Mit einem Wachstum von 1,3 % im Vergleich zum Vorquartal hat das BIPWachstum in Japan im 1. Quartal deutlich positiv überrascht. Dabei war es sogar die Binnennachfrage, die angezogen hat und weniger die Exporte, die herkömmliche Stütze der japanischen Konjunktur. Auch die Einzelhandelsumsätze befanden sich im Mai mit 2,7 % im Jahresvergleich deutlich im positiven Bereich, nachdem sie im April im Jahresvergleich schon um 3,8 % gestiegen waren. Die Arbeitslosenquote ist dabei mit 4,4 % unverändert geblieben und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 1998.

Insgesamt zeigt sich, dass die Binnennachfrage dank der umfangreichen Restrukturierungen in Japan und der Verbesserung des Arbeitsmarktes beträchtliche Fortschritte gemacht hat. Mit der nur noch "milden" Deflation ist es prinzipiell fraglich, ob die Bank of Japan bald einen restriktiveren Kurs einschlägt. Gemäß eigenen Aussagen will sie ihren Kampf gegen die Deflation aber weiter mit einer expansiven Geldpolitik fortsetzen. Dieses gilt besonders vor dem Hintergrund einer Konjunkturabkühlung in den USA. Denn gänzlich abkoppeln vom globalen Wachstumstrend kann sich Japan nicht.

Aktien: Gewinnsteigerungen nehmen ab

Unsere Einschätzung für den japanischen Aktienmarkt bleibt weiter positiv. Zwar sollten die Gewinne in diesem Jahr nur im einstelligen Bereich wachsen, nachdem sie in den Vorjahren ein zweistelliges Wachstum verzeichnet hatten. Allerdings sollte das Interesse von in- und ausländischen Investoren an japanischen Aktien, das sich nach dem Abbau der UnternehmensÜberkreuzbeteiligungen von japanischen Banken anbahnt, grundsätzlich hoch bleiben. Die durchgeführten strukturellen Veränderungen im Unternehmensbereich und eine deutliche Verbesserung der Bonität des Finanzsystems sind dafür entscheidend. Die zwar schon wieder abgeschwächte konjunkturelle Belebung hat den japanischen Unternehmen dennoch den nötigen Spielraum eröffnet, die lange verschleppten strukturellen Probleme anzugehen.

Renditen weiter seitwärts

Die japanischen Renditen befanden sich seit August 2004 in einer Range zwischen 1,4 % und 1,6 %. Diese haben sie jedoch bereits im April nach unten verlassen. Dabei sollte es aufgrund der hohen weltwirtschaftlichen Liquidität auch bleiben. Zudem ist angesichts der weiter bestehenden Deflation von der Bank of Japan kein Politikwechsel zu erwarten.

Quelle: Activest

Activest, die Investmentgruppe der HypoVereinsbank, entstand durch Zusammenlegung der Activest Institutional Investmentgesellschaft mbH und Activest Investmentgesellschaft mbH zum 01. Juli 2002. Zusammen mit der Activest Luxembourg S.A. werden mehr als 20,8 Mrd. Euro in 150 Publikumsfonds für Privatkunden und rund 39,3 Mrd. Euro in 306 Spezialfonds für institutionelle Anleger verwaltet (12/2004). Damit zählt die Gesellschaft zu den größten und erfahrensten Kapitalanlagegesellschaften in Deutschland und kann auf eine mehr als dreizehnjährige Erfahrung im Publikumsfondsbereich und einundvierzigjährige Erfahrung in der institutionellen Vermögensverwaltung zurückgreifen.