DAX

    Die Aktienmärkte in Europa und Asien präsentieren sich heute freundlich, nachdem die designierte US-Notenbankchefin Janet Yellen eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik angedeutet hat (siehe Thema des Tages). Im Fokus der Börsianer stehen außerdem die Wachstumszahlen aus verschiedenen Euro-Ländern und die Quartalsbilanzen zahlreicher Unternehmen. Der DAX legt aktuell um 0,71% auf 9.118,83 Punkte zu.

    Charttechnik

    Die Käufer im DAX feiern seit gestern Nachmittag ein Comeback und das eindrucksvoll. Kurzfristig wäre nochmals ein neues Tageshoch zu erwarten, wobei der Index dann jedoch Gefahr liefe, in eine kleine Korrektur überzugehen. Mit den starken Kursgewinnen seit gestern Nachmittag aber steigt die Chance, nach Abschluss der Konsolidierung/Korrektur wieder in Richtung Jahreshoch durchzustarten.

    Thema des Tages

    Die designierte US-Notenbankchefin Janet Yellen hat eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik angedeutet. Die US-Wirtschaft brauche weiterhin Unterstützung von der Zentralbank, heißt es in einem vorab veröffentlichten Redetext für die heutige Anhörung Yellens in einem Senatskomitee. Das US-Wirtschaftswachstum liege aktuell noch deutlich unter dem Potenzialwachstum. Eine starke Erholung werde es der Fed zu einem späteren Zeitpunkt ermöglichen, ihre Geldpolitik zu normalisieren. "Die aktuelle Unterstützung der Erholung ist der sicherste Weg hin zu einem normaleren geldpolitischen Ansatz", sagte Yellen.

    Aktien im Blick

    Schlusslicht im DAX mit einem Minus von 8,75% sind die RWE-Aktien. Nach einem schwachen dritten Quartal rechnet der Energiekonzern für das kommende Jahr mit einem drastischen Gewinnrückgang. RWE will bis 2016 weitere 6.750 Stellen streichen.

    Größter Gewinner im DAX sind die K+S-Aktien, die um 3,82% zulegen. Der Gewinn lag im dritten Quartal über den Erwartungen. Auch ein Sparprogramm kommt bei den Anlegern gut an.

    Der Pharmakonzern Merck KGaA hat unterdessen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht. Die Aktien verteuern sich um 1,15%.

    In der zweiten Reihe haben zahlreiche weitere Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt, darunter Salzgitter, EADS, Deutsche EuroShop, Talanx, United Internet, Nordex und VTG.

    Konjunktur

    Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal wie erwartet verlangsamt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal um 0,3%. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung noch um 0,7% gestiegen.

    In der Eurozone erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal nur um 0,1% gegenüber dem Vorquartal, während die Volkswirte im Schnitt mit einem Plus von 0,2% gerechnet hatten, nach einem Plus von 0,3% im Vorquartal. In Frankreich schrumpfte die Wirtschaftsleistung überraschend um 0,1%, während die Volkswirte eigentlich mit einem Anstieg um 0,1% gerechnet hatten.

    In Großbritannien ist der Einzelhandelsumsatz im Oktober überraschend um 0,7% im Vergleich zum Vormonat gesunken. Die Volkswirte hatten mit keiner Veränderung gerechnet, nachdem sich der Einzelhandelsumsatz im September um 0,6% erhöht hatte.

    Die japanische Industrieproduktion ist im September weniger stark gestiegen als zunächst gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich die Industrieproduktion um 1,3 Prozent, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Ursprünglich war ein Anstieg der Industrieproduktion um 1,5 Prozent gemeldet worden.

    Währungen

    Der US-Dollar legt im europäischen Handel am Donnerstagvormittag auf breiter Basis zu. EUR/USD ist nach Veröffentlichung eines enttäuschenden EU-Bruttoinlandsprodukts bislang bis 1,3430 zurückgefallen, während GBP/USD nach überraschend gesunkenen britischen Einzelhandelsumsätzen bislang bis zutiefst 1,5986 absackte.

    USD/JPY eroberte nach gemischt ausgefallenen japanischen Wirtschaftsdaten die runde 100er-Marke und notierte in der Spitze bei 100,03. EUR/SEK profitiert weiterhin von der mit den negativen schwedischen Verbraucherpreisen aufgekommenen Zinssenkungsfantasie für Schweden und hat bei 9,0041 ein frisches Fünfmonatshoch erreicht.