• Kakao - ISIN: XC0005705816
    Börse: / Kursstand: 2.522,000 $/t

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Kakaopreis in New York hat sich etwas von seinem Einbruch im Zuge der ernüchternden europäischen Verarbeitungszahlen erholt. Derzeit kostet Kakao wieder knapp 2.500 US-Dollar je Tonne. Vor knapp einer Woche war bekannt geworden, dass die Verarbeitung in Europa im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um gut drei Prozent rückläufig war, wie Commerzbank-Analystin Michaela Kuhl im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

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Ende letzter Woche hätten dann die Zahlen aus Asien überrascht, die mit 216.000 Tonnen einen neuen Verarbeitungsrekord und einen Anstieg um 16 Prozent gegenüber Vorjahr ausgewiesen hätten. Die asiatische Kakaovereinigung CAA spreche von einer starken Nachfrage. Am Tag zuvor sei von der National Confectioners Association NCA auch für Nordamerika ein Anstieg der Vermahlung um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 124.000 Tonnen gemeldet worden. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass Europa mit 345.000 Tonnen etwa so viele Kakaobohnen vermahle wie Nordamerika und Asien zusammen. Nach einem starken Anstieg der Verarbeitungskapazitäten werde inzwischen aber fast die Hälfte aller Kakaobohnen nicht mehr in den Verbrauchs-, sondern in den Produktionsländern wie insbesondere der Elfenbeinküste und Ghana verarbeitet, heißt es weiter.

„Die Internationale Kakaoorganisation ICCO rechnet auch für die laufende Saison 2018/19 wieder damit, dass die Vermahlung in den kakaoproduzierenden Ländern stärker steigt als in den Importländern (plus 3,9 Prozent gegenüber plus 2,8 Prozent). Durch vermehrte eigene Verarbeitung sowie mit politischen Initiativen versuchen die beiden Länder, ihren Anteil an der Wertschöpfung im Markt mit Schokolade und Kakaoerzeugnissen zu erhöhen. Jüngst verabredeten sie, ab der kommenden Saison den Abnehmern ihrer Kakaobohnen einen Aufschlag von 400 US-Dollar je Tonne in Rechnung zu stellen, um die Lebensverhältnisse der Bauern zu verbessern. Kritiker geben zu bedenken, dass dies die Kakaoproduktion – auch in anderen Ländern, wenn sich die Abnehmer andere Quellen suchen – stark anheizen und darüber mittelfristig zu einem Preisverfall führen könnte“, so Kuhl.