• Nikkei225 - Kürzel: N225 - ISIN: XC0009692440
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 20.133,73 Pkt

Tokio (Godmode-Trader.de) - Japan ist im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gerutscht. Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag nach einer ersten Berechnung mitteilte. Auf annualisierter Basis brach das BIP um 3,4 Prozent ein. Die Wirtschaft war bereits in Q4 2019 stark geschrumpft: und zwar um eine hochgerechnete Jahresrate von 7,3 Prozent. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, liegt eine technische Rezession vor. Überraschend wenig sanken die gewerblichen Investitionen zu Jahresbeginn. Hingegen sanken Importe und Exporte sehr deutlich gegenüber dem Vorquartal.

„Damit war der erste Corona-bedingte Schlag gegen die japanische Konjunktur etwas weniger wuchtig als befürchtet“, kommentierte die DekaBank mit Blick auf den Ökonomenkonsens, der noch ein schärferes Minus im ersten Quartal erwartet hätte. Doch der Blick nach vorne zermürbt dann doch. Der bedeutsame Corona-Schlag folgt erst im zweiten Quartal. Laut einer Umfrage des Japan Center for Economic Research unter Ökonomen dürfte Japans Wirtschaft im Quartal April bis Juni sogar um 5,8 Prozent zum Vorquartal beziehungsweise um eine hochgerechnete Jahresrate von 21 Prozent schrumpfen.

Das Land hatte erst Anfang April den Notstand ausgerufen. Dies bedeutet zwar kein harter Lockdown wie in Europa, doch die beschlossenen Einschränkungen trafen die ohnehin fragile Wirtschaft an einem wunden Punkte, da das Wohl und Wehe Japans stark vom Außenhandel abhängt. Die Nachfrage aus dem Ausland war aber in der Corona-Krise fast zum Erliegen gekommen. Auch nach Einschätzung von Yasutoshi Nishimura, Minister für wirtschaftliche Wiederbelebung, wird das laufende Quartal daher „noch ernster“ als das erste Vierteljahr. Bis auf „Weiteres werde sich die Wirtschaft in einem beträchtlichen Ausmaß abschwächen. Japan befinde sich in der „größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg", erklärte ein Regierungsbeamter. Der Weg nach oben wird eine beschwerlicher.