Washington (Godmode-Trader.de) - Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht in der Pandemie-Krise Licht am Ende des Tunnels. Regierungen und Zentralbanken hätten mit außergewöhnlichen Maßnahmen die Weltkonjunktur vor einem größeren Einbruch bewahrt, sagte Kristalina Georgiewa am Mittwoch zum Auftakt der Jahrestagung von IWF und Weltbank, die virtuell stattfindet. Dieses Jahr rechnet der IWF mit einem Minus der Weltwirtschaft von 4,4 Prozent. Das wäre die schwerste Rezession seit der Großen Depression vor fast 100 Jahren. Es gebe aber auch Hoffnung, nicht zuletzt komme die Impfstoffentwicklung voran.

Georgiewa sagte zudem, überall auf der Welt müssten die Gesundheitssysteme gestärkt werden. Das sei die Voraussetzung für die konjunkturelle Erholung. Die internationale Staatengemeinschaft müsse zudem einen Weg finden, mit den immensen Schulden vieler Länder umzugehen. Vor allem ärmere Staaten bräuchten Schuldenerleichterungen und Zuschüsse.

Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ist die Öffentliche Verschuldung in der Welt während der Corona-Pandemie auf neue Rekordhochs gestiegen. In diesem Jahr dürfte die globale Staatsverschuldung auf fast 100 Prozent der jährlichen weltweiten Wirtschaftsleistung (BIP) steigen, prognostizierte der Fonds. Die Öffentlichen Mittel im Zusammenhang mit Covid-19 liegen bei weltweit 11,7 Bio. US-Dollar. Die Hälfte dieser Summe besteht aus zusätzlichen Staatsausgaben oder entgangenen Staatseinnahmen, die andere Hälfte aus Liquiditätshilfen für kriselnde Firmen.

Zu den guten Nachrichten gehört für den IWF auch, dass sich der Finanzsektor bisher als stabil erwiesen hat. Allerdings könnten eine lang andauernde Rezession dessen Verwundbarkeit offenlegen. Global systemrelevante Banken zeigten sich als robust genug, um auch noch gegen weitere Schocks gewappnet zu sein, teilte IWF-Direktor Tobias Adrian mit. Europäischen Banken allerdings zeigten sich anfälliger.