DAX

    Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Freitag freundlich. Nach den Verlusten der Vortage notiert der DAX gegen Mittag mit 0,46% im Plus bei 9.126,56 Punkten. Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts um 14.30 Uhr herrscht am deutschen Aktienmarkt gespannte Ruhe. Von den Daten könnte abhängen, wann die US-Notenbank mit dem Ausstieg aus ihren Anleihekäufen im Rahmen des sogenannten Quantitative Easing beginnt. Gute Arbeitsmarktdaten könnten deshalb für die Aktienmärkte durchaus negativ sein, sagen Marktexperten.

    Charttechnik

    Sehr typisch für eine volatile Bodenbildung folgte gestern auf den zunächst freundlichen Verlauf der Abverkauf im späten Handel. Heute kontern die Bullen. Nach einem Handelsstart mit einem Gap Up bleiben die Käufer am Ball und ziehen den Index intraday weiter nach oben. Eine Erholung bis 9.200 / 9.210 und 9.253 Punkte wäre weiterhin möglich. Erneute Kursrücksetzer bis 9.100 Punkte wären zuvor nicht bedenklich. Erst unterhalb von 9.095 Punkten drohen wieder Verkäufe in Richtung 9.010 9.020 Punkte.

    Thema des Tages

    Die Steuerzahler in Deutschland müssen in den nächsten vier Jahren mit Mehrbelastungen in zweistelliger Milliardenhöhe rechnen. Über die gesamte Legislaturperiode gerechnet nehme der Staat durch die sogenannte kalte Progression rund 17,5 Milliarden Euro zusätzlich ein, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Berechnungen des Bundesfinanzministeriums.

    Aktien im Blick

    Nach den gestrigen Kursgewinnen nehmen die Anleger bei den Merck-Aktien heute Gewinne mit. Das Papier verbilligt sich um 1,86% und ist damit Schlusslicht im DAX.

    Spitzenreiter im DAX sind die Aktien der Deutschen Post, die um 1,62% zulegen. Nomura empfiehlt die Aktien weiter zum Kauf und hat das Kursziel von 23,50 auf 27,00 Euro angehoben.

    Bei den Nebenwerten legen die Aktien von Constantin Medien um 17,23% zu. Sky Deutschland steigt unter anderem bei der Constantin-Tochter Sport1 ein und kauft Constantin die Produktionsfirma Plazamedia ab.

    Konjunktur

    In Deutschland ist der Auftragseingang der Industrie im Oktober überraschend stark gesunken. Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Rückgang um 2,2% verzeichnet, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Erwartet wurde ein Minus von 0,4% nach einem Anstieg um 3,3% im Vormonat.

    Die Bundesbank hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft erhöht. Im Jahr 2014 soll das Bruttoinlandsprodukt um 1,7% (bisher 1,5%) und im Jahr 2015 um 2,0% (kalenderbereinigt 1,8%) wachsen, nach einem Anstieg von lediglich 0,5% (kalenderbereinigt 0,6%) in diesem Jahr. Die Bundesbank rechnet mit einer Inflation (HVPI) in Deutschland von 1,6% in diesem Jahr, 1,3% (bisher 1,5%) im kommenden Jahr und 1,5% im Jahr 2015.

    Währungen

    Der US-Dollar tendiert im europäischen Handel am Freitag im Vorfeld des wichtigen US-Arbeitsmarktberichtes gegenüber den anderen Hauptwährungen in unterschiedliche Richtungen. EUR/USD bewegt sich knapp unterhalb seines gestern erreichten Fünfwochenhochs bei 1,3677 seitwärts.

    GBP/USD und USD/JPY machen einen Großteil ihrer gestrigen Verluste wieder wett. GBP/USD erholte sich nach erneut starken Daten vom britischen Immobilienmarkt vom gestrigen Tief bei 1,6298 bis bislang 1,6370 in der Spitze. USD/JPY legt nach einem wie erwarteten Anstieg der japanischen Frühindikatoren im Oktober bis 102,22 im Hoch zu.