• Nikkei225 - Kürzel: N225 - ISIN: XC0009692440
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 21.643,53 Pkt

New York (GodmodeTrader.de) - Die Entwicklung am japanischen Aktienmarkt war zuletzt verhalten. Die globalen Konjunktur- und Inflationsdaten sowie der sich zuspitzende Handelskonflikt zwischen den USA und China belasten noch immer die Stimmung, wie Tim Griffen, Portfoliomanager der Lazard Japanese Equity Strategie, in einem Marktkommentar schreibt. Dennoch hält Griffen die Gefahr eines Kursrutsches für unwahrscheinlicher als einen baldigen Dreh ins Positive.

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Unbestritten dämpfe die Frage, ob die Weltwirtschaft auf dem Weg in eine Rezession sei, die Entwicklung der Märkte. Die Konjunkturindikatoren lieferten keine klare Tendenz und auch für Japan seien die Aussichten nicht eindeutig. Der Abschwung des nationalen Einkaufsmanagerindex (PMI) und die zu Jahresbeginn geringe Inflation hätten in Japan zu einem sehr schwachen Börsenumfeld geführt. Zwar sei das Inflationsniveau in Japan wieder leicht gestiegen und die Löhne wüchsen weiterhin stark, allerdings habe dies Konsum und Einzelhandel bislang nicht beflügelt, heißt es weiter.

„Zudem hängt der Ausblick stark vom Fortgang des Handelskonflikts zwischen den USA und China ab. Die Situation bleibt hier weiter angespannt. Eine Lösung des Konflikts dürfte sich für Unternehmen in fast allen Märkten positiv auswirken, da sie dann ihre Investitionspläne fortsetzen könnten. Viele dieser Pläne waren zuletzt auf Eis gelegt worden, da unter anderem unklar ist, wo das nächste Export-Zentrum für intelligente Geräte verortet sein wird. Eine Belebung des Wachstums im Smartphone-Geschäft würde die Nachfrage-Sorgen von einigen der wichtigsten Unternehmen Japans erheblich verringern“, so Griffen.

Aus makroökonomischer Perspektive spreche nichts dagegen, dass sich die meisten großen Volkswirtschaften auch weiterhin irgendwie durchschlagen könnten. Die Europäische Zentralbank habe deutlich gemacht, dass der Leitzins zunächst unverändert bleibe oder sogar wieder sinken könne. Auch die US-Notenbank Fed habe erklärt, sich mit weiteren Zinserhöhungen zurückzuhalten. Japan sei entschlossen, die extreme quantitative Lockerung bis zum bitteren Ende fortzusetzen. Und China scheine nach einer kurzen Phase der Straffung ebenfalls wieder eine lockere Geldpolitik zu verfolgen. Mit anderen Worten: Da alle wichtigen Volkswirtschaften auf eine expansive Geldpolitik setzten, sei es unwahrscheinlich, dass es zu einem durch eine Zentralbank verursachten Wirtschaftseinbruch komme, heißt es weiter.

„In Japan selbst verfügen viele Unternehmen über hohe liquide Mittel, während ihre Kapazitäten nicht ausgelastet sind. Somit kann sich jeder Hinweis, dass sich die Dinge besser als erwartet entwickeln, sehr positiv auf den dortigen Aktienmarkt auswirken. Angesichts der aktuell extrem negativen Grundstimmung könnte eine Erholung dann mit hohem Tempo erfolgen. Das ist aus unserer Sicht die wahrscheinlichste Prognose für den japanischen Aktienmarkt“, so Griffen.