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Tokio (Godmode-Trader.de) - Laut der heute veröffentlichten zweiten Schätzung der Regierung ist die japanische Wirtschaft im Zeitraum zwischen April und Juni um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal (3,0 % annualisiert) gewachsen. In der vorläufigen Schätzung war ein Anstieg von 0,5 Prozent ermittelt worden. Das Ergebnis lag im Rahmen des Bloomberg-Median.

Die Aufwärtskorrektur des BIP war fast ausschließlich auf stärkere Unternehmensinvestitionen zurückzuführen, die um 3,1 Prozent zulegten. Zunächst war hier ein Anstieg um 1,3 Prozent errechnet worden. „Die verfügbaren Konjunkturdaten deuten jedoch darauf hin, dass sich der Wachstumsschub im zweiten Quartal als kurzlebig erweisen wird“, kommentierte das Analysehaus Capital Economics. Im Juli sei die Industrieproduktion zum dritten Mal in Folge gesunken. Die Unternehmen prognostizierten für August einen Anstieg der Produktion um 5,6 Prozent, aber solche optimistischen Prognosen würden selten realisiert. Die Experten erwarten, dass die Industrieproduktion im dritten Quartal unverändert bleiben wird.

Weitere Daten bestätigen den Trend: Die Investitionsgüterlieferungen gingen im Juli zum dritten Mal in Folge zurück, und der Einzelhandelsabsatz ist auf gutem Weg im dritten Quartal zu schrumpfen. Darüber hinaus dürften die Nettoexporte das Wachstum im dritten Quartal voraussichtlich belasten. Deshalb erwarten Experten, dass sich das Wachstum Japans in diesem Jahr abschwächen wird.

Der Hauptgrund für die Verlangsamung ist, dass die Wirtschaft in Japan unter Kapazitätsengpässen leidet. Die Arbeitslosenquote ist die niedrigste seit Anfang der 90er Jahre, und die Unternehmen melden eine große Knappheit an Fachkräften.

Die Firmen versuchen, diese Kapazitätsengpässe zu beheben, indem sie mehr investieren. Tatsächlich stiegen die Unternehmensinvestitionen im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent im Vorjahresvergleich und das Verhältnis der gewerblichen Investitionen zur Produktion ist das höchste seit Anfang der 90er Jahre. Aber diese Bemühungen schlugen sich keineswegs in einer höheren Produktivität nieder: Im vergangenen Jahr sank diese pro Erwerbstätigem um 0,8 Prozent.