Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Als einer der drei weltweit größten Intralogistiker bietet Jungheinrich neue Gabelstapler, Vermietgeschäfte, voll integrierte Lagerlösungen und Aftermarket-Aktivitäten aus einer Hand. Mit einem starken Engagement in der Elektromobilität und einem steigenden Anteil an automatisierten Lösungen im Rahmen von Industry 4.0 sei Jungheinrich nach der KION Group der zweitgrößte Player in seinem Kernmarkt Europa, schreibt Warburg Research-Analyst Cansu Tatar in einer Studie von Donnerstag.

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    Die Eintrittsbarrieren dürften angesichts erheblicher Größenvorteile für bestehende Akteure wie Know-how, Kapitalbedarf, starke Lieferanten- und Kundenbeziehungen hoch bleiben, so der Warburg-Experte. In der Peer Group zeichne sich Jungheinrich durch einen hohen Anteil an Umsätzen im Gebrauchtmarkt (Aftermarket) aus, was zu einem hohen Anteil an wiederkehrenden Erlösen führe und in Zeiten der Konjunkturabschwächung ein Sicherheitspolster darstelle.

    Nachdem der Weltmarkt für Intralogistik in den letzten zehn Jahren das Wirtschaftswachstum um das 1,5-fache übertroffen hat, dürfte er weiter steigen, insbesondere getrieben durch eine starke Verlagerung in Richtung E-Commerce, die die Nachfrage nach Lagereinrichtungen beflügelt, prognostiziert Analyst Tatar. Als einer der weltweit führenden Anbieter werde Jungheinrich an diesem Wachstumstrend partizipieren, insbesondere aufgrund seiner starken Position bei Lagereinrichtungen einschließlich Elektrostaplern sowie bei automatisierten Lagerlösungen (z.B. Industry 4.0). Da der chinesische Markt zudem ein erhebliches Aufholpotenzial für Jungheinrich bieten sollte, erwartet Tatar einen überproportionalen Anstieg des Auslandsumsatzes.

    Warburg Research geht davon aus, dass der Umsatz im Zeitraum 2018 bis 2021 um jährlich 4,7 Prozent auf 4,357 Mrd. Euro steigen wird. Während sich das Neugeschäft nach zweistelligen Wachstumsraten in den letzten drei Jahren normalisieren dürfte, wird erwartet, dass neue Stapler zunehmend in den Aftermarket eintreten werden, was zu einem verbesserten Umsatzmix in Richtung hochprofitable und wiederkehrende Dienstleistungsumsätze führen sollte. Daher sollte sich auch die EBIT-Marge laut Warburg im Zeitraum 2018 bis 2021 um 0,5 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent erholen.

    Angesichts makroökonomischer Bedenken im Zusammenhang mit den Handelszöllen und einer Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft sank der Aktienkurs von Jungheinrich im Jahr 2018 um 30 Prozent. Damit wird die Aktie nun mit einem Abschlag von 7 Prozent auf ihr durchschnittliches Forward-PE-Verhältnis von fünf Jahren gehandelt und entspricht weitgehend den Wettberwerbern KION und Hyster-Yale. Dies erschein ihm ungerechtfertigt, so Analyst Tacar, da Jungheinrich trotz geringerer Skalierung über ein widerstandsfähigeres Geschäftsmodell und ein höheres Margenniveau verfüge, während sich die Margen in den kommenden Jahren aufgrund höherer Serviceumsätze sowie einer Erholung der Inputfaktoren erholen dürften.

    Angesichts starker struktureller Treiber, einer attraktiven Branche mit hohen Eintrittsbarrieren sowie einer attraktiven Bewertung nimmt Warburg Research die Coverage für Jungheinirich mit einem „Buy“-Rating und Kursziel von 41,00 Euro wieder auf. Im Verhältnis zum aktuellen Kursniveau sehen die Experten damit ein Kurspotenzial von knapp 37 Prozent.

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