1. Die Bank of Japan erwartet in ihrem halbjährlichen Bericht zur wirtschaftlichen Aktivität und den Preisen eine Fortsetzung der Expansion in den kommenden zwei Jahren. Dieser Ausblick basiert auf einer positiven Einschätzung für die Exporttätigkeit aufgrund des anhaltenden weltweiten Wachstums. Gleichzeitig unterstützen aber auch die Investitionstätigkeit der Unternehmen sowie der Konsum der privaten Haushalte die Konjunktur. Allerdings dürfte sich das Wachstum aufgrund der inzwischen über vier Jahre dauernden Phase der Expansion im Verlauf des Fiskaljahres 2007 etwas verlangsamen. In Zahlen ausgedrückt erwartet die BoJ BIP-Wachstumsraten von 2,4 % für das Fiskaljahr 2006 und 2,0 % für 2007.

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2. Die BoJ sieht die Outputlücke derzeit als geschlossen an. Gleichzeitig konstatierte sie jedoch, dass die Inflationsraten nicht mehr so sensitiv auf die Veränderungen in der Outputlücke reagierten, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Darüber hinaus hat die BoJ ihre Prognose für das Potenzialwachstum der japanischen Wirtschaft auf 1,5 % bis 2,0 % angehoben. Diese Erhöhung sollte mittelfristig für einen niedrigeren Inflationsdruck von der Angebotsseite sorgen und spiegelt sich bereits in geringem Umfang in den Inflationsprognosen für die Fiskaljahre 2006 und 2007 von 0,6 % bzw. 0,8 % wider.

3. Vor dem Hintergrund dieser Inflationsprognosen erwartet die BoJ eine Phase anhaltend stimulierender Geldpolitik mit sehr niedrigen Leitzinsen auch über den Tag hinaus, an dem sie von der Nullzinspolitik abrückt. Die Forward-Märkte erwarten derzeit drei Zinserhöhungen seitens der BoJ in diesem Fiskaljahr und drei weitere für das Fiskaljahr 2007. Wir halten dies nicht für gerechtfertigt zumal die BoJ in ihrem Halbjahresbericht mehrmals von nur graduellen Zinserhöhungen in der Zukunft gesprochen hat.

4. Zwar sehen wir uns vor dem Hintergrund des Halbjahresberichts und der ebenfalls heute veröffentlichten Inflationszahlen in unserer vorsichtigeren Zinserhöhungserwartungen bestätigt. Dennoch revidieren wir unsere Einschätzung über den Zinserhöhungspfad der BoJ und erwarten nun bereits das Ende der Nullzinspolitik im Oktober 2006. Gegen Ende des laufenden Fiskaljahres könnte der Tagesgeldsatz dann bei 0,5 % stehen. Grund für die Prognoseänderung ist zum einen der mehrmalige Verweis der BoJ auf die geschlossene Outputlücke und die Risiken, die in diesem Zusammenhang von der expansiven Geldpolitik auf die Schwankungen bei Inflation und Wirtschaftswachstum ausgehen. Zum anderen hat die Notenbank u.E. keine Anzeichen dafür gegeben, dass sie nach Abschluss der Rückführung der Überschussliquidität längere Zeit mit einer Zinsanhebung warten könnte.

5. Nach teilweise kräftigen Anstiegen der Verbraucherpreise um die Jahreswende hat sich die Inflationsdynamik im Februar und März deutlich verflacht. Im März verzeichnete der nationale Verbraucherpreisindex den zweiten monatlichen Rückgang um 0,1 % (saisonbereinigt) in Folge. Der Anstieg der Jahresrate verlangsamte sich auf nur noch 0,3 %. Der Kernverbraucherpreisindex, der die volatile Komponente „frische Lebensmittel“ ausklammert, lag genau auf dem Vormonatsniveau und wies damit einen Anstieg wie im Vormonat um 0,5 % yoy auf. Diese Zahlen belegen die von uns bereits im vergangenen Monat konstatierte Stabilisierung der Inflationsrate, allerdings weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

6. Die Detailergebnisse der einzelnen Komponenten des nationalen Verbraucherpreisindex zeigen, dass derzeit zum Anstieg der Gesamtinflation insbesondere die Verteuerung all derjenigen Komponenten beiträgt, in die die gestiegenen Rohöl- und Energiepreise einfließen. Die Kosten für „Heizung, Strom und Wasser“ stiegen um 4,4 % yoy. Auch die Preise im Bereich „Transport und Kommunikation“, der mit gut 13 % ein Schwergewicht im Verbraucherpreisindex ist, stiegen um 1,7 % yoy. Weiterhin stiegen die Kosten in den Bereichen „Bekleidung und Schuhe“ (+0,9 % yoy), „Sonstiges“ (+1,2 % yoy), „Bildung“ (+0,7 % yoy) und „Wohnungsnutzung“ (+0,3 % yoy). Rückläufig waren dagegen die Preise für „Lebensmittel“ (-1,2 % yoy), wozu insbesondere die Unterkomponente „frische Lebensmittel“ mit einem Rückgang um 5,1 % yoy beigetragen hat. Darüber hinaus verbilligten sich „Haushaltswaren“ (-1,5 % yoy), „Bücher und Freizeit“ (-0,3 % yoy) sowie „Gesundheit“ (-0,3 % yoy).

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.