere Anhebung der Zinsen angemessen sein, sagte Lagarde.

    Seine Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft für das laufende Jahr senkte der IWF von 3,1 Prozent auf 2,5 Prozent.

    Fed-Präsidentin Janet Yellen hatte angedeutet, dass bei einer erwarteten Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung in den USA die Zinsen voraussichtlich im laufenden Jahr wieder angehoben werden sollten. Seit der Finanzkrise befinden sich die US-Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0,0 bis 0,25 Prozent.

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