Wir halten fest: Eine völlig verfehlte Zinspolitik in den USA hat über Jahrzehnte dafür gesorgt, dass es weltweit zu viele Schulden gibt. Diese müssen irgendwann wieder abgebaut werden. Natürlich wäre es besser gewesen, den Dingen ihren Lauf zu lassen und Krisen als unverzichtbare Reinigungsprozesse von vorneherein einzuplanen und zuzulassen.

Als die Großbank Lehman Brothers vor anderthalb Jahren in die Pleite stolperte, wäre die Zeit reif gewesen für eine wirkliche Korrektur. Doch anstatt die Probleme an der Wurzel zu packen, haben sich die Noten - banken für den japanischen Weg entschieden: In Tokio werden seit 20 Jahren Banken gerettet. Gleichzeitig wird mit einer staatlich gelenkten Ausgabenpolitik versucht, die Krise einzudämmen – ohne Erfolg: Die japanische Wirtschaft ist in dieser Zeit nicht gewachsen, zusätzliche Jobs wurden nicht geschaffen.

Und die Schulden wurden im Zuge der verzweifelten Rettungsversuche immer weiter aufgebläht: Anstatt überschuldete Unternehmen pleite gehen zu lassen, hat der öffentliche Sektor in Japan immer neue Schulden aufgenommen, um eine Wirtschaftserholung herbeizuführen.

Heute ist Nippon das am höchsten verschuldete Land der Welt.

Doch die Japaner haben wenigstens immer auch für Notzeiten gespart. Das haben die Amerikaner nicht getan – und sie sind auf dem besten Weg, den japanischen Schuldenberg noch zu übertreffen. Experten sind sich darüber einig, dass ein großer Teil des Rückgangs bei den US Immobilien auf das Auslaufen steuerlicher Förderprogramme zurückzuführen ist.

Doch kaum jemand stellt die Frage, woher neue Nachfrage kommen soll, unabhängig von den Steuervorteilen. Unterdessen wächst das Angebot an Häusern, die auf einen Käufer warten, immer weiter. Im Juni waren die Baubeginne von kommerziellen Gebäuden auf das niedrigste Niveau seit Oktober 2009 gefallen. Auch die Baubeginne der Privatleute waren um weitere fünf Prozent auf 549.000 zurückgegangen, ebenfalls das niedrigste Niveau seit Oktober 2009. Analysten hatten mit 580.000 Baubeginnen gerechnet.

Und dann sind da noch jene elf Millionen Eigenheimbesitzer, deren Hypotheken den Wert der Häuser übersteigt. Mit anderen Worten: Rund ein Viertel der US-amerikanischen Hausbesitzer ist überschuldet, es droht die Zwangsversteigerung.

Andreas Hoose verantwortet den Antizyklischen Börsenbrief.

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