• ISHS CORE DAX ESG UCITS - Kürzel: EXIA - ISIN: DE000A0Q4R69
    Börse: Lang & Schwarz / Kursstand: 5,010 €
  • DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 15.394,46 Pkt

Keine Frage: Der DAX steht bei ganz vielen deutschen Anlegern im Fokus. Das ist nicht unbedingt gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass global diversifiziertes Investieren risikobereinigt in der Regel die besseren Renditen bringt und vielversprechende Aktien oft eher in der zweiten Reihe zu finden sind. Trotzdem gibt es natürlich Anleger, die auch in die erste deutsche Börsenliga investieren wollen, beispielsweise per ETF.

Seit gestern haben Anleger die Möglichkeit, per ETF in eine nachhaltige DAX-Variante zu investieren. Der größte ETF-Anbieter iShares hat mit dem iShares DAX ESG UCITS ETF (ISIN: DE000A0Q4R69) einen entsprechenden ETF aufgelegt.

Nachhaltig bedeutet in diesem Fall, dass sogenannte ESG-Kriterien berücksichtigt werden. ESG steht für "Environmental, Social and Governance". Investieren nach ESG-Kriterien bedeutet also, dass ökologische, soziale und Kriterien der guten Unternehmensführung bei der Auswahl und Gewichtung der Aktien eine Rolle spielen. Wie dies genau geschieht, ist im Detail allerdings sehr komplex.

Wer jetzt allerdings denkt, dass sich der "nachhaltige" DAX stark vom regulären DAX unterscheidet, hat sich getäuscht. Im "nachhaltigen" DAX sind fast die gleichen Aktien in fast der gleichen Gewichtung enthalten wie im regulären DAX.

Bei der Einzeltitelauswahl gibt es tatsächlich nur drei Unterschiede: Die Aktien des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines und die Papiere der Energiekonzerne E.ON und RWE sind im nachhaltigen DAX wegen ihres zu schlechten Abschneidens nach ESG-Kriterien nicht enthalten. Zusätzlich im DAX ESG sind dafür Symrise, Zalando und Brenntag zu finden.

Die folgenden beiden Tabellen zeigen die größten positiven und negativen Abweichungen in Prozentpunkten bei der Gewichtung der Einzeltitel zwischen dem nachhaltigen DAX-ETF und dem regulären DAX-ETF von iShares (Stand: 19.05.2021).

Aktien Anteil DAX-ESG-ETF Anteil DAX-ETF Differenz in Prozentpunkten
Symrise 2,03 % 0 % 2,03 PP
Covestro 2,76 % 0,91 % 1,85 PP
Henkel 3,10 % 1,38 % 1,72 PP
Merck 3,00 % 1,55 % 1,45 PP
Continental 2,46 % 1,02 % 1,44 PP

Das Gewicht von Symrise, Covestro, Henkel, Merck und Continental ist also im ESG-ETF deutlich höher als im regulären DAX-ETF (Symrise ist im regulären DAX überhaupt nicht enthalten).

Aktien Anteil DAX-ESG-ETF Anteil DAX-ETF Differenz in Prozentpunkten
Volkswagen 1,10 % 3,23 % -2,13 PP
E.ON 0 % 1,88 % -1,88 PP
RWE 0 % 1,83 % -1,83 PP
BASF 3,71 % 5,34 % -1,63 PP
Linde 8,92 % 10,42 % -1,50 PP

Volkswagen, E.ON, RWE, BASF und Linde sind im ESG-ETF deutlich geringer gewichtet als im normalen DAX-ETF (E.ON und RWE sind im ESG-ETF überhaupt nicht enthalten).

Kritisch angemerkt werden muss, dass die Veränderungen bei den Einzeltiteln bei oberflächlicher Betrachtung nicht unbedingt immer sinnvoll sind. Volkswagen etwa schneidet nach ESG-Kriterien als größtenteils konventioneller Autobauer derzeit zwar eher schlecht ab, unternimmt gleichzeitig aber große Anstrengungen in Richtung einer ökologischen Transformation. Ob es also angemessen ist, Volkswagen nach nachhaltigen Kriterien stark unterzugewichten, kann man zumindest kritisch hinterfragen.

Neben dem neuen DAX-30-ETF von iShares haben die ETF-Anbieter Lyxor und Amundi übrigens seit einiger Zeit ETFs im Angebot, die den HDAX (DAX plus MDAX und TecDAX) in einer nachhaltigen Variante unter der Bezeichnung "DAX 50 ESG" abbilden.

Fazit: Anleger haben nun auch die Möglichkeit, in eine nachhaltige Variante des DAX per ETF zu investieren. Allerdings halten sich die Unterschiede zum regulären DAX doch sehr in Grenzen. Das ist durchaus auch so gewollt. Die ESG-Indizes sollen zwar ökologische, soziale und Kriterien der guten Unternehmensführung berücksichtigen, gleichzeitig aber auch noch eine möglichst große Ähnlichkeit mit dem jeweiligen Referenzindex aufweisen. Wer großen Wert auf nachhaltiges Investieren legt, den wird dies kaum wirklich befriedigen. Alternativen bleiben dann zum Beispiel Investments in besonders nachhaltige Einzelaktien oder per ETF in Branchen wie saubere Energie oder Elektromobilität. Wer wiederum einen breit diversifizierten passiven Anlageansatz verfolgt, wird ohnehin eher nicht zu einem ETF auf den DAX greifen, sondern eher zu globalen investierenden ETFs, die es bereits seit längerer Zeit ebenfalls in nachhaltigen Varianten gibt.


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