DAX

    Nach negativen Vorgaben aus den USA und Asien startete der deutsche Aktienmarkt erneut schwächer in den Handel. Der DAX notiert aktuell 0,61% im Minus bei 9.022,03 Punkten. Zeitweise rutschte das Börsenbarometer bis auf 9.006,56 Zähler ab, vorbörslich wurde die Marke von 9.000 Punkten bereits unterschritten. Im Fokus steht weiter die drohende Drosselung der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank. Am Nachmittag werden mit dem US-Einzelhandelsumsatz und den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wichtige US-Konjunkturdaten veröffentlicht.

    Charttechnik

    Bereits zur heutigen Eröffnung wurde die 9.070iger Unterstützung gebrochen und damit ein neues Verkaufssignal generiert. Ein Versuch der Käufer, das Abwärtsgap zu schließen, schlug fehl und in der letzten Stunde kamen die Kurse wieder ins Schlingern. Die Tagestendenz bleibt damit vor allem unterhalb von 9.070 Punkten bärisch und weitere Verluste bis auf 8.985/50 Punkte müssen einkalkuliert werden.

    Thema des Tages

    Bei der Rettung maroder Banken in der EU sollen die Steuerzahler künftig nur in Ausnahmefällen haften. Darauf haben sich Unterhändler von EU-Staaten, Europaparlament und EU-Kommission in der Nacht verständigt. Demnach sollen bei der Bankenrettung künftig vor allem Aktionäre und Gläubiger in die Pflicht genommen werden. Sie müssen bei Schieflagen einer Bank einen Teil ihrer Forderungen oder Eigentumsrechte abschreiben. Guthaben von Bankkunden bleiben bis zu einer Summe von 100.000 Euro geschützt. Falls Gläubiger und Aktionäre die Bankenrettung nicht selbst finanzieren können, soll Geld aus einem nationalen Abwicklungsfonds fließen, in den die Banken zuvor einzahlen. Die neue Regelung soll ab 2016 gelten. Erst perspektivisch ist eine Zusammenführung der nationalen Abwicklungsmechanismen zu einem europaweiten Mechanismus geplant. Die Details dazu sollen am kommenden Mittwoch beschlossen werden.

    Aktien im Blick

    Nach den EU-Beschlüssen zur Bankenrettung einer der schwächsten Sektoren im Stoxx 600, auch wenn einige italienische und spanische Banken zum Teil deutlich zulegen können. Die Aktien der Commerzbank verlieren 1,49%, die Papiere der Deutschen Bank geben um 0,67% nach.

    In der zweiten Reihe können die Metro-Aktien nach Zahlen um 1,19% zulegen. Das Unternehmen hat seine Gesamtjahresprognose bestätigt, den geplanten Markteintritt in Indonesien aber abgesagt.

    Die Balda-Aktien verteuern sich unterdessen um 13,66%, nachdem das Unternehmen erneut die Ausschüttung einer Sonderdividende angekündigt hat.

    Nach dem Einzug in das Achtelfinale der Champions League steigen die Aktien von Borussia Dortmund um 3,60%.

    Konjunktur

    Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im Oktober saisonbereinigt um 1,1% gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,4% gerechnet, nach einem Rückgang um revidiert 0,2% im Vormonat.

    Die EZB rechnet mit einer längeren Phase niedriger Inflation. Selbst für das Jahr 2015 sei nur mit einer durchschnittlichen Inflation von 1,3% zu rechnen, heißt es im aktuellen Monatsbericht.

    Währungen

    Der US-Dollar profitiert am Donnerstag von Spekulationen, dass die Federal Reserve Bank (Fed) doch bereits bei ihrem nächsten Treffen am 17./18. Dezember eine erste Reduzierung ihrer Anleihenkäufe vornehmen könnte. EUR/USD fällt vom gestrigen Sechswochenhoch bei 1,3711 zurück und notierte bislang bei 1,3762 im Tief, wobei den Euro zudem die überraschend gesunkene Industrieproduktion in der Eurozone belastet.

    USD/CHF legt zu notierte im Hoch bislang bei 0,8887. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins wie erwartet unverändert in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent belassen. Zudem hält die SNB weiterhin an dem Mindestkurs von 1,20 CHF pro Euro fest. EUR/SEK hat seine jüngsten Gewinne nach Veröffentlichung schwacher Inflationsdaten aus Schweden auf ein frisches Sechsmonatshoch bei 9,0739 ausgedehnt.