• IWF wird weniger pessimistisch
    • US-Großbanken JPMorgan Chase und Citigroup übertreffen Erwartungen
    • Qiagen übertrifft eigene Prognose
    • ZEW-Konjunkturerwartungen trüben sich deutlich ein
    • Johnson & Johnson pausiert Covid-Impfstofftests nach Erkrankung
    • Hypoport steigert Transaktionsvolumen
    • Gerresheimer bestätigt Ziele
    • China: Exporte wachsen kräftig
    • Disney kündigt strategische Neuausrichtung an

    DAX & Wall Street

    • Am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag Gewinnmitnahmen das Bild bestimmt. Der DAX beendete den Xetra-Handel mit einem Minus von 0,91 Prozent bei 13.018,99 Punkten. Für Verunsicherung sorgte bereits am Morgen die Nachricht, dass der Pharmakonzern Johnson & Johnson seine Covid-Impfstofftests nach der Erkrankung eines Studienteilnehmers vorsichtshalber gestoppt hat. Die am Mittag gemeldeten Zahlen der US-Großbanken JPMorgan Chase und Citigroup sind besser als erwartet ausgefallen. Bei beiden Banken hinterließ die Corona-Krise weniger starke Spuren als befürchtet. Die am Dienstag gemeldeten Konjunkturdaten fielen unterdessen gemischt aus. Die ZEW-Konjunkturerwartungen der Finanzanalysten und institutionellen Anleger für Deutschland haben sich im Oktober viel stärker eingetrübt als erwartet. Aus China kamen hingegen gute Außenhandelsdaten. So sind im September sowohl die Exporte als auch die Importe im Vergleich zum Vorjahresmonat stark gestiegen. Auch die Pkw-Verkäufe in China wuchsen zuletzt kräftig.
    • Der Dow Jones Industrial schloss heute 0,55 Prozent im Minus bei 28.679,81 Punkten, der S&P 500 verschlechterte sich um 0,63 Prozent auf 3.511,93 Punkte. Der Nasdaq 100 verlor nur 0,04 Prozent auf 12.083,17 Zähler.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen

    • Der Hauptaktionär Themis trennt sich von Dermapharm-Aktien. Im Rahmen einer beschleunigten Platzierung sollen rund 5,34 Millionen Aktien, was rund 10 Prozent es Grundkapitals entspricht, veräußert werden, wie zum Ende des Xetra-Handels in Frankfurt mitgeteilt wurde. Weitere Anteilsverkäufe seien derzeit nicht geplant. Die Aktien tendierten nachbörslich in einer ersten Reaktion rund fünf Prozent schwächer.
    • Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ein Verfahren gegen die Deutsche Bank im Zusammenhang mit einem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank gegen die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 13,5 Millionen Euro eingestellt, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Die Deutsche Bank hatte Geldwäsche-Verdachtsanzeigen zu spät abgegeben. Der zwischenzeitlich erhobene Vorwurf der Beihilfe zur Geldwäsche wurde laut Deutscher Bank aber ausgeräumt.
    • Angesichts des Debakels rund um den Crash-Flieger 737 Max und die Corona-Krise sind die Auslieferungen beim US-Flugzeugbauer Boeing im dritten Quartal weiter eingebrochen. Boeing lieferte nur noch 28 Flugzeuge aus, nach 63 im Vorjahresquartal. Seit Jahresbeginn verzeichnete Boeing zudem bereits 381 Stornierungen, vor allem von Flugzeugen des Typs 737 Max.
    • Kreisen zufolge befinden sich Saudi Aramco und BlackRock in Verhandlungen über den Verkauf von Pipeline-Anteilen im Wert von 10 Milliarden Dollar. Saudi Aramco würde durch den Abschluss in einem Umfeld von niedrigen Ölpreisen seine Liquidität erhöhen.
    • Der Umsatz des Laborausrüsters Qiagen ist im dritten Quartal sowohl zu tatsächlichen Wechselkursen als auch zu konstanten Wechselkursen um 26 Prozent auf 481,3 Millionen Dollar nach 382 Millionen im Vorjahreszeitraum gestiegen. Das Umsatzwachstum lag damit über dem Wert der am 13. Juli 2020 veröffentlichten Prognose, die ein Plus von 16-21 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Der Gewinn pro Aktie liegt bei 0,58 Dollar und somit 61 Prozent über dem Vorjahreswert und am oberen Rand der letzten Prognose von etwa 0,52-0,58 Dollar. Der über den Erwartungen liegende Umsatz sei Ergebnis einer weiterhin sehr guten Nachfrage nach Produkten für Covid19-Tests, heißt es. Der Umsatz mit Nicht-Covid19-Produkten ging im Vorjahresvergleich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zurück.
    • Die US-Großbank JPMorgan Chase hat im dritten Quartal mit einem unerwarteten Gewinnanstieg die Erwartungen der Wall-Street-Analysten übertroffen. Unter dem Strich legte der Gewinn von 9,08 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 9,44 Milliarden Dollar zu. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich entsprechend von 2,68 Dollar auf 2,92 Dollar, während die Analysten einen Rückgang auf 2,23 Dollar erwartet hatten.
    • Die US-Bank Citigroup hat im dritten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,40 Dollar die Analystenschätzungen von 0,92 Dollar übertroffen. Die Erträge lagen mit 17,3 Milliarden Dollar ebenfalls über den Erwartungen von 17,22 Milliarden.
    • Delta Air Lines verfehlt im dritten Quartal mit einem Ergebnis je Aktie von -$8,47 die Analystenschätzungen von -$3,00. Umsatz mit $2,6 Mrd. unter den Erwartungen von $3,11 Mrd.
    • Johnson & Johnson übertrifft im dritten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von $2,20 die Analystenschätzungen von $1,98. Umsatz mit $21,1 Mrd. über den Erwartungen von $20,2 Mrd.
    • Die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen lagen im September um 82,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitgeteilt hat. Das Frachtvolumen lag mit 162.558 Tonnen um 5,2 Prozent unter dem Vorjahresmonat.
    • Der Finanzdienstleister Hypoport hat in den ersten neun Monaten 2020 das Transaktionsvolumen auf seiner sogenannten Europace-Plattform weiter gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte das Transaktionsvolumen um 30 Prozent zu, wie das Unternehmen mitteilte.
    • Der Verpackungshersteller Gerresheimer hat im dritten Quartal einen leichten Umsatzrückgang verzeichnet. Die Umsatzerlöse verringerten sich gegenüber dem Vorquartal um 2,6 Prozent auf 349,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Organisch legte der Umsatz hingegen um 0,4 Prozent zu, im Kerngeschäft sogar um 2,1 Prozent. Das angepasste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted EBITDA) erhöhte sich um 4,1 Prozent auf 75 Millionen Euro. Für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einer starken Entwicklung. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. So werden ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Adjusted EBITDA-Marge von rund 21 Prozent erwartet.
    • Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson stoppt vorübergehend sämtliche Covid-19-Impfstofftests, nachdem ein Studienteilnehmer erkrankt ist. Die Ursache der Erkrankung ist unklar. Betroffen ist unter anderem eine große Phase-3-Studie, in deren Rahmen ein Impfstoff an rund 60.000 Menschen getestet werden soll. Ein unabhängiges Gremium prüft nun die Erkrankung des Studienteilnehmers. Im September hatte bereits AstraZeneca wegen einer unerklärten Erkrankung eines Studienteilnehmers seine Impfstoffstudien pausiert. Eine Studie von AstraZeneca in Großbritannien wurde nach kurzer Zeit wieder gestartet, während eine US-Studie weiter pausiert.
    • Der Medienkonzern Walt Disney hat eine strategische Neuausrichtung angekündigt. Unter anderem soll dabei mehr Gewicht auf die Streaming-Dienste gelegt werden. Die Aktien konnten in den USA im außerbörslichen Handel deutlich zulegen.

    Konjunktur & Politik

    • Wie die Welthandelsorganisation (WTO) mitgeteilt hat, darf die EU darf im Handelsstreit um US-Subventionen für Boeing gegen die USA Strafzölle von knapp vier Milliarden Dollar verhängen. Vor einem Jahr hatte die WTO den USA Strafzölle von sieben Milliarden Dollar genehmigt.
    • Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine pessimistischen Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft sowie zahlreiche Regionen und Länder nach oben revidiert. So rechnet der IWF für Deutschland im laufenden Gesamtjahr mit einem Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt von 6,0 Prozent, nachdem zuvor ein BIP-Minus von 7,8 Prozent erwartet worden war. Die Erholung im kommenden Jahr soll dafür nur 4,2 Prozent statt der bisher erwarteten 5,4 Prozent betragen. Für die Eurozone werden 2020 und 2021 minus 8,3 (zuvor minus 10,2) und plus 5,2 (plus 6,0) Prozent erwartet. Für die USA wird 2020 nun mit einem BIP-Minus von 4,3 Prozent im Gesamtjahr 2020 gerechnet , nachdem zuvor ein Minus von 8,0 Prozent erwartet worden war. Die Weltwirtschaft dürfte um 4,4 Prozent schrumpfen, nachdem zuvor ein Minus von 5,2 Prozent erwartet wurde. Die chinesische Wirtschaft dürfte 2020 um 1,9 Prozent (zuvor 1,0) und 2021 um 8,2 Prozent wachsen, schätzt der IWF.
    • Die ZEW-Konjunkturerwartungen der Finanzanalysten und institutionellen Anleger für Deutschland haben sich im Oktober viel stärker eingetrübt als erwartet. Der Index für die Konjunkturerwartungen sank auf 56,1 Punkte von 77,4 im Vormonat. Erwartet wurde nur ein leichter Rückgang auf 74,1 Punkte. Der Index der Lagebeurteilung stieg von minus 66,2 auf minus 59,5 Punkte (Prognose: minus 60 Punkte). Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sanken von 73,9 auf 52,3. Erwartet wurde auch hier ein viel schwächerer Rückgang auf 72,0 Punkte.
    • Der chinesische Automarkt ist im September weiter gewachsen. Insgesamt legten die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,4 Prozent auf 1,94 Millionen Fahrzeuge zu, wie der Branchenverband China Passenger Car Association mitteilte. Damit wachsen die Autoverkäufe in China im Vorjahresvergleich bereits wieder den dritten Monat in Folge.
    • Die Inflationsrate in Deutschland lag im September bei minus 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Morgen im Rahmen der endgültigen Meldung bestätigte. Damit lag die Inflationsrate zum zweiten Mal in diesem Jahr unter null, nachdem sie im Juli bereits auf minus 0,1 Prozent gefallen war, sich im August aber wieder erholt hatte. Ein Grund für die niedrige Inflationsrate ist weiterhin die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer, die als eine Maßnahme des Konjunkturpakets der Bundesregierung zum 1. Juli 2020 umgesetzt wurde und sich seitdem im Vorjahresvergleich dämpfend auf die Verbraucherpreise auswirkt. Im Vergleich zum August gingen die Verbraucherpreise im September ebenfalls um 0,2 Prozent zurück. Auf Basis des harmonisierten Verbraucherpreisindex gingen die Verbraucherpreise im September sowohl im Vergleich mit dem Vorjahr als auch mit dem Vormonat um 0,4 Prozent zurück.
    • China: Die Exporte lagen im September um 9,9 Prozent über dem Vorjahresmonat, die Importe um 13,2 Prozent höher. Im August hatten die Exporte um 9,5 Prozent über dem Vorjahresmonat und die Importe um 2,1 Prozent darunter gelegen. Der Handelsbilanzsaldo betrug im September 37,0 Milliarden Dollar, was deutlich unter der Prognose von 59,3 Milliarden Dollar lag.

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