1. Die Daten vom Arbeitsmarkt und für die Industrieproduktion, die heute veröffentlicht wurden, waren auf den ersten Blick enttäuschend, deuten jedoch bei genauerer Betrachtung darauf hin, dass das positive Konjunkturbild weiterhin intakt ist. So stieg die Arbeitslosenquote im Oktober überraschend von 4,2 % auf 4,5 % an (Bloomberg-Median und DekaBank: 4,2 %). Sie befindet sich damit wieder auf dem Stand von März 2005. Nachdem die Beschäftigtenzahl im September um 530.000 Personen zugenommen hatte, fiel sie im Oktober um 230.000 Personen. Die Relation von offenen Stellen zu Bewerbern stieg auf einen Wert von 0,98 (ein Wert unter eins bedeutet, dass es mehr Bewerber als offene Stellen gibt). Dies ist der höchste Wert seit Oktober 1992.

Damit ist die Bilanz des Arbeitsmarktberichts durchwachsen, doch insgesamt ist die Lage am Arbeitsmarkt als anhaltend gut zu bezeichnen. Dies dürfte den privaten Konsum weiterhin stützen. Hierzu passt der kräftige Anstieg der Haushaltsausgaben der Gehaltsempfänger im Oktober um 1,2 % gegenüber dem Vormonat, der die Märkte positiv überraschte (Bloomberg-Median: 0,5 %), nachdem die gestern bekannt gegebenen Einzelhandelsumsätze vom Oktober mit einem Rückgang um 0,3 % gegenüber dem Vormonat enttäuscht hatten.

2. Die Industrieproduktion vom Oktober lag mit einem Anstieg um 0,6 % gegenüber dem Vormonat deutlich unter den Erwartungen (Bloomberg-Median: 1,3 %, DekaBank: 1,2 %) wie auch unterhalb der Regierungsprognose vom Vormonat (2,4 %). Weder der Maschinenbau noch die Produktion von Informations- und Kommunikationsausrüstungen konnten die starken Rückgänge vom Vormonat wettmachen. Ein Teil der Nachfrage wurde wohl aus den gut gefüllten Lagern bedient, denn die Auslieferungen stiegen deutlich an, während die Lagerbestände rückläufig waren. Daraus ergibt sich eine gegenüber dem September wieder gesunkene Relation von Lagerbeständen zu Auslieferungen. Diese liegt jedoch deutlich über dem Vorjahresniveau, d.h. die Lager sind weiterhin recht gut bestückt. Insgesamt dürfte sich demzufolge die Produktion in den kommenden Monaten dank der stabilen konjunkturellen Entwicklung zwar positiv, aber doch eher moderat entwickeln. Die aktuelle Regierungsprognose von +4,6 % mom für November scheint in diesem Kontext erneut zu optimistisch. Für den Dezember wird ein Plus von 0,6 % mom vorhergesagt.

3. Mögen die heutigen Daten auf den ersten Blick auch enttäuscht haben, insgesamt passen sie doch recht gut zu unserer Einschätzung, dass sich Japan in einer stabilen Phase der konjunkturellen Erholung befindet. Allein schon das hohe Niveau der Relation von offenen Stellen zu Bewerbern dürfte den Haushalten die Angst vor Arbeitslosigkeit nehmen und damit den privaten Konsum stärken. Und mag die Industrieproduktion auch enttäuscht haben, eine Jahresveränderungsrate von 3,0 % im Oktober zeigt, dass das das Wachstum ganz passabel ist – immerhin ist die Produktion jetzt schon drei Monate in Folge gestiegen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.