1. Die Expansion der japanischen Volkswirtschaft hat sich erwartungsgemäß auch im ersten Quartal des Jahres 2006 fortgesetzt. Die Zunahme des realen Bruttoinlandsproduktes war allerdings mit 0,5 % qoq (1,9 % qoq, ann.) stärker als von der Mehrheit der Analysten erwartet, wir dagegen waren zu Recht optimistischer (Bloomberg-Median: 0,3 %, DekaBank: 0,4 %). Das nominale Bruttoinlandsprodukt stagnierte allerdings nahezu im ersten Quartal, sodass das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts vor allem auf den negativen gesamtwirtschaftlichen Deflator (-1,3 % yoy) zurückzuführen ist. Gleichzeitig kam es zu einer Revision der Quartalsergebnisse des Jahres 2005, wobei das erste Quartal nach oben und die anderen drei nach unten korrigiert wurden. Somit liegt der Jahresdurchschnitt 2005 nunmehr bei 2,6 % (zuvor: 2,7%). Zudem ist Japan mit einem geringeren statistischen Überhang ins Jahr 2006 gestartet.

2. Der Aufschwung in Japan wird weiterhin von der Binnenwirtschaft getragen. Die privaten Konsumausgaben wurden, beflügelt von der guten Lage am Arbeitsmarkt und der günstigen Einkommensentwicklung, um 0,4 % qoq ausgeweitet. Die staatlichen Konsumausgaben expandierten um 0,1 % qoq. Erfreulicherweise stiegen die Anlageinvestitionen, nach einem schwachen Vorquartal, in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,4 % qoq (2,4 % yoy). Dies ist vor allem auf die Expansion der gewerblichen und der Wohnungsbauinvestitionen zurückzuführen; die staatlichen Investitionen waren im Vergleich zum Vorquartal rückläufig. Der Außenbeitrag stieg leicht an, wobei sowohl die Export- als auch die Importtätigkeit im ersten Quartal mit 2,7 % bzw. 3,0 % jeweils kräftig ausgeweitet wurde. Die Zusammensetzung der Wachstumsbeiträge verdeutlicht den stützenden Einfluss der Binnennachfrage auf die Konjunktur: Der private Konsum und die gewerblichen Investitionen lieferten mit jeweils 0,2 Prozentpunkten gleich starke Wachstumsbeiträge. Vom Außenbeitrag kamen weitere 0,1 Prozentpunkte. Die Staatsinvestitionen bremsten hingegen mit 0,2 Prozentpunkten.

3. Diese Zahlen bestätigen das robuste Konjunkturbild, das wir von Japan haben. Wir erwarten auch für den weiteren Jahresverlauf kräftig expandierende private Konsumausgaben, denn die Konsumfreude der Verbraucher wird nachhaltig von der guten Lage am Arbeitsmarkt und steigenden Löhnen beeinflusst. Auch die Bereitschaft der Unternehmen zu investieren ist durch die strukturellen Reformen der vergangenen Jahre zunehmend gestärkt worden. Alles in allem ist der Aufschwung in Japan auf ein solides Fundament gebaut.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.