So etwas gab es noch nie: Aus Angst vor Liquiditätsengpässen am sogenannten Repo-Markt wird die US-Notenbank rund um den Jahreswechsel Beträge im mittleren dreistelligen Milliardenbereich in den US-Geldmarkt pumpen.

Das Geld, das die US-Notenbank gewissermaßen aus dem Nichts erzeugt, wird vor allem über sogenannte Repo-Geschäfte in den Markt gepumpt. Dabei handelt es sich um Rückkaufvereinbarungen, bei denen die Fed kurzlaufende Staatsanleihen von den Geschäftsbanken erwirbt und zu einem festgelegten Termin wieder zurückverkauft.

Neben eintägigen Repo-Geschäften, die je nach Datum ein Volumen von mindestens 75, 120 oder 150 Milliarden Dollar haben, sind von Mitte Dezember bis Mitte Januar auch Geschäfte mit einer Laufzeit von 13 bis 32 Tagen geplant, wie der folgende Terminplan der Federal Reserve Bank of New York zeigt.

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Summiert man alle Repo-Geschäfte aus dem obigen Screenshot über die jeweiligen Laufzeiten, so dürften dem Markt allein über die Repo-Geschäfte im Hoch bis zu 400 Milliarden Dollar zugeführt werden. Zusammen mit bereits laufenden Repo-Geschäften sowie zusätzlichen Käufen von T-Bills durch die US-Notenbank könnte sich die Liquditätsflut sogar auf rund 500 Milliarden Dollar belaufen. Außerdem handelt es sich nur um Mindestvolumina.

Bereits jetzt haben die Repo-Geschäfte ein höheres Volumen erreicht als während der Finanzkrise 2008, wie die folgende Grafik zeigt.

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Was derartige Liquiditätssp(r)itzen anrichten können, zeigt der folgende Chart, den Julian Bridgen auf Twitter gepostet hat. Rund um den Jahreswechsel 1999/2000 pumpte die US-Notenbank aus Angst vor dem sogenannten Jahr-2000-Problem (Y2K-Bug) in der Spitze rund 120 Milliarden Dollar in den Repo-Markt. Das dürfte die Kauflust auf der Spitze der Internet-Blase noch einmal entschieden angeheizt haben. Die Blase platzte schließlich, als die Fed-Liquiditätsspritze endete.

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Die Chancen für eine ähnliche Kaufpanik rund um den Jahreswechsel 2019/2020 stehen wohl nicht schlecht. Das gilt allerdings nur, wenn die Probleme auf dem Repo-Markt nicht erneut virulent werden. Anleger und Trader sollten sich besser anschnallen und auf einen turbulenten Jahreswechsel vorbereiten.


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