• Kaffee - ISIN: US6289851031
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 0,971 $/lb

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Bisher können die Kaffeepreise nicht davon profitieren, dass sich die kritischen Stimmen zur nächsten Ernte in Brasilien mehren. Die unstete Witterung und ein extrem kalter Juli sollen viele Bäume geschädigt haben. Manche hätten in den letzten Wochen aber auch vorzeitig geblüht. Bei der für September vorhergesagten Hitze könnten die Blüten abgeworfen werden, was das Ertragspotenzial reduziert, wie Commerzbank-Analystin Michaela Kuhl im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

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Nun habe sich auch das brasilianische Wetterinstitut Inmet zu Wort gemeldet. Es sehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines El-Niño-Phänomens am Jahresbeginn 2020. Dieses könne mit zu geringem Niederschlag und überdurchschnittlichen Temperaturen bis hin zu extremer Hitze einhergehen. Die nächste Ernte, die bereits dem internationalen Kaffeejahr 2020/21 zugerechnet werde, stehe ab April 2020 an. Die brasilianische Ernte 2019/20 sei inzwischen abgeschlossen. Im zweijährigen Zyklus bei Arabica-Kaffee handle es sich um ein Niedrigertragsjahr. Die Ernte sei zwar nicht ganz so gut ausgefallen wie zwischenzeitlich erwartet und niedriger als die Rekordernte des Vorjahres aus, solle aber sehr hoch sein. Die Rekordernte des Vorjahres habe die Exporte stark steigen lassen, in den vier Monaten seit dem brasilianischen Saisonbeginn im April sei 70 Prozent mehr Kaffee aus Brasilien exportiert worden als im Vorjahreszeitraum, heißt es weiter.

„Nun drängt auch neue Ware auf den Markt, was gemeinsam mit dem auf ein Dreimonatstief gegenüber dem US-Dollar gefallenen Brasilianischen Real den Arabica-Preis zuletzt auf ein Dreimonatstief von 95 US-Cent je Pfund gedrückt hat. Die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer sind schon seit zwei Jahren mehrheitlich pessimistisch für die weitere Preisentwicklung bei Arabica-Kaffee gestimmt und haben ihre Netto-Short-Positionen in den letzten Wochen wieder ausgebaut. Sollte die Stimmung drehen, bietet dies aber auch erhebliches Preiserholungspotenzial. Wir halten dies für nicht unwahrscheinlich, denn viele Beobachter erwarten für 2019/20 ein Defizit am globalen Kaffeemarkt, meist in einer Größenordnung um drei Millionen Sack“, so Kuhl.

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