Die japanische Notenbank will trotz gesenkter Inflations- und Wachstumserwartungen ihre Geldpolitik derzeit nicht weiter lockern. Das Programm zur „quantitativen und qualitativen Lockerung“ werde unverändert fortgesetzt, teilte die Bank of Japan am Freitag im Rahmen ihres Zinsentscheids mit. Japanische Staatsanleihen werden weiter in einem Nettovolumen von 80 Billionen Yen pro Jahr gekauft, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in einem Volumen von 3 Billionen Yen und Immobilientrusts (REITs) in einem Volumen von 90 Milliarden Yen pro Jahr. Insgesamt soll die Geldbasis um ungefähr 80 Billionen Yen pro Jahr ausgeweitet werden.

    Das Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent dürfte nach Einschätzung der Notenbank nun erst in der zweiten Hälfte des im März beginnenden neuen Fiskaljahres erreicht werden. Damit wurde die Prognose um ein halbes Jahr nach hinten verschoben. Die Prognose für die Inflationsrate im laufenden Jahr wurde von 0,7 auf 0,1 Prozent gesenkt. Wie auch in den USA und in Europa ist die Inflationsrate besonders wegen der gesunkenen Öl- und Energiepreise sehr niedrig. Die Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Bank of Japan im laufenden Jahr nur um 1,2 Prozent (bisher: 1,7 Prozent) und im kommenden Jahr um 1,4 Prozent (bisher: 1,5 Prozent) wachsen. Die Bank of Japan sieht weiter eine „moderate Erholung“ der japanischen Wirtschaft.

    Die japanische Notenbank hat ihre Geldpolitik bereits so stark gelockert wie keine andere Notenbank eines Industriestaates. Die folgende Grafik zeigt anschaulich die Ausweitung der Geldbasis in den vergangenen Jahren. Durch die ultralockere Geldpolitik soll die jahrelange Deflationsphase endgültig überwunden werden.

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