• Nikkei225 - Kürzel: N225 - ISIN: XC0009692440
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 21.301,73 Pkt

Tokio (Godmode-Trader.de) - Japans Wirtschaft überrascht nur auf den ersten Blick positiv: Das Bruttoinlandsprodukt ist im Zeitraum Januar bis Ende März wider Erwarten um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal angestiegen. Am Markt wurde mit einer Schrumpfung gerechnet. Auf annualisierter Basis legte die Wirtschaftsleistung im vergangenen Quartal um 2,1 Prozent zu. Die Wirtschaft wuchs, obwohl die Kapitalausgaben der japanischen Unternehmen um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal sanken. Auch der Export ging um 2,4 Prozent zurück. Ebenso der Privatkonsum, der um 0,1 Prozent schrumpfte.

WERBUNG

Der mit großem Abstand bedeutsamste positive Wachstumsbeitrag kam von den Importen. In den ersten drei Monaten sind die Einfuhren nach Japan stärker gesunken als die Exporte. Die Importe sanken um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Solch einen Rückgang gab es seit 2009 nicht mehr. „Im Endeffekt sorgte dieser eher als wenig dynamisch zu bezeichnende Nettoexport für einen rein technischen Wachstumsschub", kommentierte Experte Bernd Krampen von der NordLB. Japans Außenwirtschaft müsse möglicherweise bereits dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und der schwächeren Konjunktur in China „den ersten Tribut zollen“, so Krampen. Die weiteren positiven Wachstumsbeiträge kamen von Staatsinvestitionen und den Lagerinvestitionen.

„Eine Normalisierung der zu hohen Lagerinvestitionen sowie ein möglicher positiver Rückpralleffekt bei den Importen könnten zu einer Schrumpfung im zweiten Quartal führen“, erwartet die DekaBank. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die bislang geplante Anhebung der Verbrauchsteuer für weitere Unruhe sorgen. Nach Einschätzung von DekaBank-Expere Rudolf Besc „fühlt sich das Wachstum nicht überzeugend kräftig an".