Tokio (Godmode-Trader.de) - Der bedeutendste japanische Konjunkturindikator, der Tankan-Bericht der Bank of Japan, signalisiert eine anhaltend robuste Konjunktur. Wie aus der am Montag veröffentlichten Umfrage hervorgeht, bleibt der Stimmungsindex für die drei Monate bis Dezember für die großen Industriekonzerne bei plus 12 Punkten. Überwiegend wurde am Markt mit einem leichten Rückgang des Index gerechnet.

    Ein positiver Index bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Zwar herrscht allgemein Sorge über einen konjunkturellen Abschwung beim wichtigen Handelspartner China. Andererseits profitieren die Konzern auch von den niedrigen Ölpreisen. „Die Unternehmen verdienen momentan sehr gut. Dies scheint die Unsicherheit über die Zinserhöhung der amerikanischen Fed und die geringere Dynamik des chinesischen Wachstums aktuell noch zu kompensieren“, schreibt die NordLB in einem Kommentar.

    Dass die Konjunkturdaten dennoch nicht ganz spurlos an den Unternehmenslenkern vorbeigegangen sind, kann man an der Erwartungskomponente ablesen. Für die kommenden drei Monate ist die Großindustrie des Landes deutlich weniger zuversichtlich. Der Index dürfte demnach zum März auf plus 7 absinken, so die Erwartung.

    Bei den Unternehmen im Nicht-Verarbeitenden Gewerbe blieb der Indexwert ebenfalls stabil und belief sich weiterhin auf plus 25 Zähler. Auch hier hatten Experten mit einer Verschlechterung gerechnet. Doch auch diese Unternehmen sehen wegen China deutlich weniger optimistisch auf das kommende Quartal. Der Index dürfte der Umfrage zufolge um 7 Punkte auf plus 18 sinken.

    Die japanische Konjunktur ist vor allem aufgrund des robusten Binnenmarktes gut aufgestellt. Die Arbeitslosigkeit ist gering und die Lohnentwicklung wird sich im nächsten Jahr entsprechend anpassen. Befragt wurden von der Bank of Japan rund 11.000 Unternehmen. Branchenübergreifend wollen demnach Japans Großunternehmen die Kapitalausgaben im noch bis 31. März 2016 laufenden Steuerjahr im Schnitt um 10,8 Prozent aufstocken.