• Kaffee - ISIN: US6289851031
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 183,71 US¢/lb

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Gestern früh war es noch ein Viereinhalbjahreshoch, heute bereits ein Sechseinhalbjahreshoch: Kaffee Arabica verteuerte sich gestern nochmals um über fünf Prozent auf 176 US-Cent je Pfund, in der Spitze wurden fast 178 US-Cent erreicht. Die Rally am Kaffeemarkt hält also an – über die letzten 14 Tage summiert sich das Preisplus bei Arabica auf fast 20 Prozent, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Auch Robusta-Kaffee profitiere, wenn auch deutlich schwächer. Der Preis habe gestern um ein Prozent auf 1.779 US-Dollar je Tonne zugelegt und damit sein bereits am Dienstag markiertes Dreijahreshoch nochmals ausgebaut. Mit sechs Prozent nehme sich der Zuwachs über die beiden letzten Wochen im Vergleich zu Arabica zwar bescheiden aus, doch seit Anfang April habe sich auch Robusta-Kaffee um gut ein Drittel verteuert (Arabica plus 44 Prozent). Hier spiele neben den Nachrichten aus Brasilien – allerdings seien nicht die Robusta-Gebiete, sondern klassische Arabica-Staaten wie Minas Gerais vom Frost betroffen – auch die aus Vietnam gemeldete Knappheit an Ladekapazität eine Rolle, heißt es weiter.

„Der steile Anstieg der beiden letzten Tage bei Arabica ist dem Frost in wichtigen Kaffeegebieten Brasiliens geschuldet. Laut der Nachrichtenagentur Reuters rechnen Händler in einer ersten Einschätzung mit Einbußen bei der Ernte des kommenden Frühjahrs in Höhe von ein bis zwei Millionen Sack, einige Produzenten äußerten sich laut Reuters noch deutlich skeptischer. Erst in den kommenden Tagen wird das Ausmaß der Schäden klarer sein. Sollten sie tatsächlich beachtlich sein und womöglich viele Kaffeebäume sogar ganz absterben, könnte der Preis durchaus bereits kurzfristig auf oder sogar über 200 US-Cent je Pfund steigen“, so Helbing-Kuhl.

Wie sehr dies auf die Konsumentenpreise durchschlagen würde, hänge von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt von der Dauerhaftigkeit hoher Rohproduktpreise, den Wettbewerbsbedingungen am Markt und Konsumalternativen. Ein Umstieg auf Kakao dürfte nicht jedem schmecken, aber die Preisentwicklung sei zumindest hier sehr viel moderater, seit Monaten sogar tendenziell nach unten gerichtet. Am Dienstag sei mit 2.232 US-Dollar je Tonne das tiefste Niveau seit fast einem Jahr markiert worden, heißt es weiter.

„Im Hauptproduktionsland Elfenbeinküste wird eine Rekordernte eingebracht und die Nr. Zwei, Ghana, meldete gestern das Überschreiten der Marke von einer Million Tonnen bei den seit Saisonbeginn im Oktober kumulierten Anlieferungen – erstmals seit einem Jahrzehnt. Die erfreulichen Nachfragedaten der letzten Woche scheinen dagegen bei der Preisentwicklung weitgehend ignoriert worden zu sein“, so Helbing-Kuhl.

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