Berkshire Hathaway, die Investmentholding von Starinvestor Warren Buffett, hat in der aktuellen Krise Aktien von Fluggesellschaften und einer Bank verkauft. Doch was dahinter steckt, dazu hat sich Buffett bisher nicht öffentlich geäußert. Während sich Buffett seit Wochen bedeckt hält, hat sich jetzt Charles Munger, 96-jähriger Vizechef von Berkshire Hathaway, in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" zur Coronakrise geäußert.

Haben Buffett und Munger ihre in den vergangenen Jahren aufgebauten Cashreserven von 128 Milliarden Dollar in der Krise auch im großen Stil zum Aktienkauf genutzt? Das scheint nicht der Fall zu sein.

"Im Grunde verhalten wir uns wie der Kapitän eines Schiffes, wenn der schlimmste Taifun, der jemals passiert ist, auf uns zukommt", sagte Munger in dem am Freitag veröffentlichten Interview. "Wir wollen nur durch den Taifun kommen und wollen lieber mit viel Liquidität herauskommen."

"Warren möchte Berkshire für Menschen schützen, die 90 Prozent ihres Nettovermögens [in Berkshire] investiert haben", sagte Munger. "Wir werden immer auf der sicheren Seite sein. Das bedeutet nicht, dass wir nichts ziemlich Aggressives tun oder eine Gelegenheit ergreifen könnten. Aber im Grunde werden wir ziemlich konservativ sein. Und wir werden auf der anderen Seite sehr stark herauskommen."

Buffett ist bekannt dafür, vor allem dann zu kaufen, wenn die Kurse stark gefallen sind und die Bewertungen am Boden liegen. So kaufte Buffett während der Finanzkrise 2008 große Aktienpakete verschiedener Unternehmen. Wegen seiner auch damals hohen Cashreserven bemühten sich zudem viele Wall-Street-Größen darum, von Buffett gerettet zu werden. Doch das hat sich offenbar geändert, wie Munger jetzt sagt. "Jeder ist nur erstarrt. Und das Telefon klingelt nicht. Jeder ist gerade in der Position erstarrt, in der er sich befindet." Die Fluggesellschaften hätten mit der Regierung, aber nicht mit Buffett über Rettungsgelder verhandelt.

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B-Aktien von Berkshire Hathaway

Die aktuelle Situation hält Munger für beispiellos in der Geschichte. Die US-Wirtschaft werde mit Sicherheit in eine Rezession stürzen. Wie tief diese allerdings werde, sei ungewiss, so Munger. "Die einzige Frage ist, wie groß es sein wird und wie lange es dauern wird. Ich denke, wir wissen, dass es vorübergehen wird. Aber wie viel Schaden [es anrichten wird] (...) und wie lange es dauern wird, weiß niemand."

Mit einer Wiederholung der Weltwirtschaftskrise rechnet Munger nicht, da die Regierungen heute viel aktiver seien als früher. Aber das ganze Gelddrucken könnte irgendwann zum Problem werden, befürchtet Munger.

Früher oder später werde man wieder ein moderates Wachstum haben, so Munger. Aber die Konsequenzen könnten auch langfristig schlimm sein. "Es ist durchaus möglich, dass wir nie wieder - nicht in einer sehr langen Zeit - wieder ein Beschäftigungsniveau haben werden, wie wir es gerade verloren haben", befürchtet Munger mit Blick auf die explodierende Arbeitslosigkeit.

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