DAX

    Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstag schwächer. Enttäuschende Einkaufsmanagerindizes aus China und Frankreich (siehe Konjunktur) sowie die Aussicht auf eine baldige Reduzierung des Quantitave Easing in den USA (siehe Thema des Tages) belasteten den DAX vor allem im frühen Handel. Das Börsenbarometer markierte kurz nach Handelsstart das Tagestief bei 9.117,09 Punkten, bevor sich die Kurse wieder erholten. Aktuell notiert der DAX 0,29% im Minus bei 8.175,27 Punkten.

    Charttechnik

    Die extreme Schwäche zur heutigen Eröffnung wird seit Handelsbeginn gekauft und so konnte sich der DAX bereits wieder deutlich von seinem Tagestief lösen. Um aber die gesamten Verluste wettzumachen und für ein neues prozyklisches Kaufsignal auf Stundenebene hat es noch nicht gereicht. Damit wäre im Bereich von 9.180/200 Punkten mit einem neuen Versuch der Bären zu rechnen, wobei der Index bis auf 9.160 – 9.140 Punkte nachgeben könnte.

    Thema des Tages

    Die US-Notenbank wird ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe im Rahmen des sogenannten Quantitative Easing (QE) in den kommenden Monaten voraussichtlich zurückfahren. Das geht aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (Federal Open Market Committee, FOMC) hervor. Die FOMC-Mitglieder seien der Meinung, dass sich die Wirtschaftsdaten „im Einklang mit den Erwartungen des Komitees für eine weitere Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen entwickeln dürften und deshalb eine Reduzierung der Käufe in den kommenden Monaten rechtfertigen könnten“, heißt es in dem Protokoll. Aktuell kauft die Federal Reserve jeden Monat hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) im Volumen von 40 Milliarden Dollar und längerfristige Staatsanleihen im Volumen von 45 Milliarden Dollar.

    Aktien im Blick

    Die Aktien der Energieversorger E.ON und RWE sind am Donnerstag die Favoriten der Anleger, nachdem Goldman Sachs die Kursziele angehoben hat und beide Aktien weiter zum Kauf empfiehlt. Mit den Papieren geht es um 2,6% bzw. 2,0% nach oben.

    Mit einem Minus von 2,41% sind die ThyssenKrupp-Aktien das Schlusslicht im DAX. Nachdem das Unternehmen über Fortschritte beim geplanten Verkauf des US-Werks berichtet hatte, werden nun Befürchtungen laut, dass ThyssenKrupp auf dem Stahlwerk in Brasilien sitzenbleiben könnte.

    Die Aktien der Allianz büßen 1,83% ein, nachdem die Citigroup die Aktien von Buy auf Hold heruntergestuft und das Kursziel gesenkt hat.

    Konjunktur

    Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November stärker aufgehellt als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 51,7 Punkten im Vormonat auf 52,5 Zähler, während der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sogar von 52,9 auf 54,5 Punkte zulegen konnte.

    In der Eurozone konnte der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von 51,3 Punkten im Vormonat auf 51,5 Punkte zulegen, während der Serviceindex von 51,6 auf 50,9 sank. In Frankreich trübte sich die Stimmung sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor deutlich ein. Damit wachsen die Sorgen, dass Frankreich stärker in den Sog der Eurokrise geraten könnte

    In China ist der HSBC-Einkaufsmanagerindex für die Industrie um 0,5 auf 50,4 Punkte gesunken. Die Volkswirte hatten eigentlich mit einer stabilen Entwicklung gerechnet.

    Währungen

    Gerüchte über Pläne für einen negativen Einlagenzinssatz in der Eurozone und eine Reduzierung der Wertpapierkäufe durch die Federal Reserve haben dem Dollar seit Mittwochnachmittag kräftigen Auftrieb verliehen. EUR/USD tendiert im Vergleich zu gestern Mittag deutlich schwächer und rutschte heute im Tagestief bis auf 1,3397 ab.

    Der Yen verzeichnet am Donnerstag deutliche Kursverluste gegenüber Euro und Dollar. Die japanische Notenbank hat in der Nacht entschieden, ihre Geldpolitik nicht zu verändern. Das Ziel für die jährliche Ausweitung der Geldbasis bleibt bei 60 bis 70 Billionen Yen pro Jahr. Das Währungspaar USD/JPY kletterte im Hoch bis auf 100,93 und kostet aktuell 100,88. Auch EUR/JPY legt kräftig zu. Damit ist der Yen so schwach wie seit Juli 2013 nicht mehr.