• Kaffee - ISIN: US6289851031
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 200,82 US¢/lb

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Auch wenn die Kaffeepreise in den beiden letzten Tagen etwas durchatmen: Die Explosion des Arabica-Preises in den Vortagen – bis Montag war er innerhalb einer Woche in der Spitze um über 30 Prozent auf ein Sechseinhalbjahreshoch von 215 US-Cent je Pfund gestiegen, Robusta legte um 13 Prozent zu und erreichte in der Spitze ein Vierjahreshoch von 1.980 US-Dollar je Tonne – dürfte so schnell nicht vollständig wieder rückgängig gemacht werden, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Denn schließlich habe sie fundamentale Gründe: Den schlimmsten Frost in wichtigen Kaffeegebieten Brasiliens seit 27 Jahren mit der Gefahr von Blattverlust bis hin zum Absterben der Bäume. Noch sei der Schaden unklar, doch laut einer ersten Einschätzung der Prognosebehörde Conab sind elf Prozent der Arabica-Fläche betroffen. Schätzungen zu den Verlusten bei der nächsten Ernte ab Frühjahr 2022 reichten am Markt bis sieben Millionen Sack, heißt es weiter.

„Schon vorher hatten die Trockenheit und die schlechte Niedrigertragjahresernte 2021 in Brasilien sowie die Knappheit an Containern zur Verladung sowohl in Südamerika als auch in Asien – etwa beim größten Robusta-Produzenten Vietnam – die Preise unterstützt. Nun droht eine weitere Kaltfront. Zuletzt wird sie aber etwas milder eingeschätzt und darauf verwiesen, dass eine ähnliche Region (v.a. Minas Gerais, die 70 Prozent der brasilianischen Arabica-Produktion stellt, bei Robusta aber kaum eine Rolle spielt) bedroht ist und bei geschädigten Bäumen der weitere Schaden möglicherweise nicht allzu hoch ist“, so Helbing-Kuhl.

Wegen der Zurechnung jeweils der halben Ernten Brasiliens auf die internationalen Kaffeejahre gehe die Internationale Kaffeeorganisation ICO trotz der schlechten brasilianischen Ernte 2021 von einem kleinen und dem sechsten Überschuss in Folge am Kaffeemarkt aus, da die halbe Rekordernte 2020 dazu zähle. Mit der schlechten 2021-Ernte und einer wegen Frost und Trockenheit enttäuschenden brasilianischen Ernte 2022 könnte dies danach in ein Defizit drehen, v.a. wenn die Nachfrage nach Corona weiter anziehe, heißt es weiter.

„Daher heben wir unsere Preisprognose an. Bis nähere Informationen zu den Schäden vorliegen, erwarten wir für das vierte Quartal 2021 einen Arabica-Preis von 180 US-Cent je Pfund und einen Robusta-Preis von 1.800 US-Dollar je Tonne. Neue Frostepisoden könnten über Panikkäufe zumindest kurzfristig zu noch deutlich höheren Preisen führen“, so Helbing-Kuhl.

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