Washington (Godmode-Trader.de) - Der Internationale Währungsfonds warnt in seinem Finanzstabilitäts-Bericht vor einer hohen Unternehmensverschuldung in den Industrieländern. Zugleich habe die Kreditwürdigkeit von Schuldnern nachgelassen. Seit der Finanzkrise hätten sich Anleihen mit schwächerem BBB-Rating im Wert vervierfacht, Bonds mit noch schwächeren Rating hätten sich in den USA und im Euroraum nahezu verdoppelt. Eine plötzliche Straffung der Geldpolitik und höhere Leitzinsen oder ein wirtschaftlicher Rückschlag könnte für die verschuldeten Unternehmen unangenehme Folgen haben. Besonders besorgt den IFW der Bereich der Hochrisiko-Kredite. Dieses Segment seit inzwischen 1,3 Bio. Dollar schwer und ist seit der Finanzkrise dramatisch gewachsen.

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Die günstigen Finanzierungsbedingungen hätten die Unternehmen in diese Lage gebracht. Deshalb empfiehlt der IWF die Finanzbedingungen wieder zu straffen. Allerdings appelliert er an anderer Stelle, im Wirtschaftsausblick, zu einer stimulierenden Geldpolitik. Diesen Widerspruch verschweigen die Ökonomen in ihrem Bericht nicht.

Das Schuldenproblem beschränkt sich nicht auf Unternehmen, auch die Staaten stehen oft vor einem riesigen Schuldenberg. Dem Währungsfonds ist besonders die hohe Staatverschuldung in Industrieländern ein Dorn im Auge, die das Vorkrisenniveau überschritten habe. Die USA werden als besonders hochverschuldetes Land eingestuft. Daher sollten die Steuern erhöht und die Ausgaben gekürzt werden. Die jüngste Steuerreform der Trump-Adiminstration konterkariert diesen Befund. Deutschland sollte seinen fiskalischen Spielraum für Infrastruktur-Investitionen einsetzen, rät der Fonds. Dies wäre eine Möglichkeit, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit für die kommenden Jahre zu sichern und den Handelsüberschuss mit höheren Staatsausgaben im Zaum zu halten.