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Tokio (Godmode-Trader.de) - Japans Regierung hat am heutigen Montag düstere Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Demnach geriet die Wirtschaft im Schlussquartal 2019 in arge Turbulenzen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Zeitraum Oktober bis Ende Dezember 2019 mit einer annualisierten Rate von 6,3 Prozent. Das ist die stärkste Schrumpfung seit dem zweiten Jahresviertel 2014. Im Vergleich zum Vorquartal fiel die Wirtschaftsleistung in der Berichtsperiode um 1,6 Prozent. Analysten hatten zwar eine rückläufige Wirtschaftsleistung erwartet, allerdings in einem weitaus geringeren Tempo.

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Ein wichtiger Grund für den Einbruch dürfte die Erhöhung der Mehrwertsteuer von Anfang Oktober sein. Die Anhebung war mehrfach verschoben worden, weil eine vorherige Erhöhung im Jahr 2014 die Wirtschaft stark belastet hatte. Der Einbruch des privaten Verbrauchs um 2,9 Prozent im Quartalsvergleich war etwas ausgeprägter als nach der Steuererhöhung 1997, blieb aber immer noch hinter dem Einbruch von 4,8 Prozent im Quartalsvergleich im zweiten Quartal 2014 zurück. Belastet wurde die Wirtschaft zudem von der ebenfalls stark rückläufigen Investitionstätigkeit der Unternehmen. Dies dürfte eine direkte Folge des im Berichtszeitraum noch akuten Handelskonflikts zwischen den USA und China sein. Der Einbruch von 3,7 Prozent im Berichtsquartal bei den Investitionen im Nicht-Wohnungsbau markierte den größten Rückgang seit der Rezession 2008/09.

Der japanischen Wirtschaft droht nun mit dem Coronavirus-Ausbruch im benachbarten China neues Ungemach. Rezessionsängste sind daher durchaus angebracht. Das Analysehaus Capital Economics macht dennoch Hoffnung: „Wir gehen davon aus, dass die Talfahrt in Japan nur vorübergehend sein wird und dass das große Konjunkturprogramm der Regierung (aus dem vergangenen Jahr) auch dazu beitragen dürfte, die Wirtschaft wieder zu stabilisieren“, heißt es in einer ersten Reaktion auf die heutigen Wirtschaftsdaten.