• Nikkei225 - Kürzel: N225 - ISIN: XC0009692440
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 21.373,61 Pkt

Bei japanischen Aktien braucht man Geduld. Es dauerte über 20 Jahre, bis der Nikkei wieder über das Hoch aus den 90er Jahren ansteigen konnte. Damit gelang ein Ausbruch aus einem sehr langen Bärenmarkt (Grafik 1). Dieser Bärenmarkt dauerte von 1990 bis 2012. Unter Schwankungen konnte man darauf zählen, dass die Kurse weiter fallen würden.

Dann geschah etwas: QE. Die japanische Notenbank BoJ begann Anleihen und Aktien zu kaufen. In der Folge wertete der Yen ab. Allein diese Abwertung um teils mehr als 35 % brachte den Markt zum Laufen. Japans Unternehmen gehören zu den Exportweltmeistern. Eine schwache Währung beflügelt das Geschäft.

DB Nikkei 225
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Die Abwertung hat trotz der Weiterführung von QE aufgehört. Der Rückenwind lässt also deutlich nach. Charttechnisch sieht die Lage zwar weiterhin vielversprechend aus, doch fundamental gibt es Schwierigkeiten. Dazu gehört nicht nur die neue Stabilität des Yen. Auch die Wirtschaft brummt nicht mehr so wie auch schon.

Japans Industrieproduktion und damit auch die Exporte befinden sich im Rückwärtsgang (Grafik 2). Japan ist dabei ein guter Vorlaufindikator für die Weltwirtschaft. Hier zeigt sich früh, wenn es global Probleme gibt. Aktuell sehen wir eine Abkühlung.

Das bedeutet letztlich, dass auch die Unternehmensgewinne nicht weiter so sprudeln werden wie bisher (Grafik 3). Unternehmensgewinne konnten in den letzten Jahren massiv zulegen. Im Vergleich ist der Nikkei da kaum gestiegen. Das liegt allerdings nicht am fehlenden Gewinnwachstum, sondern daran, dass sich die Bewertung des Marktes normalisiert hat.

Heute schreiben Unternehmen mehr als doppelt so viel Gewinn wie Ende der 80er Jahre als sich der Markt in einer Blase befand. Dafür lag das KGV damals bei knapp 50. Heute steht es bei etwas über 20. Im internationalen Vergleich ist das immer noch nicht billig.

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Der Nikkei wird nur weiter steigen können und den Ausbruch einzementieren, wenn auch die Gewinne weiter steigen. Das ist leichter gesagt als getan. Die Wirtschaft lahmt. Das ist ein Problem. Der Yen wertet nicht mehr systematisch ab. Das ist das zweite Problem. Da alle guten Dinge drei sind, gibt es auch noch ein drittes Problem: Umsatzwachstum.

Die Umsätze japanischer Unternehmen stagnieren seit Jahrzehnten (Grafik 4). Der Gewinn ist gestiegen, weil die Profitabilität gestiegen ist. Das war auch der Währungsabwertung zu verdanken. Organisches Wachstum ist hingegen kaum zu erkennen und die zu erzielende Marge hat Grenzen.

Aus fundamentalen Gesichtspunkten stecken japanische Aktien fest. Es gibt derzeit keinen Grund für die Annahme, dass die Gewinne weiterhin so steigen werden wie bisher. Dass der Nikkei sein theoretisches Aufwärtspotential von einem fast dreistelligen Zugewinn realisieren wird, ist sehr unwahrscheinlich. Der Jahrhundertausbruch ist mit allergrößter Wahrscheinlichkeit abgeblasen.

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