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Tokio (Godmode-Trader.de) - Die expansive Geldpolitik der Bank of Japan zeigt kaum nachhaltige Wirkung. Die japanische Notenbank versucht seit einiger Zeit, mit dem massiven Ankauf von Staatsanleihen die Inflation stärker anzuschieben. Doch wie aus dem Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der Bank of Japan (BoJ) hervorging, ist das Erreichen des Inflationsziels von zwei Prozent wegen der niedrigen Ölpreise nun erneut um sechs Monate verschoben worden. Zudem nimmt die Uneinigkeit unter den Ratsmitgliedern zu, ob dieses Ziel bis 2017 überhaupt erreicht werden kann. Ein weiterer Grund für die ausbleibende Preisteuerung ist auch die mangelnde Konsumlaune der überalterten japanischen Gesellschaft.

Die neusten Inflationsdaten aus dem Land des Lächelns spielen den Zweiflern der lockeren Geldpolitik geradezu in die Hände: In Japan hat sich die Inflation im Oktober zwar etwas stärker entwickelt als gedacht, die Kerninflation ging indes überraschend zurück. Die Verbraucherpreise hätten zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent angezogen, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Volkswirte waren von einem etwas schwächeren Anstieg ausgegangen, nachdem die Jahresrate im Vormonat unverändert geblieben war. Bei der um die schwankungsanfälligen Preise für Energie bereinigten Kernrate ergab sich im Oktober ein überraschender Rückgang der Rate um 0,2 auf 0,7 Prozent. Volkswirte hatten auf dieser Basis mit einer Inflationsrate um 0,8 Prozent gerechnet. Im Großraum Tokio zogen die Preise im November um 0,1 Prozent auf 0,2 Prozent an. Dieser Zuwachs war von Ökonomen erwartet worden. Die Kernrate stieg hier überraschend stark von 0,4 Prozent auf 0,6 Prozent.

Die Regierung plant mit einer Anhebung des Mindestlohns der Inflation auf die Sprünge zu verhelfen. Denn damit soll die Lohnspirale in Gang gesetzt werden. Die Regierung von Premier Shinzo Abe setze bisher darauf, dass die Verknappung der Arbeitskräfte infolge der alternden und schrumpfenden Bevölkerung die Löhne nach oben treibt und so die Deflation dauerhaft aus der japanischen Wirtschaft vertreibt. Doch dieser erhoffte Effekt ist bisher nicht eingetreten. Nun soll der gesetzliche Mindestlohn in Japan um jährlich 3 Prozent steigen. In diesem Jahr stieg der Mindestlohn um 2,3 Prozent bereits so stark wie nie.

Unterdessen sank die Arbeitslosenrate in Japan im Oktober um kräftige 0,3 Punkte auf 3,1 Prozent - das ist ein 20-Jahres-Tief. Der Rückgang war in erster Linie demographisch bedingt: Auf 100 Jobsuchende kamen weiterhin 124 Stellenangebote. Aber die Zahl der Beschäftigten sank saisonal bereinigt um 30.000, während die Erwerbsbevölkerung um 230.000 schrumpfte.