• Amazon mit gemischten Zahlen
  • EZB: Leitzinsen bleiben bis mindestens Sommer 2019 unverändert
  • Unterschiedliche Reaktionen auf EU-USA-Handelsdeal
  • ifo: Treffen von Juncker und Trump weckt Hoffnungen
  • GfK-Konsumklima geht nur minimal zurück
  • ifo Beschäftigungsbarometer: Unternehmen weiterhin auf Mitarbeitersuche
  • Kerosinpreise machen American Airlines
  • McDonald's verdient trotz Umsatzrückgangs mehr
  • Daimler meldet starken Gewinneinbruch
  • Covestro erhöht Jahresziel
  • Puma bestätigt EBIT-Prognose für 2018
  • Kion verdient weniger, bestätigt aber die Guidance
  • Nestle verzeichnet gute Geschäfte in den USA und China
  • Aixtron macht Hoffnung auf die zweite Jahreshälfte

DAX & US-Märkte

  • Die Europäische Notenbank hatte heute wenig Neuigkeiten im Gepäck. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von 0,0 %. Auch die beim letzten Zinsentscheid veränderte Forward Guidance bestätigte der EZB-Rat. Das monatliche Volumen des Anleihekaufprogramms soll ab Oktober auf 15 Mrd. Euro halbiert werden, bevor die Anleihenkäufe mit dem Jahresende 2018 dann ganz enden sollen. Die Leitzinsen sollen noch mindestens "über den Sommer 2019" auf dem aktuellen Niveau bleiben. Der DAX reagierte kaum auf den Zinsentscheid. Bei einem Krisentreffen in Washington hatten sich US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Juncker am Vorabend überraschend auf einen Plan zur Beilegung des Konflikts verständigt. Von der vorerst abgewendeten Eskalation profitiert der DAX bereits den gesamten Handelstag. Bis zum Handelsende kletterte der Index um 1,83 Prozent auf 12.809,23 Punkte. Erleichterung herrscht vor allem bei den Autobauern, die zuletzt unter der Aussicht auf US-Strafzölle gelitten haben.
  • Die US-Indizes präsentierten sich heute in gemischter Form. Während Facebook (-19,0 %) den Nasdaq 100 (-1,4 %) von seiner Allzeithoch-Wolke riss, beendete der Dow Jones (+0,4 %) und der Russell 2000 (+0,6 %) den Tag positiv. Der breite S&P 500 verlor allerdings 0,3 Prozent. Die langlebigen Wirtschaftsgüter stiegen mit 1,0 % deutlich langsamer als erwartet (+3,2 %), aber ex Transport lagen sie wieder im Rahmen. Die Initial Claims verblieben derweil weiter auf tiefem Niveau und zeugen von einem engen Arbeitsmarkt. Am Nachmittag lief die Meldung über den Ticker, dass der französische Präsident Macron nicht zufrieden über die von EU-Kommissionspräsident Juncker ausgehandelten vorläufigen Vereinbarungen ist, und den Landwirtschaftssektor von den anstehenden Verhandlungen ausnehmen will. Ein umfangreiches Handelsabkommen mit den USA würde der Kontext nicht erlauben. Morgen werden die USA das Q2-Wachstum veröffentlichen. Laut US-Präsident Trump wird es wohl nicht bei 5,3 Prozent liegen, aber trotzdem "sagenhaft" sein. Nachbörslich meldete Amazon gemischte Zahlen und konnte sich über zwei Prozent ins Plus absetzen. Intel brach trotz auf den ersten Blick guten Zahlen ein und notiert zur Minute rund drei Prozent im Minus.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Amazon hat die Umsatzerwartungen zwar trotz einem Plus von 39,3 Prozent verfehlt, dafür allerdings die Gewinnerwartungen je Aktie um rund das Doppelte ($5,07 anstatt $2,54) übertroffen. Das operative Ergebnis stieg um 375 Prozent auf drei Milliarden Dollar und zertrümmerte damit ebenfalls die Wall Street-Schätzungen von rund 1,8 Milliarden. Im dritten Quartal sieht das Unternehmen einen in Relation zu den Erwartungen (58 Milliarden) schwachen Umsatz von 54-75,5 Milliarden Dollar, allerdings soll das Betriebsergebnis mit 1,4 bis 2,4 Milliarden Dollar deutlich über dem Konsens von 1,3 Milliarden Dollar liegen.
  • Mit neuer Struktur und selbstständigen Sparten will sich Daimler angesichts des Wandels in der Branche fit für die Zukunft machen. Für Autos und Vans soll es von 2020 an die Mercedes-Benz AG geben, wie der Stuttgarter Konzern mitteilte. Unter der Daimler Truck AG läuft dann das Geschäft mit Lastwagen und Bussen. Die Finanzdienstleistungssparte soll schon 2019 in Daimler Mobility AG umbenannt werden. Den Mitarbeitern in Deutschland hat der Konzern zugesichert, ihre Jobs bis mindestens Ende 2029 zu erhalten. Einen hohen dreistelligen Millionenbetrag soll das "Projekt Zukunft" kosten, über das die Aktionäre im Mai kommenden Jahres noch abstimmen müssen.
  • Der Netzwerkausrüster Nokia hat im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 6 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro verzeichnet. Der bereinigte operative Betriebsgewinn sank um 42 Prozent auf 334 Mio. Euro.
  • Der US-Sportartikelhersteller Under Armour hat auf dem Heimatmarkt, wo er drei Viertel des Gesamtgeschäfts erwirtschaftet wieder Erfolg. Zwischen April und Juni legten die Verkäufe wieder um zwei Prozent zu. Dadurch stiegen die Konzernerlöse stärker als erwartet um 8 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar.

  • Der US-Kreditkarten-Riese Mastercard hat den Gewinn im Frühjahr kräftig gesteigert. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum legte der Überschuss im zweiten Quartal um ein Drittel auf 1,6 Mrd. Dollar zu.
  • Die gestiegenen Kerosinpreise machen American Airlines zu schaffen, die Fluggesellschaft muss erneut ihre Gewinnziele kappen. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn dürfte in diesem Jahr nur noch 4,50 bis 5,00 US-Dollar je Aktie erreichen. Ende April hatte American Airlines noch 5 bis 6 Dollar in Aussicht gestellt.
  • Der US-Chipkonzern Qualcomm gibt den 44 Mrd. Dollar schweren Übernahmeversuch beim niederländischen Halbleiter-Spezialisten NXP auf. Man wolle stattdessen eigene Aktien für 30 Mrd. Dollar zurückkaufen, so der Konzern. Grund für die Absage sei die fehlende Freigabe chinesischer Wettbewerbsbehörden.
  • Die Fast-Food-Kette McDonald's hat im zweiten Quartal trotz eines Umsatzrückgangs mehr verdient. Der Nettogewinn kletterte auf 1,5 von 1,4 Mrd. Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 1,99 Dollar. Die von Factset befragten Analysten hatten mit 1,92 Dollar gerechnet.
  • Das Online-Netzwerk Facebook hat im zweiten Quartal schwächere Zahlen als erwartet vorgelegt: Im ersten vollen Quartal nach dem Datenskandal stieg der Umsatz um 42 Prozent auf 13,2 Mrd. Dollar, der Gewinn legte um 31 Prozent auf 5,1 Mrd. Dollar zu. Damit blieb das Online-Netzwerk hinter den Erwartungen zurück.
  • Eine schwächere Nachfrage in Europa und China und die Zölle auf Stahl und Aluminium machen Ford zu schaffen. Der US-Autobauer senkte nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr.
  • Der US-Kreditkartenanbieter Visa hat im Frühjahr deutlich mehr verdient. Im Quartal bis Ende Juni kletterte der Überschuss um 13 Prozent auf 2,3 Mrd. Dollar. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten.
  • Der US-Zahlungsdienstleister Paypal gab am Mittwoch nach Börsenschluss für das zweiten Quartal einen Nettogewinn von 526 Mio. Dollar, nach 411 Mio. im Vorjahreszeitraum bekannt.
  • Der Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal hohe Sonderbelastungen zu spüren bekommen. Das operative Ergebnis (EBIT) brach - unter anderem weil der Konzern in China höhere Rabatte geben musste - um ein Drittel auf 2,64 Mrd. Euro ein. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sackte um 29 Prozent auf 1,73 Mrd. Euro ab. Der Umsatz sank um 1 Prozent auf 40,76 Mrd. Euro. Am Gewinnausblick für das Gesamtjahr, der im Juni überraschend gesenkt wurde, hält der Konzern fest.
  • Der Kunststoffhersteller Covestro hat nach einem starken zweiten Quartal seine Jahresziele erhöht. Für 2018 wird nun mit einem Betriebsergebnis (Ebitda) über dem Wert des Vorjahres von 3,4 Mrd. Euro gerechnet. Bislang was ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres erwartet worden. Im vergangenen Quartal erhöhte sich das Betriebsergebnis (Ebit) um 16 Prozent auf 985 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um mehr als zehn Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Covestro profitierte vor allem von einem starken Geschäft mit dem Hochleistungskunststoff Polycarbonat.
  • Dank einer hohen Nachfrage in den USA und China hat der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle den Umsatz in der ersten Jahreshälfte um 2,3 Prozent auf 43,9 Mrd. CCHF gesteigert. Aus eigener Kraft wuchs der Konzern um 2,8 Prozent. Das war mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn erhöhte sich um 19 Prozent auf 5,8 Mrd. Franken.
  • Airbus hat im zweiten Quartal operativ deutlich mehr verdient. Das bereinigte EBIT verdoppelte Airbus auf 1,15 Mrd. Euro verdoppeln. Netto verdiente der Flugzeugbauer mit 213 Mio, allerdings deutlich weniger (Vorjahr: 682 Mio. Euro). Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 14,85 Mrd. Euro und damit stärker als Analysten erwartet hatten. Am Ausblick für das Gesamtjahr hält Airbus fest und will weiterhin rund 800 Flugzeuge ausliefern.
  • Der Sportartikelhersteller Puma hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient und den Umsatz gesteigert. Nach dem robusten Quartal erwarten die Franken für das Gesamtjahr nun einen Anstieg beim währungsbereinigten Umsatz zwischen 12 und 14 Prozent, anstatt zwischen 10 und 12 Prozent. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll weiter zwischen 310 und 330 Mio. Euro erreichen. Der Konzerngewinn soll sich weiter „deutlich" im Vergleich zum Vorjahreswert von 135,8 Mio. Euro verbessern.
  • Wacker Chemie hat im zweiten Quartal von höheren Preisen für chemische Produkte profitiert und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 3 Prozent auf 260,5 Mio. Euro gesteigert. Bei einem Umsatz von 1,33 Milliarden Euro entspricht das einer EBITDA-Marge von 19,6 Prozent.
  • Der Verbindungstechnik-Spezialist Norma Group reduziert wegen höheren Rohstoffkosten und US-Zöllen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2018 und erwartet nun eine EBITA-Marge von 16 bis 17 Prozent (bisher: mehr als 17 %) und einen operativen Netto-Cashflow von 130 Mio. Euro (bisher: 140 Mio). Der Umsatzanstieg wird nun am oberen Ende der Bandbreite von 5 bis 8 Prozent erwartet.
  • Der Chipausrüster Aixtron setzt nach einem etwas schwächeren zweiten Quartal auf eine deutliche Geschäftsbelebung in der zweiten Jahreshälfte. Aixtron-Chef Bernd Schulte machte Hoffung: Das etwas schwächere Geschäft im zweiten Quartal sei einzig auf die mit den Kunden vereinbarte, planmäßige Terminierung der Auslieferungen zurückzuführen, sagte er. „Die Umsätze in der zweiten Jahreshälfte werden dementsprechend höher als im ersten Halbjahr.“
  • Der Hersteller in der Verpackungs- und Abfülltechnik, Krones, konnte im zweiten Quartal 2018 den leichten Umsatzrückgang des ersten Quartals aufholen. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 0,9 Prozent auf 1,79 Mrd. Euro. Währungseffekte belasteten den Umsatz dabei mit einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.
  • Der Münchner Triebwerksbauer MTU erwartet im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 4,2 Mrd. Euro steigen. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll von zuletzt 573 Mio. auf etwa 640 Mio. Euro steigen. Dies ist deutlich mehr als von Analysten erwartet.
  • Der Hersteller von Flurförderzeugen Kion erzielte im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 2,031 Mrd. Euro, insbesondere wegen der Stärke des Servicegeschäfts. Das bereinigte EBIT lag mit 187,0 Mio. unter dem Vorjahreswert von 210,4 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge ging damit auf 9,2 Prozent (Vorjahr: 10,5 Prozent) zurück.
  • Der Flughafenbetreiber Fraport erwägt einen Verkauf einer 30 prozentigen Beteiligung am Flughafen Hannover. Nach der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" gibt es bereits fortgeschrittene Verhandlungen mit dem britischen Finanzinvestor Icon Infrastructure. Der Kaufpreis könnte rund 100 Mio. Euro betragen.

Konjunktur & Politik

  • US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Juncker hatten sich überraschend auf einen konkreten Plan zur Beilegung des Handelskonflikts geeinigt. US-Finanzminister Steven Mnuchin bestätigte nun, dass die USA während der laufenden Handelsgespräche mit der EU von den angedrohten Zöllen auf Auto-Importe absehen werden. Während die Verhandlungen liefen, werde es keine neuen Zölle geben, sagte Mnuchin in einem Interview des Senders CNBC.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stieg in der Vorwoche um 11.000 auf 218.000. Erwartet wurden 215.000 Neuanträge.
  • Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA lag im Juni um 1,0 Prozent über dem Vormonatsniveau, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Ökonomen hatten nach dem Rückgang im Vormonat einen Zuwachs um 2,7 Prozent prognostiziert. Ohne schwankungsanfällige Transportgüter stiegen die Aufträge im Juni um 0,4 Prozent.
  • Der Lagerbestand im US-Großhandel blieb laut vorläufigen Daten im Juni auf dem Vormonatsniveau. Experten hatten einen Vorrats-Anstieg von 0,4 Prozent erwartet.
  • Das Defizit in der US-Handelsbilanz für Waren erhöhte sich im Juni um knapp 4 Mrd. auf 68,30 Mrd. Dollar. Experten hatten im Schnitt einen Fehlbetrag von 67,00 Mrd. Dollar erwartet.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent, wie der EZB-Rat bei seiner Sitzung in Frankfurt entschied. Die beim letzten Zinsentscheid veränderte Forward Guidance bestätigten die Währungshüter. Das monatliche Volumen des Anleihekaufprogramms soll ab Oktober auf 15 Mrd. Euro halbiert werden, bevor die Anleihekäufe mit dem Jahresende 2018 dann ganz enden sollen. Die Leitzinsen sollen noch mindestens "über den Sommer 2019" auf dem aktuellen Niveau bleiben. Es gebe keine Änderung der geldpolitischen Botschaft, sagte EZB-Präsident Mario Draghi auf der dem Zinsentscheid folgenden Pressekonferenz. Es bestätigte damit die auf der Sitzung im Juni getroffen Entscheidungen. Ökonomen zeigten sich etwas enttäuscht. "Man hätte dem EZB-Rat heute auch hitzefrei geben können", kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter LBBW Research. In allen wesentlichen Punkten sei der Eingangskommentar mit dem vorherigen praktisch identisch gewesen.
  • Die deutschen Unternehmen planen, auf unverändert hohem Niveau neues Personal einzustellen. Das ifo Beschäftigungsbarometer verharrt im Juli bei 104,1 Punkten. „Im Moment gibt es keine Anzeichen, dass sich der lang anhaltende Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt abkühlt. Nur in der Industrie gaben die Beschäftigungserwartungen nach“, kommentierte das ifo Institut das Ergebnis. Treiber dieser schwächeren Entwicklung waren vor allem die Automobil- und Elektroindustrie. Im Handel tendierte das Barometer etwas nach oben. Auch im Bauhauptgewerbe zogen nach einem kurzen Zwischentief im Juni die expansiven Personalplanungen wieder an.
  • Der Ausgang der Gespräche zwischen EU-Kommissionspräsident Juncker und US-Präsident Trump ist aus Sicht von Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft, erfreulich. „Der Ausgang des Gipfels weckt Hoffnungen, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt in konstruktive Verhandlungen zum Abbau von Handelsbarrieren einsteigen, anstatt sich gegenseitig mit Zöllen und Gegenzöllen zu bedrohen“, sagte Felbermayr. Da die bedrohlichen Autozölle zunächst abgewendet scheinen, schwächen sich die Konjunktursorgen etwas ab. Das Ziel solcher Verhandlungen müsste aus Sicht von Felbermayr eine ambitionierte Absenkung aller Zölle, ein verbesserter Marktzutritt bei Dienstleistungen und öffentlichen Aufträgen und regulatorische Zusammenarbeit sein. Dennoch will Felbermayr im EU-US-Handelskonflikt noch keine Entwarnung geben. „Allerdings kaufen die Gipfelergebnisse wertvolle Zeit, die nun auch von beiden Seiten sinnvoll genutzt werden muss“.
  • Die Arbeitslosenquote in Spanien sank im zweiten Quartal auf 15,3 Prozent, nach 16,7 Prozent zu Jahresbeginn, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 15,6 Prozent gerechnet.
  • Die EU und die USA wollen ihren Handelskonflikt beilegen. Das ist das Ergebnis eines Treffens von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump in Washington. Juncker zufolge sollen während laufender Verhandlungen keine neuen Zölle verhängt und die derzeitigen Sonderabgaben auf Stahl und Aluminium überprüft werden. Trump sagte, man habe sich auf den Abbau von Zöllen, Handelsschranken und Subventionen geeinigt. „Das ist ein großer Tag für den freien und fairen Handel", so Trump.
  • Der EU-Handelspolitiker Bernd Lange hält den Handelskompromiss für wenig hilfreich. „Das war kein Erfolg, was Herr Juncker dort erreicht hat”, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Er warf Juncker vor, Trump einseitig entgegengekommen zu sein. Zudem beklagte er, dass die angedrohten US-Autozölle immer noch nicht vom Tisch seien. Darüber hinaus habe Juncker auch nicht erreicht, dass die geltenden US-Stahl- und Aluminiumzölle zurückgenommen werden. Insofern sei substanziell gar nichts erreicht, außer, dass man wieder miteinander rede. Peter Bofinger, Ökonom und Professor für Volkswirtschaftslehre und Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sprach hingegen von einem "großen Erfolg“. Bofinger sagte im Deutschlandfunk, statt sich gegenseitig das Leben mit Zöllen schwer zu machen, gehe es nun in die Richtung, dass man die Zölle wechselseitig abschaffe. Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff sagte der Deutschen Presse-Agentur, es müsse sich noch zeigen, ob die Vereinbarungen belastbar seien. Trump habe sich in der Vergangenheit zu häufig als unberechenbar erwiesen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält nun einen Handelskrieg für abgewendet. Altmaier schrieb auf Twitter, das Treffen sichere Millionen Arbeitsplätze. Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer VDMA hofft auf eine Abschaffung der Zölle. Dann sei dieses leidige Thema vom Tisch, sagt Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. "Er hofft, dass sich Trump an seine Grundzusagen hält".
  • Der Nürnberger Konsumforscher GfK ermittelte für August einen Rückgang des Konsumklimaindex auf 10,6 von 10,7 Punkten im Vormonat. Ökonomen hatten diese Entwicklung erwartet. "Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Juli dieses Jahres eine uneinheitliche Entwicklung", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Bundesbürger rechnen demnach weiter mit höheren Einkommen und sind dementsprechend bereit, Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Die Verbraucher gehen laut Bürkl aber zunehmend davon aus, dass die Konjunkturdynamik in Deutschland nachlässt. Hauptgrund sei der Handelskonflikt mit den USA.
  • Trotz seiner Bekenntnisse zur Abrüstung produziert Nordkorea weiterhin waffenfähiges Material für Atombomben, wie US-Außenminister Mike Pompeo erklärte. Details zum Ausmaß des Rüstungsprogramms wollte er mit Verweis auf laufende Verhandlungen nicht nennen.
Termine des Tages: 13.45 Uhr - EZB-Zinsentscheid
14:30 Uhr - EZB-Pressekonferenz
14:30 Uhr - US: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Juni
14:30 Uhr - US: Handelsbilanz für Waren Juni

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