Tokio (BoerseGo.de) - Medienberichten zufolge will der japanische Ministerpräsident Shinzu Abe seinen als reformfreudig geltenden Vertrauten Yasuhisa Shiozaki zum Minister für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt ernennen. Er wäre damit auch für den staatlichen Pensionsfonds GPIF zuständig. Der Fonds ist einer der weltweit größten institutionellen Investoren und war per Ende August rund 928 Milliarden Euro schwer. Der GPIF könnte dann künftig verstärkt in japanische Aktien investieren.

    Wie das Arbeitsministerium in Tokio am Dienstag derweil mitteilte, sind die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer im Juli angestiegen, was aber auch Boni-Zahlungen geschuldet ist. Den Angaben zufolge lag das durchschnittliche Einkommen im Juli mit 369.846 Yen (umgerechnet sind das ca. 2.000 Euro) um 2 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das Ministerium wertete die Zahlen als positiv. „Die Zeit der sinkenden Einkommen, der bis in das Frühjahr hinein angehalten hat, scheint beendet zu sein“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Ministeriumssprecher in Tokio. Zum letzten Mal waren die Einkommen im November 2004 im Jahresvergleich um 2 Prozent gestiegen. Wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. April und einer Inflation von derzeit knapp 1,5 Prozent ist die reale Kaufkraft der Verbraucher trotz der höheren Löhne aber auch im Juli weiter zurückgegangen. Das Arbeitsministerium meldete inflationsbereinigt ein Minus von 1,4 Prozent.

    Japans Regierungschef Abe fordert die Unternehmen des Landes in steter Regelmäßigkeit dazu auf, die Löhne zu erhöhen. Er hofft, mit steigenden Löhnen der Binnenkonjunktur entscheidend unter die Arme zu greifen und damit den Aufschwung anzukurbeln. Viele Unternehmen könnten sich höhere Mitarbeiterentgelte leisten. Durch eine extrem lockere Geldpolitik der Bank von Japan und die damit verbundene Schwächung des Yen haben vor allem die Exportunternehmen im letzten Geschäftsjahr wieder Rekordgewinne eingefahren.