1. Der Anstieg der Verbraucherpreise setzte sich auch im Februar fort. Zwar fiel der Verbraucherpreisindex um 0,1 % (saisonbereinigt) mom, sodass sich die Inflationsrate auf 0,4 % yoy verlangsamte, aber vor dem Hintergrund des kräftigen Anstiegs im Januar hatten wir eine solche Entwicklung erwartet. Der Kernverbraucherpreisindex, der die volatile Komponente „frische Lebensmittel“ ausklammert, lag genau auf dem Vormonatsniveau und wies damit einen Anstieg wie im Vormonat um 0,5 % yoy auf. Diese Zahlen belegen, dass es derzeit zu einer Stabilisierung der Inflationsrate kommt, allerdings noch auf sehr niedrigem Niveau. Damit ergeben sich deutliche Anzeichen für eine fortgesetzte Reflationierung der japanischen Wirtschaft. Diese Entwicklung ist aber noch keineswegs zu einem Selbstläufer geworden, auch wenn die aktuelle konjunkturelle Entwicklung diesen Schluss nahe legt.

2. Derzeit werden vom Markt bis zum Jahresende fast drei Leitzinsanhebungen durch die Bank of Japan eingepreist. Wir halten dies nicht für gerechtfertigt und sehen uns vor dem Hintergrund der heutigen Zahlen durchaus bestätigt: Der Rückgang der Inflationsrate hat den Markt bereits überrascht. Die Inflationsentwicklung in den kommenden Monaten wird für die geldpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan eine ganz entscheidende Rolle spielen. Zwar dürfte sich aufgrund der steigenden Kapazitätsauslastung sowie der Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt ein leichter konjunkturbedingter Preisdruck aufbauen, aller dings gibt es zwei Faktoren, die in der näheren Zukunft Abwärtsdruck auf die Inflationsraten ausüben werden. Erstens, die Verteuerung von Energie seit April vergangenen Jahres wird mit der Veröffentlichung der diesjährigen April-Inflationszahlen zu einem Basiseffekt führen, der die Gesamtinflationsrate im laufenden Jahr deutlich nach unten ziehen wird. Zweitens, im August wechselt das japanische Statistikamt das Basisjahr für die Berechnung des Verbraucherpreisindex. Aus den Erfahrungen der letzten Basisjahrumstellung dürfte dies 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte an Abwärtsrevision für die Inflationsrate mit sich bringen. In der Summe prognostizieren wir daher bis zur Jahresmitte Inflationsraten, die in etwa auf den aktuellen Niveaus verharren und insgesamt keine Aufwärtsdynamik aufweisen. Vor diesem Hintergrund sind wir auch mit unserer Leitzinserwartung deutlich verhaltener als der Markt und erwarten nach wie vor eine erste Leitzinsanhebung im ersten Quartal 2007.

3. Die Detailergebnisse der einzelnen Komponenten des nationalen Verbraucherpreisindex zeigen, dass derzeit zum Anstieg der Gesamtinflation insbesondere die Verteuerung all derjenigen Komponenten beiträgt, in die die gestiegenen Rohöl- und Energiepreise einfließen. Die Kosten für „Heizung, Strom und Wasser“ stiegen um 4,3 % yoy. Auch die Preise im Bereich „Transport und Kommunikation“, der mit gut 13 % ein Schwergewicht im Verbraucherpreisindex ist, stiegen um 1,6 % yoy. Weiterhin stiegen die Kosten in den Bereichen „Bekleidung und Schuhe“ (+1,2 % yoy), „Sonstiges“ (+1,2 % yoy), „Bildung“ (+0,7 % yoy) und „Wohnungsnutzung“ (+0,5 % yoy). Rückläufig waren dagegen die Preise für „Lebensmittel“ (-0,8 % yoy), wozu insbesondere die Unterkomponente „frische Lebensmittel“ mit einem Rückgang um 2,5 % yoy beigetragen hat. Darüber hinaus verbilligten sich „Haushaltswaren“ (-1,8 % yoy), „Bücher und Freizeit“ (-0,6 % yoy) sowie „Gesundheit“ (-0,3 % yoy).

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.