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Tokio (Godmode-Trader.de) - Die Ausfuhren der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt stiegen im April um satte 38 Prozent zum Vorjahresmonat. Analysten hatten einen Anstieg erwartet, allerdings nicht in dieser Dimension. Die Entwicklung sieht stärker aus, als sie tatsächlich ist, da sie sich auf das extrem niedrige Niveau vor einem Jahr bezieht. Dennoch zeigen die Daten, dass sich der Außenhandel normalisiert. Im Vergleich zum April von vor zwei Jahren verzeichneten die Exporte immer noch einen soliden Zuwachs von 7,8 Prozent.

Autos, Autoteile und Chiphersteller - vor allem diese Komponenten waren in aller Welt gefragt, vor allem in den USA, Europa und Teilen Asiens. Japan produzierte zum Beispiel auch inmitten der globalen Chip-Krise überdurchschnittlich viele Halbleiter. Die Auslieferungen von integrierten Schaltkreisen für globale Kunden beliefen sich im April auf 7,27 Mrd. Einheiten, ein leichter Rückgang zum März-Wert, aber immer noch etwa 13 Prozent über dem monatlichen Durchschnitt der zwölf Monate bis März.

Die Exporte in die USA stiegen um 45,1 Prozent, so stark wie seit 2010 nicht mehr, die Exporte in die EU um 39,6 Prozent (so hoch wie seit 1980 nicht mehr), und die Exporte nach Asien legten um 32,7 Prozent zu. Die Exporte nach China kletterten um 33,9 Prozent, wobei die Chipexporte dorthin mit 2,39 Milliarden Einheiten den höchsten Wert seit Dezember erreichten.

Die Zahlen hätten noch höher ausfallen können, wenn nicht ein Feuer in einer wichtigen Fabrik von Renesas Electronics die Chip-Produktion für den größten Teil des Monats stoppen ließ. Der Stillstand verschärfte die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei bestimmten Chips für die Automobilindustrie, was sich in diesem Quartal auf die Automobilproduktion auswirken dürfte.

Die Importe Japans stiegen im April um 12,8 Prozent, so stark wie seit Oktober 2018 nicht mehr, so dass die Handelsbilanz den dritten Monat in Folge im Plus lag.

Die anhaltende Erholung der Exporte bleibt eine wichtige Stütze für die gebeutelte Wirtschaft Japans. Die Regierung hat wegen wieder steigender Infektionszahlen abermals den Notstand für Tokio und weitere Präfekturen verlängert. Zudem schürt die langsame Einführung von Impfstoffen Sorgen vor einer Double-Dip-Rezession. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt schrumpfte im ersten Quartal stärker als erwartet.

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